Zwei Fragezeichen an Lotte Römer

Zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen

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Lotte Römer, Baujahr 1979, lebt mit zwei Kindern, einem Ehemann und einem Auto namens „Wanderdüne“ im südlichen Bayern. Hier versucht sie, Familie und Schreiben unter einen Hut zu bringen und dem täglichen Chaos Paroli zu bieten. Und manchmal da klappt das sogar.
Dann entstehen Bücher und Geschichten.

Neben „Babybauchgefühle“, einem witzigen Buch übers Kinderhaben und „Rattenscharfe Nachbarn“ sind bereits vier Bände der „New York Lovestorys“ erschienen. Sie heißen „Sweet Temptation – Ein Milliardär zum Anbeißen“, „Body Kiss – Mit Geld nicht zu bezahlen“und „Winter Love – Ein Arzt für alle Fälle“.
Gerade gibt es brandneu „Act of Love and Crime – Ein Mann der besonderen Art“ zum Einführungspreis von 99 Cent.

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Lotte, wie organisierst du dich (schreibend)?

Die Frage kann man ja nun vielfältig verstehen. Also das Schreiben als Arbeit zu organisieren oder das Leben während des Schreibens. Beides ist interessant zu beantworten. Es bedingt sich ja ohnehin gegenseitig.

Das Schreiben ist mir ein inneres Bedürfnis, das mich als solches antreibt, immer weiter Buchstaben zu Papier zu bringen.

Demzufolge arbeite ich, wann immer es mir möglich ist. Das bedeutet, dass ich an fast allen Vormittagen unter der Woche arbeite und am Wochenende, wann immer ich kann. Ich arbeite auf Autofahrten, die länger als eine Viertelstunde Autobahn dauern. Ich arbeite im Zug und im Urlaub am Pool.

Egal, was ich tue, das Schreiben ist dabei. Wenn ich lese, wenn ich Musik höre, wenn ich in der Badewanne liege. Es ist da.

Echte Schreibpausen, wo ich nichts zu Papier bringe, sind nur die Korrekturphasen. Da wird dem aktuellen Projekt der letzte Schliff verliehen. Sonst nichts. Aber nach einer Woche werde ich unruhig, weil ich zurück in eine Geschichte will.

Während ich diese Zeilen aufschreibe merke ich zunehmend, dass mich im Moment mehr das Schreiben organisiert als ich das Schreiben. Ist das eine zureichende Antwort?

 

Wo siehst du dich in fünf Büchern?

Wenn meine Rechnung aufgeht, müsste das Anfang 2018 sein. In der Regel erarbeite ich ein Buch in cirka drei Monaten, vielleicht vier. Ich bin da, wo ich gerade bin, sehr zufrieden und auch sehr dankbar, weil ich mit meinen Worten Geld verdienen kann. Wenn ich einfach genau an dieser Stelle bleiben könnte, fände ich es großartig. Das würde mir absolut zu 100 Prozent ausreichen.

Und ich würde mir wünschen, genau wie heute, die Plots für die nächsten drei Bücher im Kopf zu haben. Das wäre schick. Es ist wie eine kleine Schatzkiste im Kopf und ein großer Autorenluxus, wenn man mehr Ideen als Zeit hat. Jedenfalls stelle ich es mir andersrum ganz schrecklich vor.

 

Vielen Dank, Lotte, für deine Zeit!

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PS: Möchtest du an der Interview-Reihe „Zwei Fragezeichen“ teilnehmen?

Dann schreib mir.

C.

 

Autorenwahnsinn – Tag 24

Tag 24: Zeig uns ein Foto deines aktuellen Projektes!
Egal ob auf dem Bildschirm deines PCs, ausgedruckt oder in einer anderen Form.

 

Mein aktuelles Projekt ist Band 3 meiner Drachensaga. Den Titel verrate ich noch nicht. Aber das kann ich schon sagen: Das dritte Auge wird pinkisch. 🙂 Mir gefällt´s. Dir auch?

 

Eye of a green tree python (Morelia viridis) snake

© Asmus Koefoed – Das Drachenvolk von Leotrim – Band 3

Autorenwahnsinn – Tag 23

Tag 23: Zeig uns etwas, das dich inspiriert, egal ob Bild, Buch, Film oder Musik!

Leuchtturm Banner.jpg

In·s·pi·ra·ti·o̱n

Substantiv [die]gehoben

1 – ein kreativer Einfall; eine Idee, die eine geistige Tätigkeit fördert.

„künstlerische/musikalische/poetische Inspiration“

Es fällt mir schwer, diese Frage zu beantworten. Ich weiß es nämlich nicht genau. Sie überfällt mich, die Inspiration, sie kommt aus einem dunklen Eck gesprungen, packt mich am Kragen und schleift mich zum Schreibtisch. Und dann gibt sie erst Ruhe, wenn ich aufgeschrieben habe, was sie zu sagen hatte. Das ist nicht immer logisch, sehr selten passiert das bewußt. Könnte ich sie kontrollieren, ergründen, steuern, ich würde wohl kein Wort zu Papier bekommen, weil dann die Frage im Raum stünde: Wozu das alles? Wenn alles klar ist, warum darüber schreiben? Das bedeutet, mit dem Schreiben entlarve ich mich selbst. Das klingt erst mal, nach etwas schlechtem… ich höre mir oft den Vorwurf an: Das ist doch Privat. Muss das in die Öffentlichkeit gezerrt werden?

Aber der Reihe nach. Ent-Larve.

Lạr·ve

Substantiv [die]

1 1.
BIOLOGIE
eine Art Wurm, aus dem später ein Schmetterling, eine Fliege o. Ä. wird.“die Larven der Schmetterlinge“

2 2.
gehoben
eine Maske, die vor dem Gesicht getragen wird.“sein Gesicht hinter einer Larve verbergen“

Entlarven bedeutet für mich, mich zu entwickeln und meine Maske abzulegen. Nein, das muss nicht alles in die Öffentlichkeit. Dafür habe ich ein Tagebuch, um mich mit mir und meiner Welt auseinander zu setzen. Aber die Wörter müssen raus, die Geschichten, die sich aus den Wörtern ergeben. Sie verpuppen sich, machen eine Metamorphose durch und im besten Fall lasse ich sie dann frei, lasse sie fliegen. Olivia Wartha hat das so schön ausgedrückt: Rastlos

schreiben

weil man nicht fliegen kann

schreiben 

und dabei den Wind in den flügeln spüren

Dieses entlaven bedeutet also auch, mir näher zu sein. Und in Momenten, in denen ich mich aus den Augen verloren habe: Wiederfinden. Daran ist also nichts schlechtes. Nun bin ich kein Wurm, Flügel habe ich auch nicht, nur Wörter. Ich war noch sehr jung, als ich zum ersten Mal einen Leuchtturm gesehen habe. Damals stand ich auf festem Fels. Natürlich sind Felsen fest, aber ich nahm es zum ersten Mal richtig wahr:

Da wackelt nichts. Hier ist es sicher.

Was Sicher auch immer bedeuten mag.  Ich war noch klein und leicht zu beeindrucken. Damals dachte ich: Wenn ich da oben stehen würde, ich hätte den Überblick, alles – die Welt und darüber hinaus. Ich glaube, ich fand klein sein sehr blöd. Ich wollte ein Buch mit allen Antworten, ich wollte wissend sein, die Dinge durchschauen, begreifen und: Erklären können. Wozu das alles? Ein paar Dinge haben sich geändert. Heute hätte ich gern das Buch mit allen Fragen. Leuchttürme mag ich aber immer noch, und wünsche mir den Überblick, in alle Richtungen. Die auktoriale Erzählweise kommt diesem den-Überblick-haben noch am nächsten.

Und wenn mich jemand fragt, was mein Totem-Tier ist (meine eigene Form von Naturverbundenheit), so würde ich antworten: Der Elefant. Ich weiß nicht genau, ob meine Seele ein Elefant ist, oder ob er (ja, männlich) neben mir her geht. Da ist etwas, woran ich glaube, auch wenn ich keinen Namen dafür habe. Das würde an dieser Stelle auch zu weit führen und hat nichts mit der ursprünglichen Frage nach Inspiration zu tun. Jedenfalls. Dieser Elefant war da, als ich den Leuchtturm sah. Und dann war auch plötzlich die Idee, die Inspiration oder was auch immer, mit mir an diesem Ort. Ich werde Schriftstellerin. Ich schreibe über einen Elefanten, der Leuchtturm-Wärter werden will.

Abgefahren, oder? Dachte ich auch. Die Geschichte befindet sich seither in der Metamorphose. Wie viele andere auch, die über die Jahre dazu gekommen sind. Wenn die alle „reif“ werden, dann ist was los. Hui.

Inspiration ist etwas seltsames. Schreiben im Sinne von ent-larven ebenso. Ich liebe den Moment, wenn da etwas aufplatzt und zum Vorschein kommt. Ich finde nicht alles schön, aber das ist nicht der Punkt. Es muss auch nicht alles schön sein. Das ist, glaube ich, das Besondere an Kunst. Es muss nichts. Sie muss weder schön noch verständlich sein. (Ich arbeite aber an beidem) Ich möchte meine Integrität als Autorin und ein gewisses Maß an Anders in all seinen Formen zulassen. So wie die Idee vom Elefanten, der Leuchtturm-Wärter werden will.

Mal sehen, was dabei heraus kommt. Ich weiß es nämlich nicht. Und das ist gut so.

Autorenwahnsinn – Tag 20

Tag 20: Empfehle uns einen Instagram-Account!

 

Tragisch, ich weiß. Aber ich nutze Instagram nicht. Übrigens auch kein Flickr, kein Vimeo, kein Ello, kein Snapchat, kein Myspace, kein LinkedIn, kein Reddit, kein Deviantart und vieles andere auch nicht. Aus Gründen.

Und daher gibt keine Empfehlung. Schlimm.

C.

 

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Zwei Fragezeichen an Silke Porath

Zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen

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silke-porathSilke Porath ist Autorin und Redakteurin. Sie lebt mit ihrem französischen Mann, einem reinrassigen italienischen Straßenköter, einem waschechten rumänischen Findelhund, einer griechischen Landschildkröte und neuerdings einem altdeutschen Mops in ihrer schwäbischen Heimat multikulti mit allerlei Kindern. Sie schreibt über kriminalistische Mönche, fröhliche WG-Kumpane und über alles, was ihr unter die Tastatur gerät.

www.silke-porath.de

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Silke, was treibt dich an?

Meine Figuren. Die tauchen eines Tages auf wie Fremde, die um ein Glas Wasser bitten. Wir haben ein offenes Haus – also lasse ich sie hinein. Buchstäblich. Wir wachsen zusammen. Erleben so viel gemeinsam. Wir lachen. Wir leiden. Wir lieben und entlieben uns. Wir morden. Wir suchen das Böse. Finden das Gute. Aus dem Glas Wasser wird irgendwann eine Tasse Kaffee. Dann ein Glas Rotwein. Die meisten meiner Figuren begleiten mich schon seit Jahren.

Mit der Zeit sind sie sowas wie gute Freunde geworden. Die man ungern ziehen lässt. Als es zum Beispiel vom Ursprungsverlag hieß, dass aus den Mopsbüchern nur eine Trilogie werden soll, habe ich geheult. Weil ich noch so viel mit den Jungs erleben wollte. Ich war ein halbes Jahr lang wie deprimiert. Dann kam die Frage eines anderen Verlages, ob ich nicht einen vierten Band schreiben wolle. Klar wollte ich das und bin sofort wieder in meine Lieblings-WG eingezogen. Dass ich jetzt Outtakes aus den Romanen schreiben darf, macht mich hammerhappy.

Und natürlich sind da die Leser. Wenn mir jemand schreibt, dass er wegen eines Lachkollers beim Lesen eines meiner Bücher aus dem Wartezimmer des Arztes komplimentiert wurde – hey, das ist es, was zählt!

 

Und was macht für dich einen guten Text aus?

Sauschwere Frage. Trotzdem im Prinzip ganz einfach. Ein guter Text packt mich. Egal welches Thema, wenn die Sprache stimmt und der Autor es versteht, mich in seine Welt mitzunehmen, dann passt das. Ich liebe es, wenn ich beim Lesen atemlos werde, weil da ein Gerüst aus Worten entsteht, welches eine ganze Geschichte trägt. Dabei ist es egal, ob das ein Krimi, ein historischer Roman oder eine Kurzgeschichte ist. Ein guter Text ist dicht erzählt, hat Feinheiten. Und ist trotzdem so fluffig wie ein Schaumbad.

 

Vielen Dank für deine Zeit.

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PS: Möchtest du an der Interview-Reihe „Zwei Fragezeichen“ teilnehmen?

Dann schreib mir.

C.

 

Autorenwahnsinn – Tag 19

Tag 19: Gibt es einen Bücherblog, den du besonders gerne besuchst?
Alternative: Wenn du keine Bücherblogs liest, dann verrate uns eine Webseite,
die du gerne besuchst. Imdb? Amazon? Youtube? Pornhub?

 

Also Blogs, die sich (fast) nur mit Büchern beschäftigen? Lesen, rezensieren, diskutieren!?

Lieblings-Bücher-Blog-Liste (Stand 2017)

 

Hier klicke ich regelmässig vorbei, und die Liste bezieht sich nur auf BÜCHER-Blogs.

C.