Veröffentlicht in Caro und wie sie die Welt sieht, Leben und all das.

Sudelbucheintrag 14/06/19

Ich schaue mir bei YouTube gerne Mal-Videos an. [Kurze Frage an dieser Stelle: Ist es möglich eine Liste mit Lieblings-Suchbegriffen anzulegen? Bei Twitter geht das. Kann YouTube das auch, hm?]

Jedenfalls. Das reicht von Holzstiften zu Pastell-Kreiden, hin zu Aquarell-Motiven und das so genannte #Pouring mit Acryl-Farben. Die Lust solche Dinge auszuprobieren ist groß, ein Einkauf im Bastel-Laden teuer. Nun stellte ich neulich erstaunt fest, dass meine gute Freundin Cordelia* auch solche Videos schaut. Wir kamen beide zu dem Schluß: Das kann ja so schwer nicht sein. Man müsste halt mal etwas rum probieren. Es fiel das Wort „panschen“ und das klingt so nett, dass mein inneres Kind schon Luftballons aufbläst und ein Pony anschleppt.

Sie, also Cordelia, nicht mein inneres Kind, hatte dann die Idee in einem Farbengeschäft nach alten Tapetenbüchern zu fragen. Jetzt muss ich zu meiner Schande gestehen, ich habe keinen blassen Schimmer, was Tapetenbücher sind, noch was man damit anfängt. Der Name erschließt schon die Sache, und die Woche fand ich mich dann eben in genau dieser Situation. Sie sagte, sie hätte sich schon im Kindergarten in Tapentenbüchern ausgetobt… viele Geschäfte würden das machen und so die Dinger „entsorgen“.

[Kennst du das? Tapentenbücher und Kindergarten-Recycling?]

An sich ist das ja ne super Sache. Etwas, das ausgedient hat, einem neuen Zweck zuführen. Und Kinder nach Herzenslust malen lassen ist dabei sicher nicht die schlechteste Idee. Auch große Kinder. 😉
Cordelia und ich waren dann einkaufen. Acryl-Farbe, Pouring Medium, ein paar kleine Leinwände zum üben. Was man eben so braucht. Wir werden wohl erst nächste Woche dazu kommen, alles auszuprobieren. Mein inneres Kind will Collagen basteln, Tapeten voll malen [endlich darf sie mal!] und Farbe rumschlonzen. Das wird super. Ich werde das auch dokumentieren, versprochen.

*Name von der Redaktion geändert 🙂

***

Nach dieser ganzen Einkaufs-Aktion bin ich zu meinem Auto gelaufen. Guter Dinge, den Kopf voller Ideen, mit den Gedanken eigentlich ganz wonders. Mir kam eine Frau entgegen und hier grüßt man sich, das ist normal.

Sie sagte „Hallo“. [Ich finde „Grüß Gott“ auch immer nett, dabei bin ich nicht religös. Aber es klingt immer so cool, als wären wir dicke Kumpels. Und die Vorstellung, natürlich mit Fist-Bump, „Ey, ich soll dich von Manu grüßen!“ amüsiert mich immer sehr.]

Ich sagte also auch „Hallo“. Wie gesagt, ich hatte grad ein Ideen- und Farbspektakel im Kopf. Und sie hängte, im Vorbei gehen, an ihren Gruß noch „Ihr Buch gefiel mir sehr“ dran. Hui. Ich muss mich erst mal schütteln und brachte dann die blöde Frage hervor: „Welches?“

„London“, sagte sie und lächelte. „Ganz toll. Sie waren wohl oft da?“

Stimmt, ein paar Mal waren es schon. Aber nicht genug Male. Wir hielten also einen kleinen Plausch über London und schöne Orte, ich bedankte mich für das Lob und wir gingen unserer Wege. Das Lob einer Fremden. Das ist sehr, sehr schön.

Merci mit Knicks.

***

Und dann war ich noch an der Tankstelle. Als es ans Bezahlen ging, legte ich wie selbstverständlich meine Karte auf das Gerät. Der Typ hinter der Kasse schaute mich an, als hätte ich ihm den laminierten Taschen-Kalender, den man in der Apotheke geschenkt bekommt, untergejubelt.

„Sie müssen die Karte schon ordentlich rein stecken“, sagt er.

„Ach“, meine ich, „ich dachte, das wär so ein super-duper modernes Ding, das meine Daten schon beim rein kommen erfasst.“ Und ich sehe ihn so an, als hätte er die letzten zehn Jahre im Gefängnis verbracht und deshalb keine Ahnung von all diesem #Neuland hier. Das war ein zauberhafter Moment, wo einer vom anderen dachte, dass er ein Depp sei und beide Recht hatten. Ich habe dann ordentlich bezahlt, und er hat nur ein bisschen die Augen verdreht, als ich kurz aber scharf nachdachte, wie denn meine PIN noch mal war.

Also alles normal hier.

Werbeanzeigen
Veröffentlicht in Carolin M. Hafen, get shorties Lesebühne, Leben und all das., Schreibbude, Schreibmaschine, Termine

Termine im Juni

Mikro

Diesen Monat stehen zwei tolle Ausflüge an, aber die gehören eigentlich nicht in meine Termin-Liste. Ich will sie aber erwähnt haben, weil wenn das Wetter mitmacht und ich Fotos knipse, als gäbe es keine anderen schönen Orte auf der Welt, dann will ich die herzeigen und so kriegst du es dann doch mit. 🙂 Das wird super. Ansonsten bin ich wieder viel für die ge shorties Lesebühne bzw. für die Schreibbude unterwegs. Und mein VHS-Aquarell-Kurs fängt endlich an. Ich bin sehr gespannt.

07. Juni – Die get shorties Lesebühne zu Gast im Lapidarium!

Open Air! 19.30 Uhr gehts los.

15. Juni – Schreibbude in Stuttgart

Wir sitzen mit unseren Schreibmaschinen von 14 bis 17 Uhr vor der Stadtbücherei Stuttgart und nehmen Aufträge entgegen. Ein paar Stichworte, eine halbe Stunde Zeit und du bekommst deinen Wunschtext.

Link-Liste:

Lapidarium, Stuttgart
Ingo Klopfer im Einsatz. Lapidarium Stuttgart
Veröffentlicht in Carolins Listen, Filme & Serien, Fundstücke im Netz, Leben und all das., Literatur, Rückschau

Monatsrückblick Mai

Gefühlt war dieser Monat sehr, sehr lang. Entsprechend sieht meine Liste aus.

Gedoodle nach der Methode von Melissa Dinwiddie

Tops und Flops im Mai

Bücher:

  • Mascha Kaléko – Das lyrische Stenogrammheft ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Eva Christina Zeller – Liebe und andere Reisen ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Matthew Johnstone – Der schwarze Hund  ⭐️⭐️⭐️⭐️

Filme:

  • Best Exotic Marigold Hotel 2 ⭐️⭐️⭐️
  • Wonderwoman ⭐️⭐️⭐️
  • Ich bin Maris ⭐️⭐️
  • Highwayman ⭐️⭐️ (langweilig)
  • Anne auf Green Gables Teil 1, 2 und 3 (2016/Prime) ⭐️⭐️ ⭐️⭐️

Serien:

  • The Five ⭐️⭐️⭐️
  • Bosch Staffel 5 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Game of Thrones Staffel 8 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ + Dokumentation

Uff. Ich habe mich irrsinnig, wie viele andere auch, auf die letzte Staffel gefreut und mich dann durch die sechs Folgen hetzen lassen. Zum einen, weil die Staffel so ein Tempo vorgelegt hat, aber auch wegen der Reaktionen im Netz. (Ja, alle Figuren, die ausgedient haben, wurden gekillt. Das ist ja kein neues GoT-Phänomen!) 

Ich wollte auf keinen Fall gespoilert werden. Doch wenn ich mich montags bei Facebook eingeloggt habe, hatten diverse Leute nichts besseres zu tun, als zu schreiben bzw. in ihren Stories zu erzählen, was genau passiert ist, und wie Scheiße sie es finden. Das hat mir viel von dem Vergnügen genommen. Ich kann jetzt natürlich auch darauf schimpfen, dass David Benioff und D. B. Weiss nicht so schreiben, wie es George R. R. Martin es tut. Wie auch? Ein Drehbuch ist keine Belletristik und umgekehrt. Aber darum geht es mir gar nicht. Die Serie und die Bücher weichen ja schon eine Weile voneinander ab. 

Die Erfahrung, so getrieben zu werden, war mir neu. Üblicherweise schaue ich meine Filme und Serien allein – in meinem Umfeld ist niemand, der Filme, Bücher oder Serien so konsumiert wie ich es tue. Die wenigsten haben Netflix, noch weniger teilen meine Interessen und Genre-Vorlieben. Beispielsweise Stranger Things. Die zweite Staffel habe ich an einem Abend geschaut. (Das ist, als Beispiel, ein arger Kritikpunkt: Es war nicht möglich, #GoT so zu konsumieren. Ich musste zwischen den Episoden eine Woche warten. Man kommt sich ja vor wie im Mittelalter.)

Jedenfalls. Da war dieses Gefühl von Ende, und das Gefühl von Hetze. Sich abschotten zu müssen, bei Facebook und Twitter, schneller zu sein und kollektiv mitmaulen zu müssen. Das will ich aber gar nicht. Meine Lieblingsfiguren sind und waren immer John Snow, Arya und Bran. Von Anfang an. Und ich habe dauernd darauf gewartet, das Bran mal was nützliches macht. Daher kann ich mit dem Ende gut leben. Es ist nicht mein Wunsch- Ende. Aber es hat auch keiner gesagt, dass das Leben ein Wunschkonzert ist, und mir irgendwas zusteht. Mit etwas Abstand kann ich nun sagen, dass diese Serie, ganz grundsätzlich sehr viele Emotionen ausgelöst hat. (Stichwort: Die rote Hochzeit. Ramsay Bolten, Arya in Königsmund, meine Fresse.) Ich habe mitgefiebert und mitgelitten, es war ein Erlebnis! Und im Besonderen waren da ein paar Szenen und Dialoge drin, die viel Schönes hatten. Ich werde mir also, die ganze Serie noch mal anschauen. So, wie ich eben Serien konsumiere. Ich werde die gewaltigen Bilder und die Musik schätzen, und vielleicht ein paar Dinge entdecken, die mir in der Eile entgangen sind. Ich werde mich nicht mehr hetzen lassen. Insgesamt bin ich zufrieden mit dem Ende. Uff.

  • Lucifer Staffel 4 ⭐️⭐️

Mir ging diese Identitätskrise wahnsinnig auf die Nerven. 10 Folgen um zu klären wer bei wem er selbst sein darf/kann/soll und die Frage, ob man  sich für den Partner verbiegt oder besser nicht. Wär ich dem Alkoholkonsum zugeneigt, ich hätte jedes Mal einen Schnaps gekippt, wenn jemand sagte „Ich weiß nicht wer ich bin.“ Das war alles sehr seicht und platt und kaum zum aushalten. Ich habe die Serie nur noch aus Gewohnheit geguckt. 

  • Conan without Borders ⭐️

Ach herrje. Grenzwertiger Klamauk am Rande des Fremdschämens. Ich musste zwar lachen, aber herzlich war das nicht. Der Irrsinn ist zudem unnötig laut. 

Conan fragt die Leute irgendwas, fällt den Leuten dann ins Wort und hört nicht zu. Dann macht er dümmliche Witze und die Leute, die ihre Sache ernst und gut machen wollen, werden vorgeführt – beim Versuch ihre Würde zu behalten. Sie scheitern alle. Ich habe mich am Schluß sogar geärgert, weil es irgendwann nicht mehr witzig war. Beispielsweise ist er in einer Schulklasse und hat nichts blöderes zu tun, als die Kinder völlig aufzuwiegeln. Fast hysterisch. An einer anderen Stelle sind sie bei einer Weinprobe. Da ist eine Frau, die ganz ernsthaft ihren Job machen will, im Sinne von professionell. Und dann keifen sich zwei Erwachsene an, die Spaß-Ebene haben sie schon lange verlassen, und ziehen sie da in eine Scheiße rein, die sie nicht handhaben kann. Es hat ihr im Vorfeld sicher auch keiner gesagt, was auf sie zukommt. Dann hätte sie ja die Möglichkeit gehabt, die ganze Sache abzulehnen. Schade. Ich bin nicht in der Zielgruppe.

  • Turn up Charlie ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Sarah Wiener ⭐️⭐️⭐️⭐️

Krasser Gegensatz zu „Conan“. Ja, es ist mir klar, dass eine ist ein amerikanischer Comedian, das andere eine österreichische Köchin. Der Unterschied ist Menschlichkeit. Die Sendung von Sarah Wiener fällt für mich in die Kategorie „Sachen machen“. Sie geht los, und verlässt ihre Komfortzone. Sie macht ihre Gegenüber nicht lächerlich, sondern versucht mit ihrer Art in die fremde Welt einzutauchen. Einmal auf einem Fischer-Boot. Sie kocht, sie nimmt Fische aus, wird Teil der Crew, hält den Seegang aus, fragt die Leute, warum sie tun, was sie tun, und läßt Raum für die Antwort. So auch im Olympia-Vorbereitungs-Trainingskurs oder im Kloster. Das habe ich mir sehr gerne angesehen. Das war ein schöner Sonntag-Nachmittag. 

  • Real Detectives Staffel 1 und 2 (Keine Ahnung, warum ich mir sowas ansehe.)
  • Fleabag Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Klare Empfehlung. Ich mochte die erste Staffel schon sehr gern, und auch die Zweite hat mich nicht enttäuscht. Ich hatte kurz Sorge, wie es mit Fleabag weiter gehen soll, ob die neue Staffel nur ein Abklatsch ist… aber nein. Sie ist immer noch wütend, rennt durch London und versucht ihren Scheiß geregelt zu kriegen; chaotisch, exzentrisch, liebenswert – trotz allem. Ich mag diese schnodderige Erzählform, dieses shakespeareske. Fleabag schaut in die Kamera und kommentiert immer das Geschehen. Mich spricht sie sehr an. Mehr davon, bitte. Ich hab noch nicht genug. 

  • Dead to me – abgebrochen

Das fing eigentlich nett an. Doch das Ende der ersten Folge war so ätzend; das habe ich schon tausend mal gesehen. Ich ahne, was passiert. Und finde es blöd. Ich dachte trotzig „Och nö!“ und werde es dabei belassen. 

Getan 

Musik

Internetkram

Und, was hast du so geguckt/gelesen? Erzähl´s der Carolin.

Veröffentlicht in Caro und wie sie die Welt sieht, Erlebtes, get shorties Lesebühne, Kurzgeschichte, Leben und all das., Schreibbude, Schreibmaschine

Schreibbude im Mai

Wenn ich „Schreibbude“ sage, muss ich immer an die Peanuts denken. An Lucy, die in ihrer Bude sitzt und auf einem kleinen Schild steht „Doctor is IN“ und Charlie Brown kommt zu ihr, um ihr seinen Kummer zu schildern. Gut, er bekommt selten einen hilfreichen Tipp, aber irgendwas ist ja immer. Dieses Bild habe ich also immer vor Augen. „Writers are IN“.

Am Samstag war es wieder soweit. Unsere Schreibbuden-Saison ist offiziell eröffnet.

Ingo Klopfer guckt nach rechts. Was da wohl ist?

Ingo, Rainer und ich hauten in die Tasten. Irgendwie landen alle Drachen-Anfragen bei mir, aber das ist sehr okay. 😉 Wir haben noch gescherzt, ob es wohl zum regnen kommt oder nicht. Ingo meinte dauernd, dass es nur über Spaichingen, „da hinten, siehst du?“ schifft, aber hier in Stuttgart doch nicht. Als wäre Stuttgart regenbefreit. Ts.

Zwischendurch habe ich mir tatsächlich einen Sonnenbrand geholt, zum Schluss musste ich aber doch mit meiner Silver Reed nach drinnen flüchten. Was tragisch ist, weil unsere… nein, meine Aussichten waren sehr gut: Ein junger Mann vom Shuttle Service (früher sagte man „Rikscha“, heute eben „Fahrrad-Shuttle“) radelte immer sehr attraktiv und in Schritttempo an unserem Tisch vorbei… ich war dezent abgelenkt. Aber ich schwöre, ich habe alle Schreib-Aufträge fertig gekriegt.

Einer meiner Aufträge.

Das Prinzip der Schreibbude müssen wir immer wieder erklären, aber ich mache das auch gern: Die Kundschaft kann sich bei uns Texte wünschen. Je nach dem, wer da ist, eben Gedichte, Limericks, Briefe und Kurzgeschichten. Wir brauchen nur ein paar Stichwörter und eine halbe Stunde Zeit. Dann entsteht an der Schreibmaschine ein neuer Text, ohne Copy & Paste. Jeder Text ist ein Original, ein Unikat. Ohne Durchschlag, mit Tippfehlern, meiner Meinung nach die Schönheit des Umperfekten. Aber persönlich.

Skeptisch in die Sonne blinzeln

Ich schreibe auf einer Silver Reed Schreibmaschine mit lila Farbband. Ich sag’s nur.

Weiter geht’s am 15. Juni. (Achtung, vorher ist noch die Lapidarium Lesung!)

Grüßerei,

Carolin

Link-Liste:

Hashtag-Lexikon

#getshorties #Lesebuehne #Schreibbude #Shortietogo #CMHafen #ShortStory #Typewriter #Schreibmaschine

Veröffentlicht in Erlebtes, Fotografie, Freitagsfoto, Leben und all das., Lesungen, Veröffentlichung

Wortreich-Impressionen

Ich bin eine lahme Schnecke. Die Lesung ist auch schon wieder Wochen her und ich komme erst jetzt dazu, dir davon zu erzählen. Mea culpa. Der Stuttgarter Autorenstammtisch, das ist mal ein engagierter Haufen. Meine Güte. Ich kann das beurteilen. Ich war schon in verschiedenen Gruppen. Manchmal stimmt die Chemie, manchmal nicht. Und dann gibt es Zusammenschlüße wie diesen, aus dem dann kreative Projekte hervorgehen UND! die funktionieren. Auch das habe ich schon erlebt: Gemeinsam eine Anthologie basteln und dann die Lektorats-Anmerkungen im Text vergessen und für die Leser mitdrucken. Geilo! Nicht.

Jedenfalls.

Hier waren Profis am Werk. Aus einer Idee wurde ein Projekt, aus einem Autorenstammtisch eine Anthologie. Ich bin sehr froh, ein Teil davon sein zu dürfen. Ich halte mich nicht für einen einsamen Wolf im Elfenbeinturm. (Das Bild des verschrobenen Schriftstellers im Elfenbeinturm halte ich grundsätzlich für falsch und bescheuert, aber das ist eine andere Geschichte.) Meine Sozialkompetenz reicht oft nicht aus für Gruppen. Inzwischen weiß ich, dass ich im Asperger-Spektrum stecke, und alles über drei Personen überfordert mich. Daher bin ich darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, wie hier geschehen, die ein Projekt in die Hand nehmen und organisieren. Und ich meine nicht nur Inhalt, Lektorat, Satz und Veranstaltungen dazu, sondern eben auch den menschlichen Aspekt. Zusammenhalt, Zugehörigkeit, Wertschätzung. Ich bewege mich in der Gruppe und empfinde keinen Konkurrenzkampf, sondern ganz klar: Zusammen sind wir stark.

23 Autoren kommen hier zusammen. Das ist mal ne Hausnummer. Kurzgeschichten und Gedichte; das ganze Spektrum, was die Autor*Innen rund um Stuttgart zu bieten haben. Der Erlös des Buches kommt dem Verein trott-war zugute. Und das hier sind die Eindrücke der ersten Lesung und offiziellen Buchvorstellung im Hospitalhof in Stuttgart.

Die Herausgeber des Buches sind Marc Bensch und Joachim Speidel. Dorothea Böhme hat durch den Abend moderiert. Insgesamt 6 Autoren haben ihre Beiträge vorgelesen. (Oliver Kern, Rainer Bauck, Tanja Roth, Wolfgang Haenle, Jutta Weber-Bock und meinereiner.) Die Fotos machten Regine Bott und Wolfgang Haenle. Merci mit Knicks.

Link: (W)ortreich

Veröffentlicht in Carolin M. Hafen, Carolins Listen, get shorties Lesebühne, Leben und all das., Literatur, London, Roman, Veröffentlichung

Was bisher geschah

#ThrowbackThursday

Ich habe ein bisschen Schwierigkeiten in mein neues Projekt rein zu finden. Vermutlich geht es anderen Autor*Innen auch so und sie fragen sich „Wie hab ich das denn beim letzten Mal gemacht?“ Mein Gedächtnis läßt mich hier im Stich. Ich weiß, dass ich diesen Salto schon ein paar Mal geschafft habe und bin auch sehr zuversichtlich für die Zukunft. Aber jetzt gerade, da sind die Umstände gegen mich. Und wenn das passiert (das tut es regelmäßig), dann muss ich zurück zum Anfang. Da taucht dann die Frage auf „Warum mach ich das eigentlich?“ und führt zu „Was will ich eigentlich erzählen?“ und Nina, meine aktuelle Protagonistin, sitzt rauchend in einem Café, guckt zum Fenster raus und mault mich an. „Mach dir mal nicht ins Hemd. Das fügt sich schon.“ Sie ist sehr pragmatisch. Jammern hilt ja keinem.

Geduld ist nicht meine Stärke. Die Puzzleteile sind rar und ergeben noch kein ganzes Bild. Ich überlege mit Freunden eine Ferienwohnung zu mieten und in Schreibklausur zu gehen. Vier oder fünf Leute, jeder in einem Eck mit seinem Laptop. Was da wohl bei heraus kommen würde?

Ich habe Dorothea mein Leid geklagt. „Ich habe so viel zu tun, ich weiß nicht wo ich anfangen soll, am Schluß mache ich gar nichts.“

Sie meinte, ich soll eine Liste machen. „Dann ist zwar auch noch nichts geschafft, aber zumindest hast du einen Überblick.“ Es ist ja kein Geheimnis, Listen finde ich super. Und nun habe ich zwei. Was bisher geschah vs. Was noch kommt.

Stay tuned. Ich tu es auch. 🙂

~ Caro

Link-Liste: