Mein London-Trip 2010

Meine Flugangst hielt sich in Grenzen. Mein Bruder fuhr mich in der Früh nach Friedrichshafen zum Flughafen, es hatte Schnee ohne Ende. Mein Flug verzögerte sich um eine Stunde, das Flugzeug musste enteist werden, die Flugbahn wurde von 7 (!) Räumfahrzeugen von Schnee und Eis befreit, dann ging es endlich los. Mir war alles egal. Ich wollte nur nach London.

In London traf ich dann Simone. Wir kannten uns bisher ja nur per Brief und Email. Simone war supernett und wir hatten die drei Tage eine gute Zeit. Na ja, wenn ich ehrlich bin, haben wir hauptsächlich gequietscht – wegen Damian. Wenn man jemanden hat, der solchen Blödsinn mitmacht, ist es lustiger.

Leider funktionierte mein Handy wieder nicht. Ich werde meinen Anbieter zur Sau machen. Die sagten, sie hätten diese Auslandsfunktion frei geschalten. Haben sie nicht. L Ist auch egal. Ich hab Simone auf dem Flughafen gefunden, mit einem Münztelefon zuhause Bescheid gesagt, dass ich angekommen bin und noch lebe, und mehr braucht´s doch nicht!?

Unser Hotel war super. Großes Zimmer, sauber, gute U-Bahn Anbindung (wenn die Bahn den fuhr) und für London echt günstig. Wir sind am Samstag zu Fuß los, und haben uns das Zentrum um Big Ben angesehen, abends waren wir dann im Musical „La Cage Aux Folles“. Im Deutschen heißt das „Ein Käfig voller Narren“. Das Musical war spitze, tolle Story, tolle Musik, tolle Darsteller.  Ich hab noch nie erlebt, dass das Publikum so mitgeht. Die klatschten, sangen mit, begrüßten einzelne Darsteller mit Standig Ovations, noch bevor sie einen Ton gesagt oder gesungen haben. Und dann setzten die Leute ein, mit Singen, unisono mit den Darstellern. Ich guckte mich verwirrt um: Habt ihr alle den Text vorher auswendig gelernt? Von Hausaufgaben wusste ich nichts. Oder: Ihr wart schon mal da, gebt es zu!

Ein wirklich gelungener Abend. Leider ohne John Barrowman. Ich hab nicht kapiert, dass er die Hauptrolle nur bis Ende November spielt. Danach spielte das ein anderer. Schade, aber wie gesagt, das Musical war so schön, dass ich das gut verschmerzt habe. J Sonntagabend sah ich ihn dann im Fernsehen, Dr. Who – BBC 3, und grinste mir eins.

Der Sonntag war sehr anstrengend. Wir waren wieder viel zu Fuß unterwegs, ich hab zwei Blasen mitgebracht. Wir haben uns London von oben angeschaut, aus dem London Eye heraus. Das war wirklich toll, ich hab viele Fotos gemacht und konnte gar nicht fassen, was für ein gutes Wetter wir haben. Ja, saukalt, aber fast wolkenlos.

Sonntagabend waren wir dann so erschlagen von unserer Zu-Fuß-durch-London-Tour, dass wir ins Bett fielen und das britische Fernsehen glotzten. Das war auch schön. Montag war dann der große Damian Tag. Ich wollte die Schauspielschule sehen, die er besucht hat. Also waren wir bei der Guildhall School of Music and Drama.

Guildhall School of Music and Drama

Guildhall School of Music and Drama

Dann waren wir noch im National Theatre Archiv – dort haben sie Videoaufnahmen von diversen Theaterproduktionen. Damian spielte 2006 in „Pillars of the Community“  mit, also haben wir uns das Video davon angesehen. Man kann die Filme nicht ausleihen oder kaufen, nur dort gucken. Ja und abends waren wir dann im Theater und haben Damian bewundert. Von Reihe 11 aus. Ich hab zwei Stunden mit ihm in einem Raum verbracht, dieselbe Luft geatmet und mein Glück kaum fassen können. So nah und in echt ist er noch toller. Das Theaterstück, „Der Menschenfeind“, war klasse. Ich hab es vorher auf Deutsch gelesen, so wusste ich schon, worum es geht und hab dadurch den Zusammenhang verstanden, auch wenn ich nicht jedes Wort verstanden habe. Ich mag den Singsang der englischen Sprache, dieses Auf und Ab. Da klingt das Deutsche für mich viel härter. Monotoner.  Ich war auch beeindruckt, was die Darsteller da leisten, zwei Stunden ohne Mikro und trotzdem gut verständlich. Damians Stimme klingt ganz anders, wenn er sarkastisch, ironisch oder richtig böse redet. Geflucht haben sie natürlich auch wie die großen. 🙂 Keira Knightly war auch ganz toll. Gut, entsetzlich dünn und flach wie ein Brett, aber irgendwas ist ja immer. Ich hab mir ein Programm gekauft und ein Poster. Das Poster hängt inzwischen in meinem Schlafzimmer. Eh klar, oder?

DSCF1554

Nach dem Stück sind wir raus, zur Stage Door. Die Bodyguards waren total nett und haben uns vorgewarnt, wenn einer der Schauspieler raus kam. Bei Keira waren wesentlich mehr Leute da, ich stand ganz hinten, sah sie nicht und konnte so auch kein Foto machen oder ein Autogramm bekommen. Bodyguards und die Privatlimo brachten sie so schnell weg, ich konnte es gar nicht fassen. Mit ihr waren aber auch ein Großteil der Leute plötzlich weg. Wir unterhielten uns mit einem der Bodyguards und einer Frau aus Hamburg, die auch wegen Damian da war. Er kam dann, ich kämpfte mit der Kamera, meinem Stift (ich ließ ihn fallen), meinem Programm, und Himmel! atmen musste ich ja auch noch. Er hatte dann einen eigenen Stift und ich bekam mein Autogramm.

Simone machte dann ein Bild von der Hamburgerin und Damian. Er wollte schon weiter. Simone und ich, unisono, flehentlich: Damian!

Und er: „One more?“

„Yes, one more, please.“

Und so kamen wir zu unserem Foto. Und er? Ging geradewegs in den nächsten Pub. 🙂

Montag bin ich dann um vier aufgestanden um nach Hause zu fliegen. Na ja, viel geschlafen hab ich nicht. War zu aufgeregt. Ich glaub, Simone ging es ähnlich.

Natürlich sind die Oberleitungen eingefroren, unser Zug stand 25 Minuten irgendwo in der Pampa, weil er keinen Strom mehr bekam und ich hätte beinah meinen Flug verpasst. Ich rannte vom Terminal zur Gepäckaufgabe, zur Sicherheitskontrolle, zum Gate. Alles in zehn Minuten.

Und nun bin ich wieder da.

 

Damian Lewis

Damian Lewis

 

 

 

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