James Dean im Herbst

James Dean im Herbst

So wie ich den Herbst am Liebsten mag, wenn ich eine Zeit im Jahr wählen müsste, so mag ich den frühen Abend. Ich empfinde ihn nicht als Trauer oder Melancholie. Auch wenn es das wohl ist, ein Suhlen im Abschied.

Das Vergehen von Zeit beschäftigt mich immer, sie rauscht an mir vorbei, und ich möchte so viel Leben hinein pressen wie möglich. Doch es gelingt mir nicht. Immer wieder bremst mich die Müdigkeit aus. Am Ende der Kraft ist noch so viel Tag übrig. Ich möchte handeln, und sehen und fühlen und ruhe doch nur aus. Und dann? Dann genieße ich den Blick. Irgendwo habe ich mal die Frage gelesen, warum soll ein Sonnenuntergang nicht so schön sein, wie der Sonnenaufgang? Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich nicht an meinen Sonnenaufgang erinnern.

Ich lebe also, aber ständig mit dem Schwert im Nacken nicht genug Zeit zu haben. Wer weiß das denn? Vielleicht werde ich 80 Jahre alt, vielleicht genieße ich dann meinen Herbst, meine liebste Zeit im Handeln. Und auch, wenn das Jetzt nicht meine liebste Jahreszeit, wenn es nicht meine liebste Tageszeit, nicht meine liebste Lebenszeit ist, möchte ich doch das Beste daraus machen. Ich will kein James Dean werden.

Advertisements

2 Kommentare

  1. Super Caro – alles super , das hat mir jetzt außerordentlich gut gefallen , es ist immer außerordentlich wenn man es schafft seine Gedanken in Worten auszudrücken , unzusammenhängend schwirrt ja das Eine oder Andere bei jedem in seinem Kopf herum , aber das dann einzufangen und in einem Satz auszusprechen ist sehr schwer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s