Henri

Henri zieht durch die erleuchteten Straßen, auf der Suche nach… er weiß es selbst nicht, kaputt vor Sehnsucht, nur weg. Weit weg, von wo er kommt. Eintauchen in einen neuen Puls. Nicht den eigenen. Um zu vergessen, um den eigenen Herzschlag zu übertönen. Verdammtes Herz, sei still.

Vor ein paar Jahren fragte ihn mal jemand, was er täte, wenn er nachts nicht schlafen könne. Er sah denjenigen verständnislos an. Nicht schlafen? Das kannte er gar nicht. Er lächelte, arrogant, wie Leute das tun, wenn sie die Probleme anderer nicht verstehen, und es als dumme Schwäche abtun. Heute würde Henri gern fragen: Was tust du, wenn du nicht schlafen kannst?

Manche Nächte sind so einsam, er möchte sich eine Waffe besorgen und sich in den Fuß schießen. Nein, nicht in den Kopf. Er hat so lange gewartet, dass etwas passiert, oder jemand kommt, mit dem er teilen kann, was er zu geben hat. Da beende ich meine Mühen doch nicht so einfach, denkt er. Ich will mir nur in den Fuß schießen. Damit ausnahmsweise mal etwas anderes weh tut, als mein Herz.

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