Aus der Wortwerkstatt #2

Zum Schreiben braucht man Handwerkszeug. Früher war das eine Schreibmaschine, heute ist es ein anständiger PC. Ich schreibe im kreativen Prozess am liebsten von Hand: Papier und Bleistift; mehr brauche ich nicht. Nur verschicken, anbieten, gegenlesen lassen und überarbeiten kann ich meine Texte so nicht. Allein deshalb, weil niemand meine Handschrift entziffern kann, ich hätte Ärztin werden sollen. 🙂

Diverse Online-Dienste wie Dropbox o.ä. haben wohl alle meine wichtigen Daten, vermutlich auch einen Großteil meiner Texte, ohne Probleme. Aber wenn ich einen neuen Rechner kaufe, (um auf dem neuesten Stand zu sein, um effektiv arbeiten zu können – inklusive Backup) und dann meine Daten von A nach B kopieren will, herrscht in meinem Haushalt zwei Tage Ausnahmezustand, weil eine Fehlermeldung die nächste ablöst. Ich habe Angst. Angst um meine Texte und Entwürfe und komplette Fassungen. Ich vergleiche das mal mit Existenzangst, weil der Verlust eines gut gelungenen Textes dem Verlust meines linken Arms gleich kommt. Dank meines Bruders und einem wohlgesonnenen Computer-Gottes ist nun alles da wo es hin gehört, gesichert und gespeichert.

Nun ergab sich ein neues Problem. Meine Konzentration. Bis hier hin dachte ich, mein größtes Problem beim Schreiben sei die Gefahr fett zu werden, weil ich jahrelang glaubte, Cola und eine Packung Kinder-Riegel zu brauchen um eine anständige Kurzgeschichte schreiben zu können. Überraschung, Mineralwasser und Karotten-Stäbchen mit Dip tun es auch. 🙂

Es gibt tatsächlich noch etwas, das ich mehr liebe als meine Cola mit Kinder-Riegeln. Mein Handy. Die letzten Wochen habe ich intensiv an meinem Roman gearbeitet, nachts die besten Einfälle gehabt, und mir die Hand wund geschrieben. Das Handgelenk tut weh, die Fingerkuppen haben diese typischen Schwielen, besonders der Mittelfinger sieht übel aus. Das letzte Mal sahen meine Hände als Schülerin so aus. Tintenkleckse und Hornhaut. Damals, als man noch auf Papier schrieb, und kein iPad hatte. Wir hatten ja nichts, damals. Tamagotchis, vielleicht. Das zählt aber nicht. Jedenfalls.

Dauernd gucke ich auf mein mobiles Endgerät. Nicht, dass ich so gefragt wäre. Aber dennoch, ich könnte ja was verpassen. What´s App und Facebook, Spiele und das Wetter, ist meine to Do Liste noch so lang wie vor einer Viertelstunde? Ja. Leider. Inzwischen ist das Handy mein größter Feind, gleich nach mir selbst, weil es mich dauernd ablenkt, mich boykottiert, ach schnell noch was recherchieren, oh, hier noch ein interessanter Artikel. And so on. 

Das geht nun soweit, dass ich den Flugmodus aktiviere um Ruhe zu haben, oder das Ding besonders weit weg lege. Meine Nachbarin ist so freundlich, es bei sich in den Badschrank zu legen, wenn ich am Samstag Nachmittag versuche, meine nächtlichen Entwürfe zu überarbeiten. Mein idealer Schreibzustand ist der; Nachts 12 Seiten zu kritzeln, tagsüber alles ins Reine, heißt leserlich abzutippen und auf 6 Seiten hin zu überarbeiten, so dass am Ende, ganz am Ende ein zufrieden stellendes Tagwerk dabei heraus kommt. Das schaffe ich selten. Wie gesagt, das Ideal ist etwas, dass man anstrebt, nä?

In diesem Sinne.

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2 Kommentare

  1. Keine Drogen ? Nikotin, Alkohol oder schlimmeres zur Bewusstseinserweiterung ? Pah 🙂
    In einem Punkt denke ich ähnlich was diese Smartphone Abhängigkeit anbelangt, ich habe keines und habe nicht vor je eines zu kaufen , das würde den jetzigen Zustand nur steigern und ich verzweifel eh schon an diesem, immer zu denken ich verpasse irgend etwas. Ich weiss nicht ob es eine Zustandsbeschreibung dafür gibt ist auch egal. Smartphones sind Zeitdiebe, ich hatte früher schon mal eine Armbanduhr und hatte dann immer diesen manischen Wunsch alle 5 Minuten drauf zu starren, als ob ich die Zeit damit beherrschen könnte. Ein Smartphone ist auch ein Zeitdieb im Quadrat , man hat dann den manischen Gedanken , daß man im Leben etwas verpassen könnte , da man ja bereits jede Sekunde ein Stück seines Lebens verliert , kann mir ein Smartphone folglich nicht eine Sekunde schenken.

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