That´s what I am

I’m a writer. That’s what I am.

So einfach ist das. Ich habe den Film auf Englisch und auf Deutsch gesehen, die Übersetzung finde ich nicht sehr gelungen. Der Satz „That’s what I am“ fällt insgesamt vier mal und heißt nicht „Das möchte ich sein.“ Ich hätte es mit „Das bin ich“ übersetzt. Aber das nur am Rande.

Andy wird von seinem Lehrer zu einer Partner-Arbeit mit Big G verdonnert. Das G steht für Ginger und ist sehr abfällig gemeint. Stanley hat sehr rote Haare, ist größer als seine Mitschüler und obendrein klug. Die anderen sehen das als Einladung ihn zu hänseln und zu mobben. Nun ist es aber so, dass Stanley auch sehr stark ist. Er könnte sich wehren. Tut es aber nicht.

Andy soll also in die Streber-Ecke des Schulhofes und mit Big G eine Hausarbeit schreiben. Natürlich freunden sie sich an, und stellen fest, der jeweils andere ist gar nicht so, wie angenommen.

Es gibt diese wunderbare Szene: Andy ist bei seiner Mutter in der Küche und erzählt ihr, wer Stanley geärgert hat und wie. Und er fragt seine Mutter: Wieso lässt Gott dazu zu? Andy meinte nicht die Hänseleien, sondern das Aussehen von Big G. Würde er nicht so aussehen wie er eben aussieht, wäre alles einfacher. Das Motiv, dass Dinge einfacher sein könnten, erfahren noch andere im Film. Nicht zuletzt der Lehrer Mr. Simon. Aber darauf komme ich noch.

Andys Mutter antwortet ganz schlicht:  „Was ist, wenn Gott nichts an ihm falsch findet?“

So einfach ist das.

 

[Meine Oma war sehr religiös. Ich war es nie. Selbst als Kind nicht. Ich habe das ganze Konzept nicht eingesehen: Warum soll ich um etwas bitten, wenn ich dafür etwas tun kann? Sie hat das verstanden. Und mich so sein lassen. Wir hatten dann den unausgesprochenen Deal, dass sie betet und ich tue, was ich meine tun zu müssen. Das hat immer gut funktioniert. Ich bin nie durch eine Prüfung gerasselt. Gleichzeitig hatte ich immer dein Eindruck, irgendetwas, irgendjemand schützt mich.

Oma hatte ihre Religion und damit einhergehend eine Dankbarkeit, um die ich sie beneidet habe. Egal wie krank sie war, egal wie beschissen ihr Leben verlaufen ist, und das ist es, brachte sie es doch immer noch fertig dankbar zu sein für all das, was sie hatte. Das schloss mich mit ein. Sie war dankbar für mich. Mir gab das eine Freiheit, die ich noch bei kaum einem anderen Menschen empfunden habe. Ich selber sage – trotz ihrer Erziehung – viel zu selten: Schön, dass du da bist.]

Aber zurück zum Film. Es gibt diesen kleinen Abstecher in die Religion, ganz kurz und ich kann damit gut; dieser Anklang, ohne belehrt zu werden.

Mr. Simon, Andys Lehrer ist einem Gerücht ausgesetzt, einer miesen Lüge. Es spielt keine Rolle, ob das Gerücht wahr ist oder nicht. Er könnte es sich leicht machen, tut es aber nicht. Er ist Lehrer. Das ist er. Und er hat die Formel für Weltfrieden gefunden. Mit vier Wörtern.

Menschliche Würde + Mitgefühl = Frieden.

So einfach ist das.

 

 

 

Eckdaten:

  • Kategorie: Schriftstellerfilm
  • Link Imdb
  • Ed Harris
  • Chase Ellison
  • 2011
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