Blut an der Wand

Blut an der WandHarald ist anders. In vielerlei Hinsicht. Ich lese kaum Thriller, und die wenigen, die ich kenne, drehen sich – klassisch – um Opfer, Täter, und Ermittler.

Wer hat was warum gemacht und kriegt der Ermittler am Schluss den Bösewicht?

Die Geschichte „Blut an der Wand“ kommt völlig ohne Ermittler aus und befasst sich mit der Frage: Wie entsteht das Böse? Was ist Böse? Als Leserin folge ich Harald in zwei Erzählebenen. Das was früher geschah und das was jetzt, heute geschieht. Ich sage es gleich vorweg: Ich mag Harald nicht.

Ich verstehe, was passiert ist und welchen Einfluss diese Vergangenheit auf ihn hat. Mit Spannung und Mitgefühl bin ich ihm in alle dunklen Winkel seines Lebens gefolgt. Und dennoch, würde mir einer wie er an einer Bushaltestelle begegnen, ich würde ihm nicht den Rücken zukehren.

Edith Senkel ist hier ein Kunststück gelungen; Mein Mitgefühl zu wecken für eine Figur, die von aussen betrachtet kein Mitgefühl verdient. Aber ich kann ja in ihn hinein schauen, ich kann die Gründe sehen, die Ursachen, die Wirklung. Ich, als Zuschauer, ermittle: Kriegt er sein Opfer?

„Blut an der Wand“ ist ein spannender, tiefgründiger Thriller. Anders, als die, die ich kenne, authentischer als mir lieb ist. Krass.

✰✰ ✰ ✰ ✰

 

Eckdaten:

  • Edith M. Senkel
  • Blut an der Wand – Psychothriller [Amazon-Link]
  • Als eBook und Taschenbuch erhältlich
  • ISBN-13: 978-1530746163
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