Die Wörtchenbude in Heilbronn

Zuallererst gilt es wohl zu klären, was eine Wörtchenbude ist.

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Ingo und Jörg im Einsatz

„Bude“ ist hier nicht wörtlich zu nehmen, wir sitzen an gewöhnlichen Tischen mit sehr analogen, alten Schreibmaschinen. Und die Idee dazu hatte, wenn ich mich recht erinnere, Nicolai Köppel. Der organisiert fleißig Literaturereignisse in Baden-Württemberg, so ganz grob. Ich überschaue gar nicht, was er alles macht. Ich nehme ihn als eierlegende Wollmilchsau wahr, und fahre halt da hin, wohin er die Kollegen und mich einlädt. Diesen Samstag waren es die 22. Baden-Württembergische Kinder und Jugendliteraturtage Heilbronn. Kurz #kjlt2016

[Wir haben diese Aktion auch schon in Ludwigsburg veranstaltet und wollen es bald in Stuttgart wiederholen.] Jedenfalls. Wir sitzen also da, mit unseren Schreibmaschinen und erledigen Auftragsarbeiten. Kinder und Erwachsene konnten bei uns fünf verschiedene Textarten bestellen. Von der Mini-Geschichte (50 Wörter), Liebesgedichte, Märchen, und Limericks war so ziemlich alles dabei. Ein paar Anhaltspunkte brauchen wir schon:

„Von wem für wen soll der Text sein, und möchten Sie anschließend noch verheiratet sein? Aha, die Holde wird geschätzt, eine Lobeshymne also.“

So in etwa, klangen unsere Fragen und die Antworten waren nicht weniger komisch. Wer eine Mini-Geschichte wollte, konnte uns drei Begriffe nennen, die im Text vorkommen sollten. Und wir hauten dann in die Tasten. Ein Text brauchte ca. eine halbe Stunde Zeit um zum reifen und niedergetippt zu werden, dannach konnte er abgeholt werden.

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Mein Arbeitsplatz.

Wir hatten so viel zu tun, dass wir Überstunden machen mussten. Das Angebot wurde sehr gut angenommen, wir waren selbst überrascht, dass wir zum Schluss sogar noch Leute weg schicken mussten, weil wir einfach keine Wörter mehr übrig hatten.

Ingo und ich schrieben zum Schluss gemeinsam an einer Minigeschichte, die eine Frau zu ihrem 30sten Geburtstag erhalten sollte. Beim Wort Purzelbaum gerieten wir dann ein bisschen in Streit, wo denn nun das R hingehören würde. Wenn zwei Legastheniker sich mit so einem schweren Wort abmühen, muss man als Kunde nachsichtig sein und darüber hinweg sehen, dass ein T völlig überflüssig ist. Eigentlich.
Wir hatten viel Spaß, die Kundschaft auch, es wurde viel gelacht.

Ich verwende das Wort „herzig“ nun bewusst. Weil es wirklich herzig ist, wenn sich so kleine Knöpfe an den Tisch trauen, kaum über die Tischkante gucken können und ein Märchen bestellen. Mit Playmobilfiguren!
Jaja.

Immer wieder kamen Eltern mit ihren Kindern an den Tisch und erklärten dem Nachwuchs was eine Schreibmaschine ist. Wer wollte, durfte sich hinsetzten und selber schreiben probieren. Später beobachtete ich ein Mädchen, wie es ihrem Vater ihre neu erworbene und extra für sie angefertigte Geschichte (ein echtes Unikat!) zwischen Supermarkt und Bücherflohmarkt vorlas. Das nenne ich gelebte Literatur.

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Schreibversuche. 

Wir wurden in Heilbronn auch noch nach unseren Lieblingskinderbüchern gefragt. Ingo erzählte, was er seinem Sohn für Bücher vorliest. Ich erzählte vom schrecklichen Mr. Gum. Das kann man sich hier ansehen. Link.

Mr. Gum ist natürlich nicht von Harry Rowohlt erschienen, sondern der hat das Hörbuch gelesen. Der gute Harrybär konnte das nämlich sensationell. Lesen und brummen. Jedenfalls.

Was ist dein Lieblingskinderbuch, hm?

 

Schön war´s in Heilbronn. Ich komme gerne wieder.

~Caro

 

PS: Hier gibt es noch einen Bericht über unsere Wörtchenbude.

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