Nachlese; Heilbronn

Letzten Freitag waren wir „Shorties“ in Heilbronn, im Botanischen Obstgarten zu Gast. Meine Kollegen waren, in früheren Jahren, regelmässig hier, aber für mich war es das erste Mal. Das Wetter machte glücklicherweise auch mit, im Vorfeld hatte ich große Sorge, dass uns ein Sommergewitter die Lesung verdirbt. Apropos Glück. Ingo ging gemächlich spazieren, zupfte hier einen Klee und dort noch einen. Am Schluss legte er seinen Fund in unsere Kasse. Die ersten Bücher wechselten den Besitzer und ich dachte noch: Wer legt den da Grünzeug in unsere Kasse? Bei genauerem Hinsehen bemerkte ich dann: Oh, vier Blätter? Ich erkundigte mich; wer hat den da so viel Glück?

Ingo grinste und meinte lapidar: „Das da hat sogar fünf Blätter! Ich hab ein Auge dafür – soll ich dir noch mehr sammeln?“ Ich staunte, weil fünfblättrigen Klee habe ich noch nie gesehen und lehnte dankend ab, ich befürchte immer, Glück hebt sich auf, wenn man zu viel davon hat. Jedenfalls, ich habe alle drei Funde mit Heim genommen. Ich presse die Kleeblätter derzeit. Vielleicht kann ich die später laminieren und ein hübsches Lesezeichen daraus basteln.

Jedenfalls. Die Lesung war gut besucht, der botanische Garten ist ein wirklich schöner Flecken in Heilbronn – ich kenne mich da nicht aus. Wenn es da noch mehr schöne Dinge zu sehen gibt, dann möge man mir das bitte mitteilen. Danke.

Open Air Lesungen sind für mich immer was besonderes. Drinnen, das kann ja jeder. Ich bin, um Fotos zum machen, um die ganze Besucherschar herum gegangen und stand am Schluss unter einer Linde. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Linde war.) Um mich und über mir summte es wie verrückt, ich mag das Geräusch ganz grundsätzlich. Das sage ich, obwohl ich immer ausflippe, wenn mir eine Fliege/Schnacke/Bremse direkt am Ohr vorbei surrt. Aber das ist ja auch was anderes. Als ich ein Kind war, wuchs an unserer Hauswand eine Kletterpflanze empor. Ich weiß nicht mehr, was das für eine Sorte war. Im Sommer war die ganze Hauswand grün, im Herbst dunkelgelb bis tief rot. Wenn ich im Sommer Abends im Bett lag und das Fenster gekippt war, da hörte ich dieses wohlige Gesumm, und stellte mir vor, unser Haus wäre ein lebender Organismus, etwas, das weg fliegen könnte, wenn es denn wollte. Noch heute verbinde ich dieses Geräusch mit Geborgenheit und Zuhause.

Ich stand also unter der Linde, sah nach oben und lausche dem Gesumm um mich herum, während meine Kollegen im dämmernden Abendlicht ihre Geschichten lasen. Da können andere Lesungsorte einfach nicht mithalten.

Diese Woche stehen noch zwei Open Air Lesungen an. Rutesheim und Stuttgart. Das wird super.

~Caro

 

Hier ein paar Eindrücke aus Heilbronn.

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