Jack

Filmklappe

 

Ich hatte Urlaub (das heißt jetzt nicht mehr 😦 ) und habe mir jede Menge Zeug reingezogen. Serien, Filme, Süßkram. Eigentlich wollte ich wieder eine Liste machen im Sinne von „Gesehen im August“, aber in meiner #Watchlist war wirklicher großer Mist dabei und ich erzähle lieber begeistert über Dinge als zu schimpfen. Eigentlich.

(Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich die Liste mache oder nicht.)

Ein Beispiel gefällig? Ein Mann und seine Maus – Die Walt Disney Story

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, mir war wirklich sehr, sehr langweilig. Das Schönste am ganzen Film ist noch Olan Rogers, der Rest ist süß. Wirklich süß. Nimm einen Liter Cola. Süß, nä? Dann löffelst du da noch 17 Esslöffel Zucker rein, und krönst das mit einer Tube Honig. Es-tut-weh-süß. Zuckerkoma-süß. Tut dir schon das Gesicht weh, ziehst du alle Muskeln zusammen und möchtest dich fortan nur noch zuckerfrei, vegan und gesund ernähren? Gut, reden wir über den Film. Aber nur kurz. Walt Disney war ein niedliches, altkluges Bürschchen, und hat in seiner Kindheit wohl drei kluge Gespräche geführt, im Sinne von:

  • Du bist ein Künstler, Walt.
  • Nimm Geld, für deine Kunst.
  • Gib nie auf.

Das ist der Film. Ach so, es soll natürlich rüber kommen, dass er ein total fleißiger, guter Typ war. Falls das jetzt zwischen den Zeilen nicht rüber kam – er ist ein total guter Typ. Das mag auch alles stimmen. In dieser Form, als Film, ist es unerträglich süß. Fast wie ein Disney Film. Wie viele Menschen hat er geprägt? Wie vielen hat er das Weltbild Mann-Frau-und-wie-die-Liebe-funktioniert aufgedrückt? Das ist ne andere Geschichte. Ich habe im Alter von sechs Jahren „Arielle, die Meerjungfrau“ gesehen, und glaube, dass dieser scheiß Film für mein Bild der sprachlosen Liebe verantwortlich ist – ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Ich frage mich nur hin und wieder, ob sich Filmemacher auch nur eine Sekunde lang Gedanken machen, wie ihre Filme auf kleine Kinder wirken. Ich sag nur Ursula. Die hat mich auch fürs Leben geprägt, meine Sicht auf das Böse in der Welt. Aber das ist eine andere Geschichte. Vielleicht schreibe ich diesen Gedanken mal hier hin, aber nicht heute.

Ich will dir von einer Perle erzählen, einem Film den ich guten Gewissens, und herzlich empfehlen kann: Jack, 2014

Jack ist zehn Jahre alt und kümmert sich um seinen kleinen Bruder, weil seine Mutter es nicht macht. Die Mutter ist jung – jung zu sein ist für mich eigentlich kein Kriterium. Ja, junge Menschen können Kinder kriegen UND das gut hinbekommen. Jacks Mutter ist jung, mit sich und dem Leben überfordert und kriegt nichts gebacken. Eines Tages verschwindet sie dann ganz von der Bildfläche und Jack (Ivo Pietzcker) muss nun alleine, ohne Geld, ohne in die elterliche Wohnung zu können, klar kommen. (Ich mag keine passiven Charaktere, vielleicht spricht der Film mich deshalb so an.)

Jack hetzt zwei Stunden lang, verschwitzt durch Berlin (?) und übernimmt Verantwortung, zu der seine Mutter nicht in der Lage ist. Das ist intensiv, ehrlich und wirklich großes Kino.

 

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