#tbt – Warum ich kein Dschungelcamp gucke

Wenn ich Menschen, die ich nicht leiden kann, streiten sehen will, denn geh ich nach Hause. Da hat es Eltern, Geschwister, Onkel, Tanten, und Cousinen. Jeder verheiratet, geschieden und kompliziert. Ich werfe das Wort „Flüchtling“ in den Raum oder sage ganz provokativ „Die Politik der pädophil-populistischen Grünen…“ und alle haben sich in den Haaren mit Beißen und Kratzen und Hauen. Ich kann mich dann zurück lehnen und die Show genießen.

Kinder sind ja auch jede Menge da. Klebrig, eklig, laut. Gestern gab es Möhren-Kürbis-Brei. Woher ich das weiß? Der klebt im Gesicht, an Händen, Kleidung. Im Haar, an Türklinken und Tapeten, an Glastüren und Treppenstufen. Unten, versteht sich. Damit man die Ameisenstraße nicht sofort entdeckt, sondern erst, wenn sich die Kolonie im Gewölbekeller häuslich eingerichtet hat. Dschungelcamp hab´ ich zuhause.

Da schickste die Kinder raus in den Garten, damit sie vor dem Fernseher nicht verblöden und/oder verfetten, und die gehen los, im Wettbewerb rauszufinden, wer Regenwürmer, Spinnen und Kellerasseln essen kann, ohne zu kotzen. Die Goofen haben alle fünf keinen Stern bekommen.

Als ich ein Kind war, haben meine Brüder mich gezwungen einen Frosch zu essen. Mein Name, Carolin, stammt aus dem Französischen, da kann ich auch deren exquisite Küche mal probieren. Franzosen fressen Frösche – Kinderlogik, ist doch klar. Na gut, es war kein Frosch. Jedenfalls noch kein fertiger. Es war eine Kaulquappe, aber das zählt trotzdem.

Hab ich daheim was gesagt? Na-hein! Beim Abendessen hab ich sogar noch Nachschlag verlangt. Was hat sich Mutti über meinen gesunden Appetit gefreut. Die Buben haben sich in die Hose gemacht vor lachen.

Jeder, mit einer vernünftigen Kindheit, hat das Dschungelcamp entwicklungsmäßig hinter sich gelassen und ist erwachsen geworden. Warum auch Frösche fressen, wenn es Crepe suzette gibt?

Ein Camp in dem es kulinarische Leckereien aus aller Welt gibt, die schöne Menschen von schönen Körpern futtern, während irgendwo ein Mann mit Bärenstimme was Erotisches vorliest, DAS würde ich mir anschauen. Stellen wir uns mal kurz vor, die Zwusel aus Shades of Gray hätte sich von ihrem Ollen nicht verhauen lassen, sondern es geschafft ihn zu ändern. Sie wissen schon, „Bubi, ich weiß deine Mama war gemein zu dir. Komm drüber weg. Und jetzt schubbern wir uns aneinander wund.“ Davon träumen Fra…, nein. Wohl bloß ich.

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