Autorenwahnsinn – Tag 9

Tag 09: Welchen Autor bewunderst du? Wer inspiriert dich?

John Irving Bücher

 

Wer hier regelmäßig mitliest, und selbst wer nur sporadisch vorbei klickt, kennt die Antwort: John Irving. Er hat mich zu einer begeisterten Leserin gemacht und danach zu einer Autorin. Ich möchte nicht schon wieder die John-Irving-Hymne herunter leiern. Ich weiß, was er für mich getan hat.

Inspiration ist so ein kleines, unscheinbares Wort. Dabei ist inspiriert-sein eine sehr große Sache. Ich würde nun einen Unterschied machen, zwischen jemanden bewundern, und von jemandem inspiriert sein. Ich bewundere Herta Müller, „Atemschaukel“ ist eins der besten Bücher, dass ich je gelesen habe. Ich traue mich aber nicht an ein so schwieriges Thema, mir fehlt auch das Gespür eine Geschichte so intensiv und sprachlich umzusetzen.

Irgendjemand hat mal zu mir gesagt, deutsche Autoren wären so schwer. Ich habe den Mann fassungslos angestarrt, „Atemschaukel“ lag zu dem Zeitpunkt auf meinem Wohnzimmertisch und wartete darauf, dass ich mir die Nacht um die Ohren schlage, um es fertig zu lesen. Ich fand nichts daran schwer, das Thema – ja. Aber sprachlich? Ich flog nur so über die Seiten, habe körperlich gelitten, kaum ein Buch hat je so viel Emotion in mir ausgelöst. Ich habe ihm widersprochen, doch wir fanden keinen Konsens, er meinte etwas anderes als ich. Und umgekehrt.

Später las ich den Roman „ego shooter“ von Martin von Arndt. 140 Seiten über einen Typen, der nachts an seinem Computer Kriegsschlachten spielt. Von Anfang an ist klar, er verliert. In jeder Hinsicht. Für mich war das eine runde Sache, der Antiheld, der die Stationen seines Lebens wie einzelne Level eines Computerspiels noch mal bestreitet. Das hat mich inspiriert, da dachte ich: Sowas würde ich gerne selbst einmal schreiben. Aber an dem Punkt meiner Entwicklung als Autorin bin ich noch nicht. Die Idee zu meinem eigenen ego shooter lebt, irgendwo in meiner Kopf-Kammer und wartet. Sie ist geduldig.

Bewunderung, Inspiration. Und dann?

Das Handeln ist der entscheidende Faktor. Was mache ich damit? Mit meiner Bewunderung, mit meiner Inspiration? Vor vielen Jahren las ich „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ von John Irving. Ich verliebte mich in die Figuren, die Details, die Komplexität, die Hoffnung, die in jeder Zeile mitschwingt, egal wie schlimm es den Figuren ergeht. Damals beschloss ich: Ich werde Autorin. Ich fing tatsächlich an. Über die Jahre las ich viele Bücher. Die einen veränderten mein Leben, andere nicht. Es sind zu viele um sie alle aufzuzählen. Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft noch viele Bücher, viele Autoren, Autorinnen entdecke, die mich in irgendeiner Form anstupsen.

C.

 

Links zum Thema John Irving

Eindrücke einer Lesung

John Irving und wie er die Welt sieht

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