Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 7

Tag 07: Wo schreibst du, wenn die Sonne scheint und wir gutes Wetter haben?

 

Ich bin ein empfindlicher Indoor-Mensch. Das bedeutet: Ich bin gern drinnen. Draußen hat es Menschen, und Wetter und ich muss mich unnötigerweise bewegen. Igitt. Ich leide nicht an Heuschnupfen (Zum Glück!), aber jedes Mal, wenn mich irgendwas Insektenartiges fies angreift, habe ich anschließend eine schöne, knallrote allergische Reaktion. Sonne führt zu Sonnenbrand, immer. Ich werde knallrot wie die Cola-Reklametafel und dann wieder weiß. Temperaturen über 25 Grad verursachen mir Kopfschmerzen und Schwindel und Übelkeit. Ich bin, wenn ich überhaupt etwas bin, ein Herbstkind. Orangerot wie ein Blatt im Wind. Daher ist mir das Wetter – wenn ich schreibe –  ziemlich Schnuppe, weil ich drinnen bin, im warmen, mit herunter gelassenen Rollläden, am Schreibtisch, mit Getränk und Süßkram und warmen Puschen an den Füßen.

Ein regnerischer Sonntag unterscheidet sich nicht von einem Sonnigen. Weil: Netflix, yeah.

Ich habe, ehrlich gesagt, noch nie versucht in einem Café zu schreiben (zu laut, zu viele Menschen). Es soll ja Leute geben, die das sehr schätzen. Vor ein paar Jahren, als ich mit dem Schreiben anfing und dieses Da-draußen noch nicht ganz so schlimm fand, machte ich mich auf in die Natur. Ich, mein Notizbuch und den Kopf voller Gedanken. Ich habe hier vor der Haustür „Den Berg“. Das ist die allgemeine Bezeichnung, es gibt keinen anderen, nur den einen. Da oben ist es schön. Mit Aussicht. Bei gutem Wetter kann man die Alpen sehen. (Ansehen reicht mir)

Es ist schön, vorausgesetzt, man mag das da draußen und Menschen, joggende Menschen, Menschen mit Kind, mit Hund, radfahrend, stöckelnd, händchenhaltend, Bärlauch pflückend und Pilze suchend. Irgendwie scheine ich da nicht gut dazu zu passen, ohne all diesen Kladderadatsch. Ich bin die mit dem Notizbuch und einem Gänseblümle im Haar. Während meiner Feldstudie „Gedanken unter freiem Himmel“ wurde ich unheimlich oft angequatscht. Denk mal einen vernünftigen Gedanken zu Ende, während alle paar Minuten jemand fragt:

„Was machst du da?“

„Hast du dich verlaufen?“

„Was schreibst du denn da auf?“

„Willst du mit mir ins Gebüsch, busseln?“

Das war eine kurze Feldstudie. Seither bleibe ich am Schreibtisch. Wenn die Musik des Nachbarn nicht zu laut ist (Helene Fischer!), dann schreibe ich auf dem Balkon. Ende der Geschichte.

 

Wenn du mich in freier Wildbahn siehst, gelten folgende Regeln:

(Nach Mitternacht werde ich zum Gremlin. Aber das ist eine andere Geschichte)

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