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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 16

Tag 16: Wer sind deine Schreibbuddys? Zeig uns deine Partner in Crime!

 

Schreiben ist ein einsames Geschäft. Ich glaube nicht an den Elfenbeinturm, aber ich bin auch kein Teamplayer. Ich tue mich schwer damit, mich auf die Stimme eines anderen einzulassen, meine eigene Schreibstimme ist… puh. Keine Diva, aber schüchtern, empfindlich. Daher habe ich keine Partner in Crime. Ich habe Schreib-Kollegen und Schreib-Freunde um mich, sowie Kreative und Querdenker, Kritiker und Fans. Es gibt Schriftsteller, die ich bewundere, denen ich nacheifere. Manche Kollegen versuche ich zu beeindrucken, denen möchte ich Gefallen und fordere sogar gelegentlich einen Streichler fürs Ego ein. Aber mit keinem einzigen arbeite ich an einem Text. Nach dem Motto, ein Satz du, einen ich. Ich fühle mich in vielen Bereichen meines Lebens eingeengt, aber das ist ein anderes Thema, und gehört hier nicht her. Der Punkt ist, Schreiben ist für mich Freiheit. Da kann ich wie ich will, die Richtung ist egal. Sogar das Wann und Wie. Ich mache mein Ding, weil ich Bock drauf habe.

Aber es gibt Wegbegleiter, der Austausch über das Schreiben, über das Lesen, das Empfinden von Geschichten, ist mir wichtig. Im Prinzip wie dieser Autorenwahnsinn. Ich kann fröhlich bei anderen Autoren, Kollegen und Freunden mitlesen, und mit ihnen darüber diskutieren, wie sie dieses oder jenes machen. Meine erste Adresse ist immer meine Person, E. Bücher, Filme, das eigene Schreiben – alles landet bei ihr. Und natürlich das Leben in all seinen Formen. Aber auch das gehört hier eigentlich nicht hin. 😉

Thema Schreibstimme und Partner in Crime. Die Kollegen der get shorties Lesebühne kommen dem noch am Nächsten. Ich fing vor 6 Jahren bei der Lesebühne an, als junges Kücken. Ich wollte Kabarett machen und ich wollte auf eine Bühne. Das war mir klar. Ich hatte nur keine Ahnung, wo und wie ich das anstellen sollte, noch wusste ich, ob ich das Zeug dazu habe. Weil, blöderweise litt ich extrem an Lampenfieber und stand mir ordentlich im Weg. Wie so ein Muskelprotz an der Disco-Tür:

„Du komsch hier net rein.“

Auf der Lesebühne durfte ich mich ausprobieren. Klar, es gab ein paar Vorgaben. Die Ich-Form unserer Texte ist ein Muss. Komisch sollte es möglichst auch sein. Aber was ist den komisch, so ganz allgemein? Und was für eine Erzählerin will ich sein? Irgendwie hat es sich ergeben, dass ich nun die Zoten- und Quotenfrau bin. Als einzige Frau der Runde ist das auch nicht schwer. (Ich hoffe, ich bekomme bald wieder weibliche Unterstützung auf der Lesebühne, aber auch das ist ein anderes Thema.)

Eins ist klar: Meine Schreibstimme hat sich hier entwickelt, ist mutiger, selbstbewusster geworden. Überraschenderweise hat sich das Lampenfieber gelegt. Ich dachte wirklich, das schleppe ich ein Leben lang mit mir herum, das wird NIE besser. Die Kollegen haben alle auf ihre Weise dazu beigetragen; Stimme, Texte und Autorenzusammenhalt. Ich genieße und schätze das sehr.

Wenn wir kurz davon ausgehen, dass meine get shorties Stimme eine andere ist, als meine Roman-Stimme, und das klingt vielleicht wie ein Klischee, aber ich habe definitiv mehrere Stimmen in mir, dann beeinflusst die eine die andere nicht. Ein Beispiel: Meine Leotrim-Geschichte hat absolut nichts mit den get shorties Kurzgeschichten zu tun. Weder in Ton, noch im Selbstbewusstsein. Leotrim ist viel leiser, kommt völlig ohne Humor aus. Ich weiß nicht, warum das so ist. Es ist vielleicht auch egal.

Es gibt da eine Geschichte in mir, ich höre sie, aber ich habe noch nicht das Werkzeug in der Hand, sie aufzuschreiben. Das gehört eigentlich auch nicht hier her. Ich will nur darauf hinaus: Verschiedene Geschichten, verschiedene Stimmen, und alle brauchen ihren Raum, um entstehen zu können. Daher ist da kein Platz für noch jemanden von aussen. Sobald diese eine Geschichte, die in mir schlummert, mutig genug ist, nach vorne zu treten, werde ich sie aufschreiben, mein Opus magnum. Und bis dahin, treffe ich mich weiter mit den get shorties Kollegen oder den Leuten vom BvjA* Stammtisch, das sind auch prima Partners in Crime, quasi. Hier tausche ich mich aus und bestaune den Prozess, der bei uns allen statt findet. In diesem Beruf ist man nie mit der Ausbildung fertig, und das ist gut so.

 

 

Bundesverband junger Autorinnen und Autoren e. V. *

 

 

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