Autor: Carolin Hafen

C. M. Hafen, Autorin bei 1000Zeichen, get shorties Lesebühne und O´Connell Press: Drachenbrüder. Das Drachenvolk von Leotrim. *it´s the write thing to do.

Freitagsfoto: Aquarellversuche #2

cmh_Aquarellversuche #2

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Stories under the sea #5

© Carolin Hafen – Stories under the sea / Aquarell

 

Manchmal, selten genug, da triffst du jemanden, die Sorte Mensch, die ganz vernünftige, aufgeräumte Dinge sagt, um einen guten Eindruck zu machen. Der Abend ist nett… erst spät in der Nacht, wenn ihr euch vor der Haustür verabschiedet, passiert etwas. Ihr raucht noch gemeinsam eine, im Dunkeln. Freud hätte seine wahre Freude daran dem Gespräch zu lauschen; dem Tiefgang für die Dauer einer Zigarette. Die Straßenlaterne linker Hand ist kaputt, ihr seht euch kaum, weil die Sterne nicht hell genug leuchten und die Fenster der Nachbarn schon lange dunkel sind. Da ist nur die Glut, ein glimmender Punkt in der Nacht und geflüsterte Stimmen, die Ich-verstehe-dich wispern, weit hinaus über nackte Fakten, die ihr über Facebook gesammelt habt. Du weißt vielleicht welches seine Lieblingsband ist, aber nicht bei welchem Song ihm das Herz schwer wird. Umgekehrt; er kann nicht wissen welches Lied du sehnsüchtig summst, wenn dich das Meerweh packt. Das klickst du doch nicht im Netz an. Die Datensammler müssen nicht alles wissen. Und dann sagt er, während er seine Zigarette in die Nacht hinaus schnippt: „Die Sonne sieht alles. Aber der Mond kennt die Geheimnisse.“ Es ist kitschig, aber das macht dir nichts aus, weil seine Hand nun ganz natürlich deine findet und ihr seid beide überrascht: Niemand löst sich in grauen Dunst auf, der Kuss ist echt.

 

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Stories under the sea #4

 

Mein Großvater hat versucht mich umzubringen. Er denkt, ich bin das Ende allen Übels. Ich denke, er ist der Anfang. Die Männer meiner Familie sind alle verrückt, aber keiner ist wie mein Großvater. Vielleicht mag er mich deshalb nicht. Ich bin ihm zu ähnlich. Er wollte einen Sohn haben, der so ist wie er selbst, dem er alles beibringen kann, was er weiß, dem er alles vererben kann, einschließlich seiner Verderbtheit. Doch sein Sohn ist nichts von alledem. Er hat nichts gelernt, ließ sich nicht verderben, was wohl seine größte Leistung ist. Mein Großvater war maßlos enttäuscht. So enttäuscht wie man nur sein kann. Vom Leben. Dann kam ich. Und ich weiß was mein Großvater getan hat. Er ist mein Vater. Er ist mein Großvater. Er ist über allem. Der Anfang. Meine Mutter kann mich nicht ansehen. Sie versuchte mich loszuwerden, mit Stricknadeln in ihrem Unterleib. Mein Großvater, der mein Vater ist, er wollte mich ertränken. Nachdem ich geboren wurde. Das ich komme, konnte er nicht verhindern. Als wollte er den Antichrist verhindern. Ha, da lache ich nur. Ich bin da. Ich werde mich rächen.

Niemand ist gut, kein Mensch. Es gibt nur Abstufungen von Schlechtigkeit.

 

 

* für mich klingt das wie ein Roman-Anfang. Doch ich habe seit Jahren keinen Satz hinzugefügt. Dieser Absatz, auf einem losen Zettel, fällt mir immer wieder in die Hände, fast vorwurfsvoll. Nun die Frage: Sollte ich mehr draus machen?

~Caro

 

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Däumchen hier, Däumchen da

Da ich mich regelmäßig darüber ärgere, von neuen Freunden ungefragt zu Gruppen hinzugefügt, mit Spieleanfragen überhäuft und zu Seiten eingeladen zu werden, die mich nicht die Bohne interessieren (Es ist wirklich ganz großartig, dass du den Vorsitz für den Nacktmull-Fanclub von Albstadt-Ebingen übernommen hast!), deshalb mache ich das jetzt anders.

Ich habe hier zwei tolle Facebook-Seiten. Kannst du liken, musst du aber nicht.

Es hat aber Vorteile. Die get shorties Lesebühne hält dich auf dem Laufenden was Lesungen und Termine angeht und unser Paparazzo Volker dokumentiert all die Glanzauftritte. Wir müssen ja immer wieder beweisen, dass wir die attraktivsten Lesebühnen-Autoren Süddeutschlands sind.

Und dann: Das Drachenvolk von Leotrim. Mein Versuch die literarische Weltherrschaft an mich zu reißen. Hier gibt es Drachen, und wenn das kein Grund für ein Like ist, dann weiß ich auch nicht. Also wenn Du keine Drachen magst, dann stimmt etwas nicht mit dir. Ganz klar. Scroll bitte weiter.

giphy

Stories under the sea #3

© Carolin Hafen – Stories under the sea / Aquarell

 

Und in Momenten deiner Zweifel, da hast du mich gefragt, ob ich dich je geliebt habe. Ob ich es noch tue. Ob ich noch will. Ja und ja und ja. Ich habe Ja gesagt. Ich hab nie gezweifelt. Keine Sekunde.

Ich will einen Kuss unter Wasser, meinetwegen auch inmitten hässlicher Bettwäsche. Irgendwo, in einem Bett, das nicht unseres ist. Ich will deine Frisur verwursteln und, dass beim Aufreißen deines Hemdes alle Knöpfe davon fliegen. Ich will das wir schwitzen, ich will das wir uns lieben, wie wir es schon tausend Mal getan haben, und doch ganz anders. Lass uns das Bekannte neu entdecken, lass uns so tun, als wären wir ein Leben lang blind gewesen, Hand in Hand.

 

 

 

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