Veröffentlicht in Buchmomente, Caro und wie sie die Welt sieht, Carolins Listen, Erlebtes, Filme & Serien, Leben und all das.

Monatsrückblick Januar 2019

Ich bin ein bisschen spät dran, aber hier sind meine „Tops und Flops im Januar“ und da ich jede Menge Namen nenne, fällt das wohl unter [Werbung]. Na ja.

Filme:

  • Six days ⭐️⭐️⭐️
  • Bone Tomahawk ⭐️
  • El Autor ⭐️
  • I am Michael (OmU) ⭐️
  • Eine dumme und nutzlose Geste ⭐️⭐️⭐️
  • The Drop – Bargeld ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ein Kind zur Zeit ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Ballad of Buster Shruggs ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Hidden Figures ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Das Haus der geheimnisvollen Uhren ⭐️⭐️⭐️
    • Ich habe diese Sorte Film satt. Vermutlich bin ich, ohne es zu merken, aus der Zielgruppe raus gefallen, aber ich habe den Eindruck diese Story so oder so ähnlich schon hundert Mal gesehen zu haben. Zudem ärgert mich die Einfallslosigkeit. Warum muss man bei einem Kinderfilm, auf Biegen und Brechen noch jemanden in eine Nazi-Uniform stecken? Und warum ist das Böse dann immer so etwas übertrieben Häßlich und Totes? Ich will diesen Gedankengang kurz erklären und muss einen Bogen zu Harry Potter schlagen. Voldemort ist für mich abstrakt, das hat nichts mit mir zu tun, oder mit meiner Realität, die ich als Kind wahrgenommen habe. (Kaum zu glauben, aber als Harry Potter erschienen ist, war ich noch Schülerin. Jaja, lang lang ist´s her.) Professor Umbridge dagegen, die verkörpert für mich das Böse. Die ist gemein, die behandelt Harry ungerecht. Sie kann man nach Herzenslust hassen und beschimpfen während man liest oder den Film schaut. Kinder kennen diese Sorte Erwachsenen, damit können sie sich identifizieren. Und wenn dann die Weasley-Zwillinge ihr Feuerwerk im Schloß zünden, und die blöde Umbridge endlich ihren wohlverdienten Arschtritt kriegt, das weckt bei mir Emotion, da lebe ich mit.
    • Ein komischer Typ, wie hier in dem Uhren-Film, der die Welt vernichten will, bleibt konturlos, langweilig, nichtssagend. Das macht nichts mit mir. Ich denke nur, ach schau an, wieder einer, der ohne das ich die Gründe dafür verstehe, die Welt in seiner Gesamtheit zerstören will. (Was macht so ein Bösewicht eigentlich, wenn er es schafft? Hockt der dann ganz allein in seinem Haus und guckt sich alte Filme an, bis er dann einsam stirbt?) Ich verstehe es also nicht. Das seltsame Kind, das eigentlich auch nichts mit der Sache zu tun hat, erkennt dass es seltsam ist, feiert das dann und irgendwie löst sich dann alles in Wohlgefallen auf. Langweilig. Danke auch.

 Serien:

  • Luther Staffel 3 & 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Der Gefangene ⭐️⭐️⭐️
  • Salvation – abgebrochen
  • Aufräumen mit Marie Kondo ⭐️⭐️⭐️
  • Sex Education ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Ich mag Asa Butterfield sehr, und ich muss alles gucken, was der Bub so macht. Die Serie hier hat viel Spaß gemacht, auch wenn ich es total abgedreht und übertrieben fand. Also wäre ich 16 Jahre alt und hätte nach dieser Serie den Eindruck alle meine Altersgenossen haben schon derartig abgeklärte Sex-Probleme, ich wäre ja sehr verstört. 😉
  • Maniac – abgebrochen
  • The Crown Staffel 1 & 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Boah, Philip, dieses nörgelnde Kleinkind und die Männer, mit ihren fragilen Egos, die gehätschelt werden müssen. Meine Güte. Das ist ein Leben, unterworfen von vielen Regeln. Starren, alten Regeln. Ich bin selbst überrascht wie sehr mich die Serie gefesselt hat. Als Königin hat die Frau ja ständig Angst, dass die Monarchie zusammen brechen könnte. Es ist ein unfreies Leben, von anderen angezogen werden, nichts sagen oder meinen dürfen, nichts zu tun, nur Termine und Pflichten. Krass. Ich warte sehnsüchtig auf die nächste Staffel.
  • Star Trek Discovery Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Für mich ist die Serie Pflichtprogramm, als alter Treckie. Live long and prosper. 🖖

Gelesen

  • Die Geschichte der Bienen (Hörbuch gelesen von Bibiana Beglau, Markus Fennert und Thomas M. Meinhardt) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Emily Dickinson – Gedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mittagsstunde (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Eine Geschichte über das Vergehen von Zeit. Nicht die Figuren sind die Hauptprotagonisten dieser Geschichte, sondern das Dorf selbst: Brinkebüll. Ich mag die Art, wie Dorte Hansen erzählt. Und ich mag die Art wie Hannelore Hoger liest. Sie klingt dabei wie ein betrunkener Matrose, der mir in einer verratzten Dorfkneipe eine Geschichte erzählt. Sie brummelt und nuschelt, sie schnackt, es ist ein Fest. Ich habe mich auf dem Sofa in eine Decke gewickelt, das Licht ausgemacht und bin eingetaucht in diese Stimme, in dieses Dorf. Verschwunden, quasi in der Mittagsstunde. Seit vielen Jahren schon mag ich Geschichten wie diese: Ein ganzes Leben. Im Dorfgeschehen ist es nur ein kleiner Ausschnitt. Aber für mich als Zuhörerin, meine ich Großvater Sönke wirklich zu kennen, von der Wiege bis zu seinem Tod. Dorte Hansen legt die Geschichte zusammen, wie ein Puzzle, vom Rand nach innen. Ich verstehe irgendwann die Zusammenhänge, erkenne die Lebenslügen. Da sie aber alle Figuren gleichwertig beschreibt, mit Kanten, Ecken und schwarzen Flecken, ganz ohne zu urteilen und mir aufzudrängen „Dieser ist ein Guter, jene eine böse Frau“, kann ich alle gleich mögen. Jedem auf Socken nachschleichen. Hier steckt so viel Charakter drin, so viel Menschlichkeit, man wird ja fast zum Philanthrop. 😉

Getan

Ich war im Kino (Der Junge muss an die frische Luft – ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️) und ich war in einem neuen Sportkurs, weil es mir zum Joggen aktuell zu kalt ist: Jumping.

Auf dem Trampolin hüpfen ist anstrengend, macht aber irre viel Spaß. Ich mag es, wenn die Musik in der Magengegend wummert. Unsere Kurs-Leiterin hat einen Musikgeschmack, den ich teile. Ich fühle mich augenblicklich wieder wie ein Teenager. Und dann stampfen wir den Frust einer ganzen Woche in das Trampolin hinein, es ist großartig. Kann ich jedem empfehlen, der Spaß daran hat sich so zu verausgaben.

Gehört, in der Dauerschleife

Gespielt

  • Rayman Adventures. Immer noch und mit Begeisterung.

#BulletJournalMonthlyLog

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Veröffentlicht in Caro und wie sie die Welt sieht, Leben und all das., Schreibmaschine

Brother Deluxe 220

Ich hab die Grenze überschritten. Jetzt sammle ich offiziell Schreibmaschinen. 

Brother Deluxe 220

Bisher hatte ich drei und war lange der Meinung ich schaffe es auch, es dabei zu belassen. Weil, ich brauch nicht mehr. (Was würde Marie Kondo wohl dazu sagen?) Selbst wenn ich sie mit viel Freude benutze, ich kann nicht an drei gleichzeitig tippen. Nun habe ich also vier und die Grenze zur Sammlung ist offiziell überschritten. 

Ich hatte wirklich große Angst, irgendwann als komische Einsiedlerin zu enden, die mit keinem Menschen redet, dafür aber mit zehn rotgetigerten Katzen zusammen lebt lebt. (Hugo, Graham, Nala, Sirius, Die-Katze-deren-Name-nicht-genannt-werden-darf, Tilly, Spocky, Tiberius, Hermine und natürlich John.)

Nun sieht es so aus, als würde aus mir eine kauzige alte Frau mit 100 Schreibmaschinen werden. Jede kriegt einen Namen, (die neue heißt Brudi, wie sonst?) und ich werde viel von der alten Zeit reden (Wisst ihr noch, damals? Wir hatten ja nichts!) und meine schlohweißen Haare werden umwerfend aussehen und der häufigste Rat, den ich jungen Leuten geben werde, wird lauten: Lies ein Buch! Du weißt schon. Buchstaben auf Papier, da tun sich Welten auf. 

Joa, ich freu mich drauf. Will jemand einen getippten Gruß? Ich muss das kauzig sein üben. 

Veröffentlicht in Caro und wie sie die Welt sieht, Leben und all das.

Zeitgeist, zusammengefasst

Das Leben ist eine Herausforderung. #Challengeaccepted

Früher so: 

Person X: Ich habe bei dieser Sache* mitgemacht.

Person Y: Ich nicht. Das tangiert mich nur peripher.

Alle anderen: Schweigen im Walde. War was? + Bild von einem pixligen, vorbeiwehendem Strauch im wilden Westen.

*Hier beliebiges Ereignis einfügen. 

Heute so.

Person X (m/w/divers): Ich habe bei dieser Sache* mitgemacht + Bildchen auf Instagram, Facebook, Twitter und co. 

Person Y (m/w/divers): Ich habe nicht mitgemacht. Das ist ja voll der Bullshit + Bildchen auf Instagram, Facebook, Twitter und co. 

Alle anderen so: Boah, du Ego-Natzi, musst du jetzt überal voll rum posen, wie Geil du dich findest?????? + Bildchen. Du weißt schon…

Oder:

Alle anderen so: Boah, du Ego-Nazi Warum machst du da nich mit is dir Alles egal? Ich bin ein so viel besserer Mensch wie du. Vier Mahl mehr. Mindestens!!!!!1! + Bildchen.

Oder:

Alle anderen so: Boah, wie Scheiße zu bist. Zu blöd!!!1!!!!! Geh sterben. + Gif von einem Smiley, der sich selbst in den Kopf schießt.

Und:

Person Z (m/w/divers): Ich habe hier die passende Verschwörungstheorie! Lass mich dir mal erklären wie der Hase hoppelt, du Opfer der totalen Unwissenheit. + Link zu einer merkwürdigen Seite im WeltWeitWald mit schrecklichen Überschriften aus Microsoft Word von 1998. 

Das wirklich erstaunliche ist, dass ich offline überhaupt nicht mitkriege, was online so hitzig diskutiert wird. Ob das jetzt gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Vielleicht ist das nur eine weitere Herausforderung.


Veröffentlicht in Caro und wie sie die Welt sieht, Drawing & Art, Leben und all das.

Empfehlung: Coco Bee Art

Ich glaube, dass mein Leben von aussen betrachtet sehr statisch wirkt. Meine Umstände verändern sich kaum. Innen drin tobt aber ständig ein Sturm. Da wohnen nicht nur zwei Seelen, sondern gleich mehrere, wie eine Katze habe ich mehrere Leben, viele Welten, diverse Stimmen und sehr viel Unordnung. Das zu erklären oder zu begründen, wäre eine ganz andere Geschichte… darauf will ich heute nicht hinaus. Ich beschäftige mich schon einige Zeit mit Methoden um mal Ruhe ins Seelenhaus zu kriegen. Yoga, Meditation und Aquarell-malen. Je mehr ich mich mit Letzterem beschäftige, um so mehr drängt sich mir der Eindruck von „Maltherapie“ auf. Das kann man sicher auch unter professioneller Leitung machen. Ich treibe mich aber auf YouTube herum. Und eine Künstlerin möchte ich im besonderen erwähnen, auch wenn ich inzwischen diversen Kanälen folge, die tolle Themen und Tutorials anbieten.

Coco Bee Art

Die gute Frau hat nicht Kunst studiert, alles, was sie macht, hat sie sich selbst beigebracht. (Im Augenblick passiert gerade viel bei ihr, ich glaube sie fängt gerade ein Studium an) Jedenfalls. Ich mag Autodidakten, aber das nur am Rande. Sie malt abstrakt. Nicht nur, aber das ist der Grund, warum ich auf sie aufmerksam geworden bin. Ich kann ihr stundenlang dabei zusehen, wie sie Farbe aufs Papier kleckst, und irgendwie sieht das am Schluss ganz fantastisch aus. Keine Ahnung wie sie das anstellt, wenn ich das versuche, sieht das aus, als hätte ein Huhn auf LSD aufs Papier gekotzt. Bei Coco verlaufen die Farben, alles passt zusammen, gibt irgendwie Form und Stuktur, und es gibt nichts, wirklich gar nichts, was mich nach einem anstrengenden Tag so gut runter holt, mich so entspannt wie ein Video von ihr. Wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich nur Farbe beim trocknen zusehen muss, damit es mir besser geht, ich hätte demjenigen einen guten Arzt empfohlen. Aber hier passt einfach alles. Die Musik, sowie die Anregung es selbst auszuprobieren.

Meine Lieblingsfarben sind gelb und orange und rot. Das ist ne gute Mischung. Herbst auf dem Papier, quasi. Ein Video wie das hier ist Meditation mit Farben, Pinsel, die die Seele berühren. Und das Schöne: Es ist völlig egal ob man malen kann oder nicht. Meine Bilder, die wie Hühnerkotze aussehen, die zeige ich nicht her. Die sind wie Tagebucheintragungen. Aber sie helfen. Ich kann, glaube ich, gar nicht mit Worten erklären, wie dankbar ich dafür bin.

[Ich nehme an, meine Empfehlung fällt unter unbezahlte Werbung]

Links:

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Aufräumen mit Marie Kondo

Als ich mich hingesetzt habe, um diesen Blogbeitrag zu tippen, hatte ich eigentlich nicht vor, einen Verriss zu schreiben. Weil ich die Idee, alles raus zu werfen, was keine Freude bringt, hübsch finde bzw. mich dieser Ansatz sehr anspricht. Ich habe so viel Kram, und nichts nervt mich mehr, als irgendwas in der Wohnung liegen zu haben, dass ich nicht brauche. 

Ein Beispiel: Ich habe mir vor ewigen Zeiten mal einen Aktenschrank gekauft, weil ich gerne all meine Texte ausgedruckt, in Register-Heftern, nach Themen und Anlass gerodet haben wollte. Also Roman-Sachen, Kurzgeschichten für die Get Shorties Lesebühne, Schreibübungen, und so weiter und so fort. 

Nun ist es so, dass ich nie über die Anschaffung des Schranks und meiner Vorstellung von einem Ordnungssystem für meine Texte hinaus gekommen bin. Das Ding stand herum und ermahnte mich: Blödsinniger Konsum, nutzloses Ding (der Schrank), faule Nuss (wann machst du das endlich?) und Platzverschwendung. Der Schrank machte also eine Menge mit mir, aber er brachte mir keine Freude. Also habe ich das Teil verschenkt. Weg damit. Woanders wird es seinem Nutzen zugefügt, und ich finde noch eine Lösung für meine Text-Ordnung. Soweit so gut. 

Ich mag Ordnung. Im Kopf ist viel Chaos, also beruhigt mich die Tätigkeit des Aufräumens ungemein. Und meine Vorstellungskraft spielt da eine große Rolle. Ich habe eine schöne Wohnung, aber da ist viel Zeug drin, in den meisten Fällen benutze ich das alles auch. Dennoch hätte ich gern eine minimalistischere Lebensweise. Weiße Möbel, freie Flächen, wenig Kram, kein Nippes. Davon bin ich aber noch weit entfernt. Es gibt ja Menschen, die ihren Besitz auf 100 Sachen runter brechen und prima damit zurecht kommen. Ich will mich nicht in ein Korsett zwängen lassen, im Sinne von 100 Dinge sind ok, 101 Dinge nicht. Aber ich mag die Idee. Weniger ist mehr. Vor Jahren habe ich die ein oder andere Sammelwut überwunden. DVD´s zum Beispiel. Ich brauche keine Filmsammlung, ich gucke selten einen Film mehrfach. Ausleihen reicht vollkommen. Bücher: Dito. Jedes Elektrogerät, dass ich besitze, ausgenommen meinen Fernseher, habe ich gebraucht gekauft. Reparieren? Tolle Idee. Neu ist eben nicht immer besser.

Auch bei meinen Klamotten hat sich viel getan. Ich stehe auf Kriegsfuß mit dem Konzept Kleidung zu kaufen. Ich weiß nicht woher das kommt, aber ich kaufe seit vielen Jahren falsch ein. Meine Schuhe sind grundsätzlich eine Nummer zu groß. Hosen zu lang, T-Shirts zu weit. Ich bin einfach zu doof. Die Spitze des Elends: Entweder ich stehe in der Kinderabteilung oder bei den Herren, weil mir alles besser gefällt, als das was die Textilindustrie für Frauen zu bieten hat. Knöchelfrei rumlaufen? Skinny Jeans in denen man wie ein moppeliger Regenwurm aussieht? Nein Danke. Ich bin nicht in der Zielgruppe. Nun haben sich mehrere Frauen in meinem Umfeld der Problematik angenommen und geholfen. Wie? 

Sie haben … nein ich habe ihre Größe. (Auch wenn ich nicht in der Lage bin, diese in einem Geschäft auszuwählen & einzukaufen) und sie haben ihre Schränke ausgeräumt.

Jeder hat das: Klamotten, die wie neu aussehen, aber nie getragen werden. Ich habe also mehrere Haufen Klamotten von anderen (insgesamt 3 Frauen mit unterschiedlichen Stilen) auf mein Bett geworfen und alles wie Marie Kondo empfiehlt, in die Hand genommen und mich gefragt: macht mir das Freude? Plötzlich hatte ich Unmengen Sachen, die ich im Laden nie und nimmer in die Hand genommen hätte, die plötzlich passten, mir gefielen und die ich gern anzog. 

Danach entdeckte ich hier im Ort eine Veranstaltung die sich „Kleidertausch-Party“ nannte. (Diese Tauschparty findet alle paar Monate in der Buchhandlung Grimms lesen & genießen statt). 

Was passiert da?  Hauptsächlich Frauen entmisten ihre Schränke nach Klamotten (wie neu, ungeliebt & ungetragen) und bringen diese Sachen mit. Ich habe das auch so gemacht. Es war sehr befriedigend meinen Schrank aufzuräumen und Platz für Neues zu schaffen, ohne irgendwas in den Müll werfen zu müssen). Und dann gehts los. Ich lasse da, was mir nicht gefällt, und nehme „neue“ Sachen mit nach Hause. Der Clou? Ich kann, ohne Geld ausgeben zu müssen, Dinge ausprobieren, für die ich sonst nie den Mut hätte. Weil, wenn ich zuhause fest stelle, dass ich Teil X doch nicht anziehe und es einfach nur hübsch im Schrank hängt, dann kann ich es beim nächsten Mal einfach wieder mitbringen und nochmals unter die Menge mischen. Genial. Kein Konsum, kein Müll, kein sinnloses Shoppen, das ich später bereue. Was am Ende einer Tauschparty übrig bleibt wird der örtlichen Kleiderkammer gespendet. Win Win für alle. 

Und so ist es nicht verwunderlich, dass ich mir eine Sendung übers Aufräumen anschaue, das kam mir sehr gelegen. (Ich habe mich an einer anderen Stelle über meine Netflix-Watchlist beschwert. Zu viel Mord, Totschlag, Blutvergießen. Da sind Dokus über fremde Länder, Renovierungen des Gartens oder eben Aufräumen die totale Erholung.)

Ich will auch gar nicht Marie Kondo selbst kritisieren. Die ist klein und niedlich und will anderen auf naive Art helfen ihre Butze aufzuräumen. Sie schickt die Frauen in die Küche, die Männer in die Garage? – Geschenkt. Jemandem helfen wollen, selbst in klassischen Rollen, ist erst Mal löblich. Aber wenn ein Typ 160 Paar Schuhe besitzt und in einem Nebensatz fallen lässt, dass er 10 000 Dollar Kreditkartenschulden hat (wegen der Schuhe!) dann ist sein geringstes Problem die unordentliche Sockenschublade im Gästezimmer. Was mich stört, an derartigen Sendungsformaten, ist der Umstand, dass mir als Zuschauer verkauft wird „Schau her, ich falte meine Hosen in Dritteln, jetzt ist mein Leben super.“ Eheprobleme, Kaufsucht, eine Messi-Lebensweise spielen plötzlich keine Rolle mehr. 

Ich lass mich gern von diesem wilden Aktionismus anstecken, ich bin da sehr empfänglich. Aber 160 Paar Schuhe auf 45 zu reduzieren löst nicht sein Grundproblem. Und die Schulden verschwinden nicht, so wie der Berg Sportschuhe nach dem Entmisten. 

Überhaupt bin ich erschüttert, wie viel Kram Menschen haben können. Früher, als ich noch ferngeschaut habe, da konnte ich mir sonntageweise den Trödeltrupp ansehen. Ich muss zugeben, das Format hat mich gar nicht so sehr getriggert. Das hatte nichts mit mir zu tun, all dieser Müll. Ich habe nicht darüber nachgedacht, dass man für jedes Nippes-Figürchen in einen Laden muss, also hinfahren, aussuchen, bezahlen, daheim hinstellen, warten, es später durch ein neues Figürchen austauschen, solange bis Haus, Scheune, gemietete Lagerfläche, Dachboden und Gartenlaube voll sind. So ein Irrsinn. Ich dachte, ehrlich gesagt; Ein Therapeut wär hier gut.  Und dann war mein Gedankengang zu Ende. 

Jetzt also, nach den Klamottenbergen fremder Leute, werde ich nachdenklich. 

Mein Schrank voll Klamotten, meine Bücher, mein Komono, all das: Es ist zu viel. Dafür muss ich es nicht mal auf einen Haufen werfen. Das weiß ich auch so.

Ich hab nachgeschaut. Ich habe drei Paar Jogging Schuhe. Die trage ich abwechselnd. Ich verbrauche exakt ein paar Segelschuhe pro Jahr. Ich kann hundert werden, und komme mit meinem Verbrauch dennoch nicht auf 160 paar Schuhe. Und dennoch beschleicht mich das Gefühl von zu viel.

Die Sendung zu schauen bedeutet; Ich fühle mich (auf Kosten anderer) besser. So schlimm bin ich ja nicht. 

Das bedeutet aber nicht; Zurück lehnen, es passt schon alles. 

Marie Kondo muss mir nicht helfen meine Butze aufzuräumen. Das ist gut zu wissen. 

Andere gucken die Sendung und kommen vielleicht zur gleichen Erkenntnis. Und wenn jetzt ein paar Haushalte entmistet werden, kann das nicht schlecht sein. 

Ich finde allerdings, aufräumen sollte Kindern in den Grundeinstellungen mitgegeben werden. Das ist die Sache mit der Erziehung, ein alter Hut, nä? Meine Mutter ist extrem, das muss wohl auch nicht sein. Wenn sie ein Spannbettlaken zusammen legt, kannst du hinterher die Wasserwaage drauf legen und dein Lineal neu eichen. Wie immer ist wohl die Mitte von all dem ein guter Ort. 

Ich geh jetzt aufräumen. Im Wohnzimmer meines Seelenhauses. Da sieht‘s aus wie Sau. 😉

Caro

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Links:

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Monatsrückblick Dezember 2018

Tops und Flops im Dezember

[Achtung, ganz viel unbezahlte Werbung. Hui.]

Ich war krank. Zwei Wochen lag ich danieder mit einer fiesen, fiesen Nebenhöhlen-Entzündung, das war nicht schön. Dadurch hatte ich viiiel Zeit für Netflix. Und da das Buch fertig ist und ich auch keinen Text für die get shorties liefern musste, hatte ich endlich auch mal wieder Zeit zu lesen. Ich lese nämlich keine belletristischen Bücher, wenn ich an einem Manuskript arbeite. Da vermischen sich die Geschehnisse, unabsichtlich. Hier ist also meine lange Liste der Tops und Flops des letzten Monats.

Gelesen:

  • Mascha Kaléko – Sei klug und halte dich an Wunder
  • Andreas Rieck – Nimms leicht. In 3 Schritten zu mehr Gelassenheit
  • Ryder Carroll – Bullet Journal Methode

Serien

  • Mad Men Staffel 7

Ich liebe Mad Men. Das ist eine der wenigen Serien, die mich nun seit Jahren gefesselt und begeistert hat. Mir war nicht klar, dass ich in der letzten Staffel stecke. Irgendwie dachte ich, da kommt noch eine Staffel und ich habe noch Zeit für den Abschied. Dann lief der Abspann, mir wurde mein Irrtum klar und einen Moment war ich wie gelähmt. Das Ende ist gut, es ist hübsch, da gibt es andere, ekelhaftere Abschiede. Don und die anderen haben mich sanft entlassen. Nun schlage ich mich mit einer kleinen Verliebtheit herum. ❤ Jay R. Ferguson ist ein unheimlich attrakiver Typ – ich fand es sehr toll, ihn in „The Conners“ promt wieder zu sehen.

Die Serie Mad Men, dass muss ich aber ganz klar sagen, habe ich nicht (nur) wegen Jon Hamm gesehen, sondern sondern wegen Elisabeth Moss. Großartige Schauspielerin, ich mag die sehr. Dank Mad Men habe ich Kiernan Shipka entdeckt. Sie war der einzige Grund, warum ich der Serie „The Chilling Adventures of Sabrina“ eine zweite Chance gegeben habe. Die erste Folge hat mich nämlich sehr schockiert. Ich bin mit Sabrina, der zauberhaften Hexe aufgewachsen, das war rosa Weichspüler. Kann ja keiner ahnen, dass die Serie von damals auf einer Graphic Novel basieren soll, die so gar nicht weich gespült ist. Lange Rede, kurzer Sinn. Mad Men ist und bleibt eine meiner Lieblingsserien, und ich werde mir, vielleicht erst in ein paar Jahren, noch mal alle Folgen ansehen. Sabrina habe ich eine zweite Chance gegeben und es nicht bereut.

  • La Mante (Mies. Abstrus, konstruiert, unlogisch)
  • London Spy (Na ja. Abstrus, konstruiert, unlogisch.)
  • The Conners (Vintage. 🙂 Das gucke ich, weil ich mit Roseanne aufgewachsen bin. Das ist also Neugier und Gewohnheit. Kann man gut gucken)
  • Deep Water (OmU)
  • Travelers Staffel 3 (I have a crush on Patrick Gilmore. ❤ )
  • Fuller House Staffel 4 (Meine Güte, ist das rosafarbener Unsinn. Ich weiß nicht, ob ich es deswegen oder trotzdem gucke)
  • Retribution – abgebrochen
  • The Chilling Adventures of Sabrina 
  • The Sinner Staffel 2

Filme

  • Sing (Gute Laune Film)
  • Loving Vincent (unglaublich toll. Perle*)
  • Wochenende mit Dad
  • Wind River
  • Sully (Spannend!)
  • Schloss aus Glas
  • Nocturnal Animals
  • Passengers
  • Interstellar
  • Die Weihnachtskarte (Weihnachtskitsch)
  • Bridge of Spies
  • Die Poesie des Unendlichen
  • Die göttliche Ordnung
  • Der Buchladen der Florence Green

Ganz grundsätzlich fällt mir auf, dass meine Watchlist bei Netflix von Gewalt und Düsternis beherrscht wird. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber ich tue mich schwer, wirklich das zu finden, was ich suche. Es ist nämlich so. Abends setze ich mich aufs Sofa, müde, nach einem langen Tag und dann würde ich gerne was Nettes zum abschalten anschauen. So was wie „Sing“. Das macht gute Laune, man muss nicht allzuviel dabei denken, und am Schluss ist niemand tot. In meiner Watchlist sind aber fast nur Filme und Serien, in denen sehr viel gemordet wird. Krimis, Thriller, Psycho-Scheiße. Und das habe ich satt. Wenn du mir jetzt also ein paar Empfehlungen hättest, wäre ich dir sehr dankbar. Zuviel Kitsch ertrage ich nicht. Ich mochte „Fuller House“, was schon sehr grenzwertig ist in Sachen übertriebener, unrealistischer Kitsch. Ich mochte „Anne with an E“ sehr.

Gilmore Girls, Friends, und Sachen wie Mad Men.

Gibt Netflix in der Richtung noch mehr her? Ich schaue meine Empfehlungen an, stöbere in den Neuerscheinungen. Und meine Mord & Totschlag Liste wächst und wächst. „Call the Midwife – Ruf des Lebens“ war großartig, genau in der Mitte. Nicht zu viel Kitsch, nicht zu viel Tragik.
Und jetzt du. Hm?

Musik

  • Starry starry night – Lianne La Havas

Apps, immer noch:

  • Rayman Adventures

Getan

  • Theater: Jahre später, gleiche Zeit
  • ChocolArt Tübingen

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2018 als Fragebogen

Zugenommen oder abgenommen?

6 Kilo abgenommen und damit ein neues Wohlfühlen in meiner Haut erreicht. Das ist schön. Es war nötig anzunehmen und ich bin sehr froh, dass ich mein Gewicht das ganze Jahr über halten konnte. 

Haare länger oder kürzer?

Gleich. Kurz, rot.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Kurzsichtiger. Ich befürchte, das bezieht sich nicht nur auf meine Augen. Ich würde gern, im neuen Jahr, wieder mehr in die Ferne schauen. Ganz grundsätzlich. 

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. 

Mehr ausgegeben oder weniger?

Mehr. Leider. Ich würde gern minimalistischer leben, weniger Konsum, weniger Plastik, weniger Auto fahren, weniger Scheißdreck wollen, den ich nicht brauche. Die Bedürfnisse sind immer so schnell geweckt und zuhause frage ich mich dann: „Warum hast du das gekauft?“ 

An der Umsetzung arbeite ich noch. Ich will mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, und meine Wohnung entmisten. Ich brauche den ganzen Kram nicht, es belastet mich mehr, als das es mir nutzt. Zudem: Weniger konsumieren. Meine Elektrogeräte habe ich alle gebraucht gekauft. Meine Klamotten habe ich von diversen Kleider-Tausch-Partys, oder gebraucht von anderen Leuten bekommen. Neu ist eben nicht immer besser. Wenn ich jetzt noch meinen Plastik-Konsum einschränken könnte, wäre das sehr toll. 

Mehr bewegt oder weniger?

Mehr. Mit dem Gewichtsverlust konnte ich mein Laufpensum steigern. Ich fühle mich fitter, belastbarer, stärker. Ich will im neuen Jahr die Laufgruppe wechseln. Mehr Kilometer, schnelleres Tempo.

Der hirnrissigste Plan?

Einen Liebesroman schreiben zu wollen. Ausgerechnet ich. 

Die gefährlichste Unternehmung?

Ängstlich zur Kapelle auf dem Ankogel rauf kaxeln. Auf allen Vieren. Grenzen erfahren und verschieben. Etwas schaffen, von dem ich nicht wusste, dass ich es kann oder will. 

Letztlich hat mich aber die Rutsche im Pyramiden-Kogl wieder in meine alten „empfindlicher-Indoormensch-Schranken“ verwiesen. Am Schluss saß ich, ein Häufchen Elend am Straßenrand; kotzend, schwindelnd, hyperventilierend. Wenn meine Freunde nicht los gerannt wären um mir in der Apotheke Vomex zu kaufen, ich hätte da in Österreich einen Arzt gebraucht. Am Schluss war ich dankbar für Menschen, die sich um mich kümmern, wenn es nötig ist, und gleichzeitig kleinlaut, weil ich einfach nicht alles tun kann, was ich will. (Eine blöde Rutsche, das kann doch nicht so wild sein.) Ich kann einen Berg hoch steigen, mit meiner eigenen Kraft. Aber ich kann keine wilde Rutschpartie machen, als wäre ich Indiana Jones. Auch gut, das zu wissen.

Der beste Sex?

Ja. 😉

Die teuerste Anschaffung?

Ein neuer Laptop. Schriftsteller-Handwerkszeug. 

Das leckerste Essen?

Eine Woche Urlaub in Kärnten. Brotzeit und Kaiserschmarren, dazu der Ausblick. Wahnsinn.

Das beeindruckendste Buch?

“Melrose” von Edward St. Aubyn 

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Siehe auch: Lese-Challenge 2018

Der ergreifendste Film?

Sieben Minuten nach Mitternacht

„Nanette“ von Hannah Gadsby. Kein Film, dennoch das eindrucksvollste, was ich dieses Jahr gesehen habe. Chapeau!

Das beste Lied?

Das schönste Konzert?

Ich mag keine Menschenmassen, daher gehe ich nicht zu Konzerten. Ich habe viel von „Mumford & sons“ gehört. Dann noch „Simon & Garfunkel.“ 

Und das hier:

Die meiste Zeit verbracht mit…?

…meinem Bruder. Berufsbedingt.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Allein mit mir, schreibend.

Vorherrschendes Gefühl 2018?

Ich jongliere mit fünf Bällen, während ich auf einem Fahrrad ohne Lenker einen Berg runter rase. 

2018 zum ersten Mal getan?

Einer Zeichentrickfigur meine Stimme geliehen. (Trudes Tier. In den Folgen Fußball & Pflaster)

Einen Liebesroman geschrieben. London in Love.

2018 nach langer Zeit wieder getan?

Menschen gehen lassen, die gehen wollten.

Neues zugelassen; Menschen und Dinge. Ich habe das Alleisein als ehrlich(er) empfunden und bin damit besser zurecht gekommen, als in den Jahren zuvor. 

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Unnötige Streitgespräche, demütigende Begegnungen.

Für Leute, die ich mag, zu wenig Zeit gehabt.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Politisches Engagement.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Ich habe dein Buch gelesen.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Schön, dass du da bist.

2018 war mit einem Wort…?

Rasant.

FAZIT:

Roman geschrieben & veröffentlicht: 1

Kurzgeschichten geschrieben: 6 

Lesungen: 20

Schreibbuden: 8 (und damit ca. 20 bis 30 Schreibbudentexte)

Bücher gelesen: 40

Ich denke immer „Caro, du bist so langsam, du kriegst nichts auf die Reihe, du faules Ding.“ Und dann überlege ich, im Dezember, was war eigentlich los? Ich komme zu dem Schluß, dass ich mit mir geduldiger sein muss, und nachsichtiger. Weil, Scheiße noch eins, ich habe ziemlich viel gemacht. Meine Güte.