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London-Nachlese

Das war eine sehr tolle Veranstaltung, gestern. Volles Haus, ein leer gekaufter Büchertisch und sehr viel Lob. So macht man Autorinnen glücklich. Die Zuhörer*Innen (es waren auch zwei Männer da!) wurden mitten drin mit Tee-Bowle und selbst gemachten Scones verköstigt, was sehr gut ankam. Ich habe schöne Gespräche geführt, mich wie ein Schneekönig gefreut und über mein Lieblingsthema gesprochen. London.
Ich danke allen, die da waren und mich bestärkt haben, das bedeutet mir viel. Und ich danke Frau Grimm, die mich zu sich eingeladen hat, um mein Buch vorzustellen. Jederzeit und gerne wieder. 🙂

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Monatsrückblick Januar 2019

Ich bin ein bisschen spät dran, aber hier sind meine „Tops und Flops im Januar“ und da ich jede Menge Namen nenne, fällt das wohl unter [Werbung]. Na ja.

Filme:

  • Six days ⭐️⭐️⭐️
  • Bone Tomahawk ⭐️
  • El Autor ⭐️
  • I am Michael (OmU) ⭐️
  • Eine dumme und nutzlose Geste ⭐️⭐️⭐️
  • The Drop – Bargeld ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Ein Kind zur Zeit ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • The Ballad of Buster Shruggs ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Hidden Figures ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Das Haus der geheimnisvollen Uhren ⭐️⭐️⭐️
    • Ich habe diese Sorte Film satt. Vermutlich bin ich, ohne es zu merken, aus der Zielgruppe raus gefallen, aber ich habe den Eindruck diese Story so oder so ähnlich schon hundert Mal gesehen zu haben. Zudem ärgert mich die Einfallslosigkeit. Warum muss man bei einem Kinderfilm, auf Biegen und Brechen noch jemanden in eine Nazi-Uniform stecken? Und warum ist das Böse dann immer so etwas übertrieben Häßlich und Totes? Ich will diesen Gedankengang kurz erklären und muss einen Bogen zu Harry Potter schlagen. Voldemort ist für mich abstrakt, das hat nichts mit mir zu tun, oder mit meiner Realität, die ich als Kind wahrgenommen habe. (Kaum zu glauben, aber als Harry Potter erschienen ist, war ich noch Schülerin. Jaja, lang lang ist´s her.) Professor Umbridge dagegen, die verkörpert für mich das Böse. Die ist gemein, die behandelt Harry ungerecht. Sie kann man nach Herzenslust hassen und beschimpfen während man liest oder den Film schaut. Kinder kennen diese Sorte Erwachsenen, damit können sie sich identifizieren. Und wenn dann die Weasley-Zwillinge ihr Feuerwerk im Schloß zünden, und die blöde Umbridge endlich ihren wohlverdienten Arschtritt kriegt, das weckt bei mir Emotion, da lebe ich mit.
    • Ein komischer Typ, wie hier in dem Uhren-Film, der die Welt vernichten will, bleibt konturlos, langweilig, nichtssagend. Das macht nichts mit mir. Ich denke nur, ach schau an, wieder einer, der ohne das ich die Gründe dafür verstehe, die Welt in seiner Gesamtheit zerstören will. (Was macht so ein Bösewicht eigentlich, wenn er es schafft? Hockt der dann ganz allein in seinem Haus und guckt sich alte Filme an, bis er dann einsam stirbt?) Ich verstehe es also nicht. Das seltsame Kind, das eigentlich auch nichts mit der Sache zu tun hat, erkennt dass es seltsam ist, feiert das dann und irgendwie löst sich dann alles in Wohlgefallen auf. Langweilig. Danke auch.

 Serien:

  • Luther Staffel 3 & 4 ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Der Gefangene ⭐️⭐️⭐️
  • Salvation – abgebrochen
  • Aufräumen mit Marie Kondo ⭐️⭐️⭐️
  • Sex Education ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Ich mag Asa Butterfield sehr, und ich muss alles gucken, was der Bub so macht. Die Serie hier hat viel Spaß gemacht, auch wenn ich es total abgedreht und übertrieben fand. Also wäre ich 16 Jahre alt und hätte nach dieser Serie den Eindruck alle meine Altersgenossen haben schon derartig abgeklärte Sex-Probleme, ich wäre ja sehr verstört. 😉
  • Maniac – abgebrochen
  • The Crown Staffel 1 & 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Boah, Philip, dieses nörgelnde Kleinkind und die Männer, mit ihren fragilen Egos, die gehätschelt werden müssen. Meine Güte. Das ist ein Leben, unterworfen von vielen Regeln. Starren, alten Regeln. Ich bin selbst überrascht wie sehr mich die Serie gefesselt hat. Als Königin hat die Frau ja ständig Angst, dass die Monarchie zusammen brechen könnte. Es ist ein unfreies Leben, von anderen angezogen werden, nichts sagen oder meinen dürfen, nichts zu tun, nur Termine und Pflichten. Krass. Ich warte sehnsüchtig auf die nächste Staffel.
  • Star Trek Discovery Staffel 2 ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Für mich ist die Serie Pflichtprogramm, als alter Treckie. Live long and prosper. 🖖

Gelesen

  • Die Geschichte der Bienen (Hörbuch gelesen von Bibiana Beglau, Markus Fennert und Thomas M. Meinhardt) ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Emily Dickinson – Gedichte ⭐️⭐️⭐️⭐️
  • Mittagsstunde (Hörbuch) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
    • Eine Geschichte über das Vergehen von Zeit. Nicht die Figuren sind die Hauptprotagonisten dieser Geschichte, sondern das Dorf selbst: Brinkebüll. Ich mag die Art, wie Dorte Hansen erzählt. Und ich mag die Art wie Hannelore Hoger liest. Sie klingt dabei wie ein betrunkener Matrose, der mir in einer verratzten Dorfkneipe eine Geschichte erzählt. Sie brummelt und nuschelt, sie schnackt, es ist ein Fest. Ich habe mich auf dem Sofa in eine Decke gewickelt, das Licht ausgemacht und bin eingetaucht in diese Stimme, in dieses Dorf. Verschwunden, quasi in der Mittagsstunde. Seit vielen Jahren schon mag ich Geschichten wie diese: Ein ganzes Leben. Im Dorfgeschehen ist es nur ein kleiner Ausschnitt. Aber für mich als Zuhörerin, meine ich Großvater Sönke wirklich zu kennen, von der Wiege bis zu seinem Tod. Dorte Hansen legt die Geschichte zusammen, wie ein Puzzle, vom Rand nach innen. Ich verstehe irgendwann die Zusammenhänge, erkenne die Lebenslügen. Da sie aber alle Figuren gleichwertig beschreibt, mit Kanten, Ecken und schwarzen Flecken, ganz ohne zu urteilen und mir aufzudrängen „Dieser ist ein Guter, jene eine böse Frau“, kann ich alle gleich mögen. Jedem auf Socken nachschleichen. Hier steckt so viel Charakter drin, so viel Menschlichkeit, man wird ja fast zum Philanthrop. 😉

Getan

Ich war im Kino (Der Junge muss an die frische Luft – ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️) und ich war in einem neuen Sportkurs, weil es mir zum Joggen aktuell zu kalt ist: Jumping.

Auf dem Trampolin hüpfen ist anstrengend, macht aber irre viel Spaß. Ich mag es, wenn die Musik in der Magengegend wummert. Unsere Kurs-Leiterin hat einen Musikgeschmack, den ich teile. Ich fühle mich augenblicklich wieder wie ein Teenager. Und dann stampfen wir den Frust einer ganzen Woche in das Trampolin hinein, es ist großartig. Kann ich jedem empfehlen, der Spaß daran hat sich so zu verausgaben.

Gehört, in der Dauerschleife

Gespielt

  • Rayman Adventures. Immer noch und mit Begeisterung.

#BulletJournalMonthlyLog

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2018 als Fragebogen

Zugenommen oder abgenommen?

6 Kilo abgenommen und damit ein neues Wohlfühlen in meiner Haut erreicht. Das ist schön. Es war nötig anzunehmen und ich bin sehr froh, dass ich mein Gewicht das ganze Jahr über halten konnte. 

Haare länger oder kürzer?

Gleich. Kurz, rot.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Kurzsichtiger. Ich befürchte, das bezieht sich nicht nur auf meine Augen. Ich würde gern, im neuen Jahr, wieder mehr in die Ferne schauen. Ganz grundsätzlich. 

Mehr Kohle oder weniger?

Mehr. 

Mehr ausgegeben oder weniger?

Mehr. Leider. Ich würde gern minimalistischer leben, weniger Konsum, weniger Plastik, weniger Auto fahren, weniger Scheißdreck wollen, den ich nicht brauche. Die Bedürfnisse sind immer so schnell geweckt und zuhause frage ich mich dann: „Warum hast du das gekauft?“ 

An der Umsetzung arbeite ich noch. Ich will mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, und meine Wohnung entmisten. Ich brauche den ganzen Kram nicht, es belastet mich mehr, als das es mir nutzt. Zudem: Weniger konsumieren. Meine Elektrogeräte habe ich alle gebraucht gekauft. Meine Klamotten habe ich von diversen Kleider-Tausch-Partys, oder gebraucht von anderen Leuten bekommen. Neu ist eben nicht immer besser. Wenn ich jetzt noch meinen Plastik-Konsum einschränken könnte, wäre das sehr toll. 

Mehr bewegt oder weniger?

Mehr. Mit dem Gewichtsverlust konnte ich mein Laufpensum steigern. Ich fühle mich fitter, belastbarer, stärker. Ich will im neuen Jahr die Laufgruppe wechseln. Mehr Kilometer, schnelleres Tempo.

Der hirnrissigste Plan?

Einen Liebesroman schreiben zu wollen. Ausgerechnet ich. 

Die gefährlichste Unternehmung?

Ängstlich zur Kapelle auf dem Ankogel rauf kaxeln. Auf allen Vieren. Grenzen erfahren und verschieben. Etwas schaffen, von dem ich nicht wusste, dass ich es kann oder will. 

Letztlich hat mich aber die Rutsche im Pyramiden-Kogl wieder in meine alten „empfindlicher-Indoormensch-Schranken“ verwiesen. Am Schluss saß ich, ein Häufchen Elend am Straßenrand; kotzend, schwindelnd, hyperventilierend. Wenn meine Freunde nicht los gerannt wären um mir in der Apotheke Vomex zu kaufen, ich hätte da in Österreich einen Arzt gebraucht. Am Schluss war ich dankbar für Menschen, die sich um mich kümmern, wenn es nötig ist, und gleichzeitig kleinlaut, weil ich einfach nicht alles tun kann, was ich will. (Eine blöde Rutsche, das kann doch nicht so wild sein.) Ich kann einen Berg hoch steigen, mit meiner eigenen Kraft. Aber ich kann keine wilde Rutschpartie machen, als wäre ich Indiana Jones. Auch gut, das zu wissen.

Der beste Sex?

Ja. 😉

Die teuerste Anschaffung?

Ein neuer Laptop. Schriftsteller-Handwerkszeug. 

Das leckerste Essen?

Eine Woche Urlaub in Kärnten. Brotzeit und Kaiserschmarren, dazu der Ausblick. Wahnsinn.

Das beeindruckendste Buch?

“Melrose” von Edward St. Aubyn 

„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky

Siehe auch: Lese-Challenge 2018

Der ergreifendste Film?

Sieben Minuten nach Mitternacht

„Nanette“ von Hannah Gadsby. Kein Film, dennoch das eindrucksvollste, was ich dieses Jahr gesehen habe. Chapeau!

Das beste Lied?

Das schönste Konzert?

Ich mag keine Menschenmassen, daher gehe ich nicht zu Konzerten. Ich habe viel von „Mumford & sons“ gehört. Dann noch „Simon & Garfunkel.“ 

Und das hier:

Die meiste Zeit verbracht mit…?

…meinem Bruder. Berufsbedingt.

Die schönste Zeit verbracht mit…?

Allein mit mir, schreibend.

Vorherrschendes Gefühl 2018?

Ich jongliere mit fünf Bällen, während ich auf einem Fahrrad ohne Lenker einen Berg runter rase. 

2018 zum ersten Mal getan?

Einer Zeichentrickfigur meine Stimme geliehen. (Trudes Tier. In den Folgen Fußball & Pflaster)

Einen Liebesroman geschrieben. London in Love.

2018 nach langer Zeit wieder getan?

Menschen gehen lassen, die gehen wollten.

Neues zugelassen; Menschen und Dinge. Ich habe das Alleisein als ehrlich(er) empfunden und bin damit besser zurecht gekommen, als in den Jahren zuvor. 

Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?

Unnötige Streitgespräche, demütigende Begegnungen.

Für Leute, die ich mag, zu wenig Zeit gehabt.

Die wichtigste Sache, von der ich jemand überzeugen wollte?

Politisches Engagement.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

Ich habe dein Buch gelesen.

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

Schön, dass du da bist.

2018 war mit einem Wort…?

Rasant.

FAZIT:

Roman geschrieben & veröffentlicht: 1

Kurzgeschichten geschrieben: 6 

Lesungen: 20

Schreibbuden: 8 (und damit ca. 20 bis 30 Schreibbudentexte)

Bücher gelesen: 40

Ich denke immer „Caro, du bist so langsam, du kriegst nichts auf die Reihe, du faules Ding.“ Und dann überlege ich, im Dezember, was war eigentlich los? Ich komme zu dem Schluß, dass ich mit mir geduldiger sein muss, und nachsichtiger. Weil, Scheiße noch eins, ich habe ziemlich viel gemacht. Meine Güte. 

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Das war unsere letzte Lesung…

…also 2018. 🙂

Im neuen Jahr haben wir natürlich viele, neue, schöne Termine. 

www.getshorties.de 

Aber bis dahin wünschen wir Shorties frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und eine glückselige Fasnet. 

Regine Bott hat die ganze Veranstaltung so zusammen gefasst:

Das letzte get-shorties-Event in diesem Jahr. Carolin träumt von Romantik, Dorothea von Brustmuskeln mit Hirn,  Volker schlägt sich mit der Hunnin und inszeniert sein Begräbnis, Ingo will nicht vom 18-Meter-Brett pinkeln, Karin eröffnet ein Domina-Studio, Rainer lässt den Wein nicht atmen, und ich finde Taubenwallnister doof. Wir freuen uns auf nächstes Jahr!

Nachtrag: Und Sally Sally heult das ganze Leid dieser Welt an. Muss auch mal sein. 

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ChocolArt 2018

Tübingen, das hat Tradition. Da fahre ich mit der besten Freundin (kurz BF) jedes Jahr hin um gemeinsame Freunde zu besuchen. Wir mögen alle keine Menschenmassen, daher ist es eigentlich unsinnig sich immer dann zu treffen, wenn Fachwerk-City aus allen Nähten platzt. Wir tun´s trotzdem und stromern durch die Seitengassen und kleinen Geschäfte (mein Haul folgt noch), wir essen gut, freuen uns gemeinsam an der Schönheit Tübingens und reden viel. Wir sehen uns nicht oft, daher gibt es einiges zu erzählen. 

Ich fotografiere mein Essen nicht, aber du kannst mir glauben, es war sehr, sehr lecker. 

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Monatsrückblick November 2018

Tops und Flops im November

[Achtung, ganz viel unbezahlte Werbung. Hui.]

© cmh_gedoodel

Jeden Monat möchte ich ein „Tops und Flops“ schreiben, und immer kommt mir was dazwischen. Heute klappt es endlich mal. Das bedeutet aber noch nicht, dass ich hier jetzt eine schöne Regelmäßigkeit rein kriege. 

Aber der Reihe nach.

Ich nutze diverse Kanäle: Twitter, Instagram, Pinterest. Twitter nervt mich zunehmend. Immer wenn ich in meine Filterblase hinein schaue, habe ich den Eindruck permanenter Empörung. Viele Themen nehme ich nur dort wahr, in meinem Alltag findet dieser #Aufschrei nicht statt. Es sei jetzt dahin gestellt, ob das gut oder schlecht ist. Grundsätzlich habe ich auch meine Themen, die mir wichtig sind, für oder gegen die ich mich einsetze. Was ich nicht mag ist der Vorwurf, wenn man sich nicht aufregt, ist einem automatisch alles egal. Ich glaube, dass zwischen Gleichgültigkeit und Kampfgebrüll sehr viel Raum ist. Ich möchte mich lieber dort aufhalten, Lösungen suchen, diskutieren (anständig!) und handeln (wo es eben geht). Nehmen wir als Beispiel den Black Friday. Ohne Twitter hätte ich nicht mal mitgekriegt, dass der statt findet. (Weil es mir tatsächlich egal ist). Bei Twitter fand wieder ein Geschrei statt, das in keinem Verhältnis steht. Konsum-Huren vs. Weltverbesserer. Leute, die 1000 Euro für Unsinn ausgeben gegen Leute, die ausgerechnet an dem Tag kein Geld ausgeben. (An allen anderen natürlich schon, da ist es auch nicht verwerflich. Scheiß Doppelmoral.) 

Ich sehe das so: Wer sich fair gehandelte Klamotten für teuer Geld leisten kann und es auch tut: Schön für dich. 

Und wer seine Wäsche vier Monate zur Schwiegermutter bringt, weil die Waschmaschine kaputt ist, und abwarten muss, bis eine solche Aktion genug Rabatt anbietet um eine neue zu kaufen, und dann noch ein paar Weihnachtsgeschenke für die Kinder raus springen: Nicht so schön für dich. 

Ich persönlich verstehe Menschen nicht, die vor dem Apple Store übernachten für ein Handy. Muss ich auch nicht. Und wenn Freunde von mir Lebensmittel bei der Tafel kaufen (aus Gründen), dann tut es mir nicht weh, Milch und Eier und Obst zu kaufen und dann zu sagen: „Hör mal, ich habe die Sachen gekauft, kann sie aber nicht schnell genug aufbrauchen. Die werden mir schlecht – nimmst du die bitte?“ 

Und was andere, fremde Leute im Internet machen, ist mir dann tatsächlich egal. 

Aus dem Grund, weil ich nicht dauernd empört sein will, habe ich mir Instagram zugelegt. (Harborlight82) Ein bisschen Bildchen herzen, das ist nicht anstrengend, und trotzdem Internet-Kram mit Menschen. Ich teste das jetzt. Ich habe auch Pinterest, allerdings bin ich dafür zu doof. Ich verstehe es nicht. Ist das in Sachen Urheberecht nicht der Super-Gau?

Ein Beispiel. Ich habe neulich Melissa Dinwiddie entdeckt. Die doodelt. Das bedeutet, sie malt einfach drauf los, das ist hübsch und entspannend, sieht auch noch nett aus, spricht mich sehr an, und hat eben nicht den Anspruch die hohe Kunst zu sein. Ich habe also ein Notizbuch genommen und in meiner Mittagspause fröhlich nachgedoodelt. Wenn ich dir das jetzt zeigen wollen würde, und ein Flip-Through-Video mache, dann verletze ich doch ihr Urheberrecht, oder etwa nicht? Ich habe ihre Vorlagen benutzt. Und bei Pinterest läuft das aber so ab. Leute stellen ihre Bilder ein (Clarissa Hagenmeyer, zum Beispiel. Sehr toll, das alles) andere malen das nach, stellen es ebenfalls rein – und das ist ok? Die Frage ist ernst gemeint. Kann ich meine Bildchen hier teilen? Ohne Schwierigkeiten zu kriegen?  

Jedenfalls. Hier habe ich mich in letzter Zeit rumgetrieben und inspirieren lassen:

Gesehen

Bei Arte gibt es gerade jede Menge Beiträge zum Thema Menschenrechte. Da habe ich in der Mediathek nun vier Dokumentationen gesehen. 

  • London Underground und Scotland Yard Dokumentation
  • Bodyguard (Netflix)
  • The Good Doctor (Die Serie nervt mich. Ist das tatsächlich ein Symptom von Autismus, dass die Stimme am Ende immer nach oben geht? Alles, was Shaun sagt  klingt übertrieben fröhlich. „Du stirbst!“)

  • Avengers Infinity War (Boah. Wo soll ich nur anfangen?)
  • Making a Murderer Staffel 2

Die zweite Staffel hat mich mindestens so sehr aufgewühlt wie die erste Staffel. Meine Güte. Was wurde aus „Im Zweifel für den Angeklagten“? Ich weiß nicht, was mit Teresa passiert ist, aber ich glaube nicht, dass Steven Avery sie umgebracht hat. Da sind so viele Ungereimtheiten, so viele Zweifel. Ich habe den Eindruck, da ist Murphys Gesetz am Werk, weil anders kann ich mir nicht erklären, dass so viele Umstände ineinander greifen um diesen Mann und seinen Neffen in den Knast zu bringen. In der zweiten Staffel ging es ja mehr um Brendan. Der arme Junge sitzt im Gefängnis, weil er dumm ist, nicht weil er erwiesenermaßen schuldig ist. Ich finde es eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Ich habe sein Geständnis gesehen. Da sitzt, meiner Meinung nach, ein Kind, dass keinen blassen Schimmer hat, worum es eigentlich geht. Und was in der zweiten Staffel vernachlässigt wird, ist der Umstand, dass sein Anwalt ihn noch mehr in die Scheiße geritten hat – später. 

Nachdem die Polizei ihm vorgeplappert hat, was er sagen soll, und Brendan wie bei einer Schulaufgabe versucht hat, die richtigen Antworten zu erraten, wollte sein Anwalt, bei der Verhandlung, dass er Teresas Leid schildert. Er gibt ihm ein Blatt Papier, einen Bleistift und sagt ihm: „Mal eine Frau, die auf einem Bett liegt. Mal sie ans Bett gefesselt.“ Und Brendan tut, was man von ihm verlangt. Weil er einen IQ von 86 hat, weil er kein Selbstbewusstsein, kein Selbstvertrauen hat, weil er nicht versteht, was das bedeutet: Das er sich selbst belastet. Jeder andere Anwalt hätte ihm gesagt: „Brendan, halt den Mund. Du musst nichts sagen, was dich belastet.“ Mit einem guten Anwalt wäre das so nie und nimmer gelaufen.

Und alle Anwälte der Anklage stürzt sich auf diese Schilderung. Die arme Teresa, die arme Familie. Das nenne ich emotionale Erpressung. Die Frau wurde also vergewaltigt. Mit einem Messer in den Bauch gestochen, dann in den Hals, dann noch erschossen. Ah ja.

Ich verstehe so viel: Im Auto war ihr Blut. An der Feuerstelle wurden menschliche Knochen gefunden. Keiner sagt: Es sind Teresas Knochen. Es sind menschliche Knochen. Im Schlafzimmer von Steven war kein Blut, kein Haar, keine Kampfspuren. Diese zwei Männer sollen also eine Frau so brutal umgebracht, aber mit ihrem minderen Verstand alle Beweise so gut beseitig haben, dass niemand, trotz wiederholter Durchsuchungen ein Fitzelchen von der Frau findet (und dieser Wohnwagen von Steven sieht aus wie Sau – so, als ob da ein lediger Mann wohnt, der in seinem Leben noch nie den Boden gewischt oder das Bad geputzt hat!) Und dann gehen sie hinter das Haus um mit zwei Autoreifen und ein paar Holzbrettern einen menschlichen Körper bis zur Unkenntlichkeit zu verbrennen?

Ich weiß soviel: Wenn in Indien ein Angehöriger stirbt, dann kauft die Familie 250 Kilo Holz für die Verbrennung. Das dauert. Und selbst da bleibt mehr übrig als ein Stück vom Hüftknochen. Also. Ich glaube diese Geschichte nicht.  

Ich frage mich auch die ganze Zeit: Was, wenn Teresa keinen Bock mehr auf ihr Leben hatte? Ein bisschen Blut ins Auto, das gute Stück abgestellt und ab in ein neues Leben!? Soll es ja geben. Auch das glaube ich nicht. Es steht aber auch nicht zur Debatte. Ich bin überzeugt, die Frau ist tot. Vielleicht ein Unfall; angefahren und dann vertuscht. Und Steven Avery ist der Sündenbock. Vielleicht ist wirklich jemand gekommen, hat sie vergewaltigt, ermordet, irgendwo verscharrt. 

Aber, da es keine Leiche gibt, gibt es auch keinen einzigen Beweis dafür, dass Steven und Brendan sie vergewaltigt haben, erstochen und erschossen. Es ist nicht mal klar, ob sie vollständig verbrannt wurde, weil nicht klar ist, ob die gefundenen Knochen ihre sind. 

Und jeder Anwalt, bei jeder Anhörung so: „Brendan hat gesagt, sie hätte geschrien. Sie hat gelitten. Er hat ein Bild gemalt, auf dem eine Frau an ein Bett gefesselt ist.“ 

Und das reicht. Das reicht für Lebenslang. Meine Fresse. Ausser dieser Aussage, genötigt von Polizei und vom Anwalt, gibt es keinen Beweis, dass Brendan jemals Teresa begegnet ist. 

Und dann habe ich noch kein Wort zu Ken Kratz gesagt. Man mag mir jetzt vorwerfen: „Caro, du magst den Kerl nicht.“ Stimmt. Er hat die Stimme eines Bübchens, dass die Pubertät noch nicht ganz durchgemacht hat. Ich kann den Kerl nicht ausstehen. Er ist mir unsympathisch. Er hat meiner Meinung nach einen persönlichen Feldzug gegen Steven Avery geführt und ist mit allem durchgekommen. Er hat öffentlich für Stevens Verurteilung gesorgt, lange bevor sich irgendein Gericht mit dem Fall befassen konnte. Das ist moralisch und ethisch eine riesen Sauerei. 

Ziehen wir mal kurz die Möglichkeit in Betracht, wie Wahrscheinlich es ist, zwei Mal im Knast zu landen, für etwas, dass man nicht begangen hat. Die Familie müsste ja katastrophenerprobt sein. Mir tun alle Beteiligten leid. ich würde gerne wissen, was wirklich passiert ist. Aber selbst, wenn die Wahrheit noch ans Licht kommt, bedeutet das nicht, dass Steven und Brendan noch mal frei kommen. Und ich bin nicht überzeugt, dass diese beiden einen Mord begangen haben. Mich wundert und ärgert, dass so viele Richter, im Laufe der Zeit zu dem Urteil kommen: Doch, doch.  

Im Zweifel für den Angeklagten für den Arsch.

  • Der große Trip

Warum müssen sich Menschen , die sich selbst suchen und dann finden, so sehr quälen? Nachdenken, das geht auch zuhause. Gut, da wär die Aussicht nicht so schön.

 

  • Kino: Grindelwalds Verbrechen

Als erstes: Seit dem dritten Harry Potter Band/Film, ist das keine Kindergeschichte mehr. Warum gehen Menschen mit Kindern unter 10 Jahren in diesen Film? 

Die ganze Sache ist sehr voll, sehr komplex, fast überladen. Ich sehe die Bezüge, die Verbindungen in alle Richtungen, ich freue mich auch darüber, schließlich bin ich im Harry Potter Universum zuhause. I´m a Gryffindor, you know? Schön wäre gewesen, das ganze etwas besser zu durchdenken – ich habe auch die Logikfehler gesehen. Auch wenn ich da viel verzeihen kann. Objektiv bin ich da schon lange nicht mehr. Ich mag Newt. Ich mag den jungen Dumbledore. Ich mag Grindelwald als Bösewicht. Ich werde mir den Film noch mal anschauen, in Ruhe. Ohne atemlos durch die Gegend zu rennen, kopflos, um ja nichts zu verpassen.  

  • Bildschöne Welt (Staffel 1 & 2)
  • Christmas Chronicles (Brauchst du nicht gucken. Hab ich schon für dich getan. Das beste am Film ist der Trailer. )
  • Nappily ever after
  • Die Frau des Zeitreisenden
  • Geniale Innenarchitektur 

Gelesen

  • Die Malerin (Ich hätte das Buch nicht lesen sollen. Ich mag Kandinskys Kunst. Als Mensch war er nicht herausragend, und nicht schön anzusehen. Wirklich nicht.)
  • Der Clan der Wölfe (Es ist unheimlich süß; der Lieblingsneffe empfiehlt inzwischen mir Bücher, statt ich ihm. Das ist sehr toll.)
  • BvjA-Anthologie: 30 

Veranstaltungen

  • Vortrag zum Thema Gelassenheit + Buch „Nimm´s leicht“ von Andreas Rieck

Da sind wir schon wieder beim Thema. Es kostet wahnsinnig viel Energie, wenn man sich dauernd über alles aufregt. Die hier vorgestellte Methode spricht mich sehr an, ich habe das Buch gekauft. Mal sehen, ob ich es umgesetzt bringe. Der Vortrag war jedenfalls sehr inspirierend. 

  • Lesung „Das Nachtfräuleinspiel“ 
  • Kenner trinken Württemberger

Musik:

  • Simon & Garfunkel: Greatest Hits (Ich armer Mensch habe bisher keine Greatest Hits CD besessen, das habe ich nun geändert!)
  • Immer noch Meat Loaf: Paradies by the dashboard Light in der Dauerschleife
  • Mumford and sons: Delta (Immer noch meine Lieblingsband, und ich glaube die einzige, von der ich alle Alben besitze.)
  • Hayden – Die Schöpfung (Gänsehaut. Singt dem Herrn alle Stimmen)

Apps

  • 7 Mind
  • Rayman Adventures
  • Love Book App

Literatursommer in Marbach

Hannah Jäger hat in ihrem sehr hübschen Blog „Wonderworld of Books“ über den Literatursommer in Marbach geschrieben. Da waren wir Shorties zu Gast und haben Kurzgeschichten zum Thema „Frauen in der Literatur“ gelesen. Die Fotos von Marbach sind wunderschön. Und wie die ganze Veranstaltung gewesen ist, kann man HIER nachlesen.

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© Baden-Württemberg-Stiftung

 

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