Filme & Serien

The Money Run

 

 

Ich habe, glaube ich, nur ein einziges mal an einer Crowdfunding-Aktion teilgenommen, das ist Jahre her. Nun will Damian Lewis mit seinem Bruder einen Film produzieren und hey, die Chance daran irgendwie beteiligt zu sein, lasse ich mir doch nicht entgehen. Du etwa? Die Story klingt abgefahren, ich werde mir dazu noch das Buch einverleiben, eh klar.

~Caro

 

Link: Indiegogo The Money Run

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Birnenkuchen mit Lavendel

 

Ich war kurz versucht zu schreiben „Pierre leidet an Asperger-Autismus“. Aber das ist Quatsch. Er leidet ja nicht. Man kann an Krebs leiden, oder an Weltekel. Piere ist Piere und schon im Trailer hat er mein Herz erobert. Dann habe ich mir den ganzen Film angeschaut und nun geistert er schon seit Wochen in meinem Hirn herum. Ich konsumiere viel: Filme, Serien, Bücher. Selten habe ich das Bedürfnis mich an den Computer zu setzten und dir davon zu erzählen. Ich erzähle dir ja auch nicht von jeder Mahlzeit, oder jedem Sonnenuntergang, auch wenn ich beides täglich erlebe. (Meistens schön. 😉 ) Es muss dann doch etwas besonderes sein, in die ein oder andere Richtung. Jedenfalls. Über Pierre denke ich nun schon eine Weile nach. Ich mag Indie-Filme. Ich mag Geschichten Abseits der Norm. Mich interessiert es, wie eine Gesellschaft ihre Aussenseiter sieht und behandelt. Oft werden ja Leute zu Aussenseitern gemacht, und wenn sich alle Beteiligten weniger blöd anstellen würden, wären die Aussenseiter gar keine. Piere ist auch keiner. Eigentlich.

Louise ist Witwe mit zwei Kindern. Natürlich mit Geldsorgen. Sie kämpft um ihr Haus, ihre Obstplantage, ihr Leben.

Pierre ist Asperger-Autist und will eigentlich nichts. Er ist mit sich und der Welt im Reinen. Eigentlich. Seine Mutter ist verstorben, und er soll in eine therapeutische Einrichtung umziehen. Er will da natürlich nicht hin und lebt statt dessen hinter einem Bücherregal in einer Buchhandlung. (Kein schlechter Ort zum leben, finde ich.)

Louise fährt Pierre, (wie soll es anders sein, die Liebe ist ein Schlag in die Magengrube), mit dem Auto über den Haufen.

Mehr sage ich jetzt gar nicht zur Handlung, die Ausgangssituation ist hübsch und klar. Ich mag den Film (und werde ihn mir auch nochmal ansehen), weil es eine Liebesgeschichte ist, in der sich die Figuren nicht verbiegen, weil es nicht das erklärte Ziel ist, Männlein und Weiblein zusammen zu führen um ewiglich glücklich zusammen zu leben. Ich mag das Ende. Das ist wohl das Wichtigste. Bei Indie-Filmen verkacken die Macher so oft das Ende, weil sie am Schluss doch noch in die Mainstream-Schiene rutschen oder weil ihnen die Ideen ausgehen. (Schlimmes, schlimmes Beispiel: Coconut Hero. Unglaublich gestelzte Dialoge, absehbares plattes Ende. Den halben Film verbrachte ich kopfschüttelnd und den Fernseher anmaulend.) Jedenfalls.

Pierre und Louise retten die Birnbäume vor dem Frost, das sind unheimlich schöne Bilder, die mich sehr ansprechen. Und dann retten sie sich gegenseitig, auf ihre eigene Art. Das ist sehr schön anzusehen. Like.

 

Link: Imdb

Hobbs ist tot

hobbs

Das wird jetzt kein Text darüber, dass früher alles besser war. Es war nicht besser. Nur anders. Früher, das bedeutet in meinem Fall, als ich noch ein Kind war, haben wir zuhause gemeinsam fern gesehen. Es gab Abendbrot, der Vater hat die Nachrichten geschaut, wir mussten Zähne putzen, Schlafi anziehen und dann durften wir noch eine Stunde mitgucken. Emergency Room war eine der wenigen Serien, auf die wir uns einigen konnten – vorher standen Sachen zur Auswahl wie „Schwarzwaldklinik“, „Ein Schloss am Wörthersee“ und „Ich heirate eine Familie“.

(Schlimm genug, dass meine erste CD, die ich geschenkt bekam, eine von Roy Black war. Später folgte dann die Kelly Family, nur damit du einen Eindruck von meiner schweren Kindheit hast.) Jedenfalls. Wir Kinder maulten, der Vater hieb die Faust auf den Tisch (Mein Fernseher, eure Füße unter meinen Tisch, die Füße standen noch nicht auf dem Boden, die baumelten noch in der Luft, und ließen sich beeindrucken.) Emergency Room war dann die Rettung. Es gab Action, Blut und Tote, die Jungs waren zufrieden, es gab Drama und Herzschmerz für Mutti. Die konnte nebenher noch stricken. Du musst die Serie nicht gesehen haben, du mußt Lucy nicht kennen.

Wir schauten das, jede Woche, jahrelang. Das Ritual abends, änderte sich, die Jungs fingen an, auszugehen, natürlich erst wenn der Abspann lief, und der Vater schlief in der ersten Werbepause ein. Dann kam Lucy. Die Brüder fanden sie toll, weil sie hübsch war, der Vater sagte „Kesses Bienchen“, ich fand sie toll, weil sie klug war und sich in dem Laden durchsetzte und so wurde die ganze Familie ein Fan der Assistenzärztin. Alle blieben wach, die Jungs saßen gestylt auf dem Sofa, mit Blick auf die Uhr; „Wir können erst nach der Folge auf die Gaß“.

Dann kam ein Typ mit einem Messer ins Krankenhaus, psychisch krank. Er stach zwei Ärzte nieder und meine Familie heulte, als wär unsere Lieblingstante aus der Schweiz gestorben – die, die immer die gute schweizer Schokolade schickte.

Noch wochenlang konnten wir über irgendein Thema reden, um dann doch wieder bei Lucy zu landen. „Lucy ist tot“, sagte dann etwa mein Bruder mit belegter Stimme.

„Schade, sie war so nett“, sagte meiner Mutter.

Kein Mensch, ausserhalb meines Elternhauses verstand den Satz, „Lucy ist tot“. Meine Lehrerin wusste nicht, ob mein Wellensittich gemeint ist, oder doch die Tante und kondolierte aufs Geratewohl.

Heute ist das anders. Ich nutze einen anderen Streaming-Dienst als die Brüder, meine Eltern streamen gar nicht, die gucken wieder „Schwarzwaldklinik“ und „Ein Schloss am Wörthersee“ auf Servus TV oder irgend so einem Sender, den normale Leute gesperrt haben. Mein Vater guckt ja oft „Das Dritte“ und ich weiß nicht wovon er redet.

Der Gute interessiert sich nicht für die Serien, die ich mag – er guckt Zombie-Gemetzel auf dem Laptop und surft nebenher bei Facebook durch die neuesten Computer-Spiel-Walkthrough-Videos. Ich bin den Arztserien treu geblieben.

Neulich guckte ich dann Ripper Street. Musst du nicht kennen. Hobbs auch nicht.

Hobbs war jung und schön und klug und sympathisch. Meine Eltern hätten den gemocht. Die Brüder auch. Und als ich in den Familienchat hinein schrieb: „Hobbs ist tot“, da erinnerten sie sich an Lucy.  Damals, weißt du noch? Und sie fragten: „Wer ist Hobbs?“, weil wir nicht mehr gleichzeitig die selben Sendungen schauen. Früher war nicht alles besser. Nur anders.

Ich ging zum Guten, wollte mich da trösten lassen. Ich sagte: „Hobbs ist tot.“

Er nahm mich in den Arm und fragte sanft: „Einer deiner fremden Facebookfreunde?“

 Aus dem Notizbuch von Carolin Hafen

#Sudelblog

Ich und Earl und das Mädchen

Ich und Earl und das Mädchen, 2015

Der Titel ist etwas sperrig, und ich weiß nicht genau, warum dem deutschen Titel ein Wort fehlt. Ein entscheidendes Wort. Der Originaltitel lautet „Me and Earl and the Dying Girl“. Sie stirbt also. Bevor du jetzt maulst „Boah, schon wieder so ein Krebs-Film“, möchte ich sagen: Momentchen, bitte. 

Ja, ich habe „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ gelesen und gesehen. Vielleicht habe ich auch in meinem stillen Kämmerlein ein bisschen (viel) geheult. Das würde ich in der Öffentlichkeit aber nicht zugeben. Ich bin nicht nah am Wasser gebaut. Ich lebe nah an der Wut, aber das ist ein anderes Thema. Wir sind uns hoffentlich einig, dass „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein ganz tolles, intensives, kluges Buch ist, und das die Verfilmung überraschend gut gelungen ist. Du weißt, wir haben beide schon schlimme Verfilmungen gesehen, da will ich jetzt aber nicht drüber reden.

Es ist also wieder so ein Krebs-Film. Ja. Aber. Pass uff, jetzt kommt das große Aber. Das Thema, du weißt schon, die Message (Scheiß Neudeutsch) ist so universell, so groß und umfassend, das kann man sich auch öfter anschauen. Gern auch in neuem Kleid.

Ich mag es, wenn die Details stimmen. Und hier stimmen die Details. Greg will die Schule einfach nur überleben. Er lässt sich auf niemanden ein, lässt niemanden wirklich an sich heran kommen. Er mag sich nicht, er traut dem Urteil der anderen nicht, er ist also ein typischer Teenager, mit viel Selbsthass, Unsicherheit und keinem Plan. Was will er jetzt? Was will er in der Zukunft? Will er überhaupt irgendwas? Und was soll das überhaupt, dieser ganze Zirkus? Ich mag Greg, und ich hätte ihn mit 15 gemocht, er hat einen tollen Sinn für Humor.

Greg und sein bester Freund Earl machen Filme zusammen. Ach, Momentchen. Sie sind beste Freunde, aber Greg sagt dieses Wort nicht. Er sagt „Kollege“. Auch das verstehe ich sehr gut. Ich sage auch oft „Kollege“, wenn ich eigentlich etwas anders meine, und das richtige Wort nicht richtig finde. Kompliziert? Nein. Der Kollege Earl hat für all das Verständnis, irgendwie. Sie machen also ihre Filme, Parodien berühmter, alter, gewalttätiger Klassiker, das ist sehr witzig. Die Titel, ach… guck es dir einfach an.

Aber dann wird es kompliziert. Richtig KOM-PLI-ZIERT. Rachel, ein Mädchen aus seiner Klasse steht eines Tages da: Diagnose Krebs. Das geht Greg eigentlich gar nichts an, sie sind ja nicht befreundet. Greg ist mit niemandem befreundet, Greg überlebt einfach nur, Tag für Tag. Nun zwingt ihn seine Mutter rüber zu gehen, zur Rachel. Und sie nehmen sich auch fest vor, sich nicht anzufreunden. Klappt natürlich nicht. Wenn du jemanden, per Entscheidung nicht mögen willst, klappt das nie. Ich weiß das. Greg noch nicht.

Und so nimmt das seinen Lauf – ihr Überlebenskampf gegen den Krebs, sein Kampf im Alltag, mit sich und allem.

Dir ist ganz klar, was für einen Film du hier bekommst. Ich brauch da gar nicht mehr viel zu erklären. Ausser: Guck ihn dir an, es ist schön. Greg bekommt durch Rachel ein „Hier & jetzt“, und er bekommt von ihr eine Zukunft. Weil das noch nicht reicht, erfährt er etwas über sie, dass er noch nicht wusste – und sowas ist immer ein großer Trost. Das mit den Eichhörnchen ist so ein Detail… ach, guck es dir einfach an.

Jack

Filmklappe

 

Ich hatte Urlaub (das heißt jetzt nicht mehr 😦 ) und habe mir jede Menge Zeug reingezogen. Serien, Filme, Süßkram. Eigentlich wollte ich wieder eine Liste machen im Sinne von „Gesehen im August“, aber in meiner #Watchlist war wirklicher großer Mist dabei und ich erzähle lieber begeistert über Dinge als zu schimpfen. Eigentlich.

(Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich die Liste mache oder nicht.)

Ein Beispiel gefällig? Ein Mann und seine Maus – Die Walt Disney Story

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, mir war wirklich sehr, sehr langweilig. Das Schönste am ganzen Film ist noch Olan Rogers, der Rest ist süß. Wirklich süß. Nimm einen Liter Cola. Süß, nä? Dann löffelst du da noch 17 Esslöffel Zucker rein, und krönst das mit einer Tube Honig. Es-tut-weh-süß. Zuckerkoma-süß. Tut dir schon das Gesicht weh, ziehst du alle Muskeln zusammen und möchtest dich fortan nur noch zuckerfrei, vegan und gesund ernähren? Gut, reden wir über den Film. Aber nur kurz. Walt Disney war ein niedliches, altkluges Bürschchen, und hat in seiner Kindheit wohl drei kluge Gespräche geführt, im Sinne von:

  • Du bist ein Künstler, Walt.
  • Nimm Geld, für deine Kunst.
  • Gib nie auf.

Das ist der Film. Ach so, es soll natürlich rüber kommen, dass er ein total fleißiger, guter Typ war. Falls das jetzt zwischen den Zeilen nicht rüber kam – er ist ein total guter Typ. Das mag auch alles stimmen. In dieser Form, als Film, ist es unerträglich süß. Fast wie ein Disney Film. Wie viele Menschen hat er geprägt? Wie vielen hat er das Weltbild Mann-Frau-und-wie-die-Liebe-funktioniert aufgedrückt? Das ist ne andere Geschichte. Ich habe im Alter von sechs Jahren „Arielle, die Meerjungfrau“ gesehen, und glaube, dass dieser scheiß Film für mein Bild der sprachlosen Liebe verantwortlich ist – ob das gut oder schlecht ist, weiß ich nicht. Ich frage mich nur hin und wieder, ob sich Filmemacher auch nur eine Sekunde lang Gedanken machen, wie ihre Filme auf kleine Kinder wirken. Ich sag nur Ursula. Die hat mich auch fürs Leben geprägt, meine Sicht auf das Böse in der Welt. Aber das ist eine andere Geschichte. Vielleicht schreibe ich diesen Gedanken mal hier hin, aber nicht heute.

Ich will dir von einer Perle erzählen, einem Film den ich guten Gewissens, und herzlich empfehlen kann: Jack, 2014

Jack ist zehn Jahre alt und kümmert sich um seinen kleinen Bruder, weil seine Mutter es nicht macht. Die Mutter ist jung – jung zu sein ist für mich eigentlich kein Kriterium. Ja, junge Menschen können Kinder kriegen UND das gut hinbekommen. Jacks Mutter ist jung, mit sich und dem Leben überfordert und kriegt nichts gebacken. Eines Tages verschwindet sie dann ganz von der Bildfläche und Jack (Ivo Pietzcker) muss nun alleine, ohne Geld, ohne in die elterliche Wohnung zu können, klar kommen. (Ich mag keine passiven Charaktere, vielleicht spricht der Film mich deshalb so an.)

Jack hetzt zwei Stunden lang, verschwitzt durch Berlin (?) und übernimmt Verantwortung, zu der seine Mutter nicht in der Lage ist. Das ist intensiv, ehrlich und wirklich großes Kino.

 

Gesehen im Juli

Wayward Pines, 2015 (Staffel 1)

Habe das Drama nach Folge 6 abgebrochen. Ich kann den Blödsinn nicht schauen. Die Darsteller konnten mich nicht überzeugen, allen voran Matt Dillon. Ich wollte eigentlich schon nach Folge 1 ausschalten, dachte dann aber: Sei nicht so hart, gib der Story eine Chance. Die Story weiß aber gar nicht, was sie sein will: Geht´s um eine Zeitschleife, eine Parallelwelt, um Zombies oder um ein Beziehungsdrama? Wieder sind es die Dialoge, die mich raus werfen. Wenn die Figuren so unnatürlich durch die Gegend staksen und Text aufsagen, den kein Mensch, nicht mal ein guter Schauspieler gut rüber bringen könnte. Ich bin nicht in der Zielgruppe für diese Serie, allerdings weiß ich nicht genau ob es daran liegt, dass ich The walking Dead gesehen habe, oder trotzdem.

 

Wreckers, 2011 – Wie viele Geheimnisse kann die Liebe ertragen?

Wieder ein Film, den ich wegen Benedict Cumberbatch angesehen habe. Eine Dreiecksgeschichte. Eine Frau, zwei Brüder, eine herbe Vergangenheit. Die Geschichte hat keinen richtigen Anfang, kein richtiges Ende, es ist einfach ein Ausschnitt, ein kurzes Zeitfenster im Leben der drei Figuren. Die Frage, die der Titel stellt, wird auch nicht beantwortet. Aber das spielt vielleicht auch keine Rolle. Alle drei, David, Nick und Dawn inszenieren da ein intensives Zusammenspiel mit ihren Lebenslügen. Das kann man gut anschauen, finde ich. David und Dawn sind seit kurzem verheiratet, und versuchen ein altes Haus zu renovieren. Das steht sinnbildlich für die Vergangenheit, da gibt es einiges zu tun. Der Bruder von Nick kehrt traumatisiert aus dem Krieg zurück. Schnell wird klar, nicht alle seine seelischen Wunden stammen aus seinem Kriegseinsatz… Dawn freundet sich mit Nick an und muss fest stellen, dass sie ihrem Mann kaum kennt.

 

Dracula Untold, 2014

Eine Materialschlacht ums Kind. Erst dachte ich: Hui, das sieht ja aus wie Game of Thrones. Rickon Stark gegen Tywin Lennister. Dann taucht aber noch Dominic Cooper (Preacher) mit extrem viel Eye Liner auf. Da kannte ich mich dann nicht mehr aus. Jedenfalls.

Fürst Vlad wurde als Kind (gegen seinen Willen) zum Soldaten ausgebildet – er wurde der schlimmste Schlächter, den die Türken je gesehen haben. Vlad, der Pfähler. Als sein Vater stirbt, kehrt er zurück nach Transilvanien. Die Türken kommen und wollen 1000 Kinder von ihm, um diese wieder als Soldaten auszubilden. Unter anderem Vlads Sohn.

Zufällig und gerade passend, trifft Vlad auf einen Vampir. Das trifft sich ja gut, weil als Vampir kann man besonders gut und viele Leute killen. Was dann auch geschieht. Der Vamir ist sehr eklig, sehr gruselig, die Materialschlacht umfangreich.

 

Coconut Hero, 2015

Der mit Abstand blödeste Film seit langem. Da ist auch der Trailer noch das Beste am ganzen Geschehen. Die Idee war sehr hübsch, leider funktioniert die Story für mich nicht, bzw. ich finde die Hauptfigur langweilig, passiv und unsympathisch.

Um es kurz zu machen: Mike hat einen blöden Namen und wird in der Schule gehänselt. Daheim läuft´s auch nicht gut – er will sich umbringen. Das geht allerdings schief. Im Krankenhaus erfährt er, dass er einen Hirntumor hat. Diese Ausgangssituation hat sehr viel Potenzial. Mehr aber auch nicht. Die Dialoge sind furchtbar hölzern – ich saß vor dem Fernseher und brüllte empört: „So redet doch kein Mensch!“ und dann wird es plakativ. Das heißt, mir als Zuschauer wird die Message des Films mit einem Zaunpfahl in den Schädel gehämmert. Schlimm.

 

Pan, 2015

Hier wurde versucht, zu erzählen, wie aus Peter, dem Waisenjungen, Peter Pan wird und aus Hook eben Captain Hook. Mit dem Hinweis, dass die beiden mal Freunde gewesen seien. Ich liebe die Geschichte um Peter Pan. Ich habe das Buch mehrfach gelesen und so ziemlich jede Verfilmung gesehen, die es dazu gibt. Daher war klar, dass ich diese Version auch sehen muss. Es gibt diverse Abweichungen von der Originalstory, das stört mich auch nicht weiter. Aber. Das ist eine Kindergeschichte. Für Kinder. Was denken sich Filmemacher, wenn sie so einen Film umsetzten? Das Böse ist immens groß, das Zauberhafte an Nimmerland beschränkt sich auf ein paar Meerjungfrauen und die verlorenen Jungs ackern in einem Steinbruch um ihr Leben, zum Sound von Nirvana. Der Film sieht gut aus, die Spezialeffekte sind alle da, mir persönlich aber Schnurz, wenn die Handlung nichts taugt. Nein, das ist unfair. Ja, die Handlung wäre auch hübsch. Peter und Hook im Steinbruch. Hook ist auch ein verlorener Junge und noch lange nicht Captain. Aber das zauberhafte, magische, das besondere an Nimmerland vermisse ich. Ich wollte kein Remake von Hook mit Robin Williams. Aber ich stelle mit bedauern fest, dass Kindergeschichten heute anders erzählt werden. Das man dem kindlichen Publikum viel mehr zumutet. Und das gefällt mir nicht. Diese Empfindung hat wenig mit diesem Film explizit zu tun, aber er ist ein Symptom.

 

Hawking, 2004 (Benedict Cumberbatch)

Benedict Cumberbatch als Stephen Hawking ist nett anzusehen. Allerdings macht mich die Kameraführung völlig wahnsinnig. Mir ist klar, dass hier die Perspektive von Hawking simuliert werden sollte, der immer wackliger auf seinen Beinen steht, je mehr seine Krankheit voran schreitet. Ich allerdings habe den Eindruck, der Kameramann war besoffen. Das trübt mein Filmvergnügen.

Die Geschichte um Hawking ist, denke ich, bekannt. Der Film stellt seine frühen Jahre an der Universität dar: Wie seine Krankheit diagnostiziert wird und voranschreitet, und er dadurch motiviert um sein Privatleben und seine Arbeit kämpft.

 

Jimmy P. – Psychotherapie eines Indianers, 2013

Die Geschichte beruht auf einem wahren Fall. Jimmy Picard ist Blackfoot-Indianer und Veteran. Nach einem schweren Unfall mit Schädelbruch leidet er an Symptomen, die ein normales Leben unmöglich machen. Seine Schwester bringt ihn in ein Veteranen-Hospital, wo man zunächst Schizophrenie diagnostiziert. Die Ärzte im Hospital holen den Psychoanalytiker Georges Devereux dazu, der eine andere Diagnose stellt und Jimmy schließlich therapiert.

 

Das Versprechen eines Lebens, 2014

Russell Crowe hat mein Herz. Das ist einfach so. Seit ich Gladiator gesehen habe, kann er machen, was er will. Ich guck´s mir an. Und meistens finde ich das dann sehr schön. So wie hier. Conners Söhne fallen bei der Schlacht Gallipoli (1915). Conner, der eigentlich Brunnenbauer in Australien ist, macht sich auf den Weg um seine gefallenen Söhne zu finden um sie zuhause zu begraben. In Istanbul angekommen, muss er jede Menge Hürden überwinden um überhaupt auf die Insel zu kommen. Der Krieg ist zwar vorbei, aber Engländer und Türken hassen sich immer noch und so entsteht eine eigenartige Truppe. Englische Soldaten und der türkische Hauptmann Hasan unterstützen Conner bei seiner Suche. Es gibt natürlich auch noch was fürs Herz, ist ja klar.

 

Homeland Staffel 4

Ich habe die Serie mit Begeisterung geschaut – wegen Damian Lewis. Das Claire Danes mich mit ihrer Darstellung so aus den Latschen haut, konnte ich vorher nicht ahnen, das war ein schönes Geschenk zu Lewis. Ich habe also drei Staffeln lang mitgeliebt und mitgelitten. Um Staffel 4 habe ich einen großen Bogen gemacht, weil… also Spoiler. Ohne Lewis wollte ich es nicht mehr gucken. Jetzt hab ich es doch getan, Carrie hat ein neues Bauernopfer, es geht weiter wie bisher. Weiter gut, spannend, ohne an Qualität zu verlieren. Ich hatte nun irgendwie erwartet, dass es ohne Lewis nicht mehr das selbe ist. Ich merke aber kaum, dass er fehlt. Und so werde ich wohl auch Staffel 5 noch gucken.

 

Preacher, 2016

Immer noch ein großes WTF? Ich komm nicht in die Geschichte rein. Es wäre eigentlich alles da. Verschrobene Figuren, eine komplexe Handlung, gute Darsteller, das sieht eigentlich alles gut aus. Und doch denke ich die ganze Zeit: Wann geht die Handlung los? Mir dauert das alles zu lang. Ich habe ein großes Fragezeichen im Gesicht und wenig Geduld. Menno.

 

Midnight Special, 2016

Der Film lässt mich etwas ratlos zurück. Er hat zwar alles, was ein guter Film braucht, aber ich habe dennoch den Eindruck, das Ende fehlt. Irgendwie.

Alton hat besondere Fähigkeiten. Deshalb ist die Regierung hinter ihm her – sie halten ihn für eine Waffe. Eine texanische Sekte ist auch hinter ihm her – sie halten ihn für ihren Erlöser. Der Vater, Roy, entführt sein eigenes Kind um vor beiden Gruppierungen weg zu kommen. Er glaubt an die Bestimmung seines Sohnes. Soweit so gut. Dann springt noch ein Sprachwissenschaftler (Adam Driver) herum und versucht raus zu finden, was für Fähigkeiten das genau sind. Ich würde die Story als unfertig bezeichnen.

 

#Zeitgeist, 2014

Der Film gefiel mir wirklich gut. Ich bin ein Fan des Voice over, wenn eine gottgleiche Stimme von oben kommentiert, was passiert. Das kommt der auktorialen Erzählweise eines Romans sehr nahe. In diesem Fall kommentiert Emma Thompson das Leben mehrerer Personen. Der Clue: Es geht um Beziehungen im digitalen Zeitalter. Da sind Hanna und ihre Mutter, die beide an einer „Schauspielkarriere“ der Tochter arbeiten und dafür private Foto-Shootings im Keller veranstalten.

Don und Helens Ehe steht auf der Kippe, beide suchen im Internet nach einer Lösung. Don entdeckt, dass sein Sohn sich allerhand im Internet anschaut: Chris ist von seinen Pornos so verkorkst, dass er mit einer richtigen Frau gar nichts anfangen kann.

Tim findet, nachdem seine Mutter ihn und den Vater verlassen hat, das Leben bedeutungslos. Wenn er keine Videospiele spielt, verfolgt er, was seine Mutter auf Facebook postet. Brandy wird von ihrer Mutter völlig überwacht und kontrolliert. Die Mutter liest alles mit, verfolgt jeden ihrer Schritte, löscht Nachrichten und entfreundet Leute bei Facebook, die sie als Gefahr für ihre Tochter ansieht. Ihr Leben verhindern kann sie dennoch nicht.

Ich mag das verwobene, diese kleinen Mikokosmen, jeder in sich besonders. Es gibt keinen großen Knall, auch kein Wir-haben-uns-alle-lieb-alles-wird-gut. Aber der Blickwinkel ändert sich. Das hat viel schönes.

Gesehen im Juni

Rectify Staffel 3: Immer noch eine der besten Serien, die ich je gesehen habe. Ich kann gar nicht fassen wie wenig Beachtung diese Serie erfährt. Hier passt einfach alles. Die Story, die Darsteller, die Umsetzung. Ich kann mich an Aden Young nicht satt sehen. Jedes Wort, dass ich nun über die Handlung schreibe, ist eines zu viel. Ich will nicht spoilern. Wenn du die Serie noch nicht kennst, leg sofort los.

Staffel drei hat noch einige Wendungen und Überraschungen parat. Es ist immer noch nicht klar, ob Daniel Holden seine Freundin getötet hat oder nicht. Ich verfolge mit Spannung dieses Psycho-Spielchen, wie die anderen Daniel sehen, wie er sich selbst sieht, wer die Wahrheit sagt und wer nicht und frage mich die ganze Zeit, was ist denn die Wahrheit? Und spielt das überhaupt noch eine Rolle?

Ganz großes Kino!

[Link: Imdb]

 

Vacation. Die Griswolds wollen mal wieder nach „Walley World“. Das war schon in meiner Kindheit bescheuert. Es wird dreissig Jahre später auch nicht besser. Es ist sinnlos und vulgär. An dem Abend wollte ich aber genau das und war angeekelt, aber gut unterhalten.

[Link: Imdb]

 

Small Island (Benedict Cumberbatch): Das habe ich tatsächlich nur geschaut, weil Benedict Cumberbatch mitspielt. Sonst hätte ich das getrost sein lassen. Kann man gut gucken, muss man aber nicht. Es ist ein bisschen kitschig geraten und das Ende lässt mich unschlüssig zurück. Was will mir die Geschichte sagen? Ich weiß es wirklich nicht. Und ich bin zu faul um darüber ernsthaft nachzudenken.

England, 1939. Queenie heiratet Bernard – nicht aus Liebe, sondern aus Mangel an anderen Möglichkeiten. Sie will dem elterlichen Bauernhof entfliehen. Bernard meldet sich freiwillig und ist dann erst mal weg.

Gilbert und Michael melden sich ebenso freiwillig für den Militärdienst. Der eine, weil er vom Vater verstoßen wurde, der andere, weil er der kleinen Insel Jamaika entfliehen will.

Hortense träumt auch von einem großartigen Leben in England – mit Michael. Doch der denkt nicht dran, mit ihr was anzufangen. Hortense heiratet dann auch – nicht aus Liebe, sondern aus Mangel an Möglichkeiten. Diese ganzen Lebenswege sind verkorkst und verstrickt, ohne das die Beteiligten das merken und am Schluss gibt´s ein uneheliches Kind. Toll.

[Link: Imdb]

 

Ray Donovan Staffel 3/Game of Thrones Staffel 6

Ich fasse diese beiden Serien mal zusammen. Nicht, weil sie viel gemeinsam haben, sondern weil mein Frust auf dem selben Problem gründet. Halten wir kurz fest: Großartige Serie(n), aufwendige Umsetzung, tolle Darsteller. Alles supi. Bis auf den Umstand, dass alle Handlungsstränge irgendwo hin laufen, nur nicht dahin, wo ich sie gerne hätte. Alles, was mich jeweils in Staffel 1 noch begeistert hat, verläuft nun in ganz andere Richtungen, dauert mir zu lang oder wiederholt sich unnötigerweise. Nehmen wir kurz das Gewaltthema. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Das ist ein alter Hut. Wenn man eine Serie konzipiert, die dadurch auffällt, dass sie sehr gewalttätig ist, so muss man das von Staffel zu Staffel steigern. Und ich bin müde, ich bin es leid mir noch mehr Blut, noch mehr Schlachten, noch mehr Tote anzusehen. Allerdings bin ich nicht in der Lage abzuschalten. Ich muss wissen wie es ausgeht. Also gucke ich motzend weiter.

Menno.

 

Ashby Der Film beginnt sehr klassisch: Ed soll eine Hausaufgabe schreiben über einen anderen (älteren) Menschen. Da trifft es sich gut, dass sein Nachbar Ashby alt ist und sich bei ihm gerade ein Problem auftut, dass nur Ed lösen kann. Ashby hat einen Gehirntumor, wird also bald sterben, bis dahin kann er aber nicht Auto fahren. Ed hat einen Führerschein, aber keine männliche Bezugsperson bzw. einen Vater, der ihn aufs Leben vorbereitet: Prügeln, in der Schule überleben, Mädchen. All das eben.

Der Film hält sich an kein Genre (was ich erfrischend finde) und wechselt ein paar Mal die Tonart. Erst denkt man, Ed ist das totale Weichei, dann stellt sich raus, dass er gut in Sport ist. Erst denkt man, dass Ashby ein alter Sack ist, dann stellt sich raus, dass er ein Geheimagent ist, der raus findet, dass er beschissen wurde. Während Ed sich um sein Mädchen kümmert, bringt Ashby ein paar Leute um. Hier vereinigt sich Teenie-Komödie mit Liebesschnulze, Krebsgeschichte mit Agententhriller und irgendwo steckt noch ein Vaterkomplex zwischen den Handlungssträngen. Alles sehr nett. Wirklich.

[Link: Imdb]

 

Preacher Staffel 1 Ich habe bisher die halbe Staffel gesehen und keinen blassen Schimmer warum ich mir das anschaue, worum es geht oder wo das hinführt. Ich finde Dominic Cooper attraktiv, das mag einer der Gründe sein. Attraktive Menschen sind mir oft Motivation genug irgendwas anzugucken. Ich kann das gut: Einfach gucken ohne zu denken. Hier ist das vorherrschende Gefühl: WHAT. THE. FUCK? Ich nehme an, das bleibt so bis zum Schluss. Sollte sich was daran ändern, werde ich es dir mitteilen.

[Link: Imdb]

Gesehen im Mai

Filmklappe

 

  • Transparent Staffel 2 – in jeder Folge eskaliert es. Das Leben, die Leute, die Situationen. Da man sich drauf verlassen kann, in jeder Folge jemanden durchdrehen zu sehen, wird es schnell ermüdend. Kann man schon gucken, muss aber nicht unbedingt sein.
  • Im Rausch der Sterne. Bradley Cooper ist so ein schöner Mensch. Der Sterne-Koch versucht aus dem Leben ein perfektes Gericht zu machen. Die Zutaten stimmen und mit guten Zutaten kann man ja nicht schlecht kochen. Die Protagonisten verlieben sich lecker.
  • Gortimer Gibbon Staffel 1 & 2. Endlich mal wieder eine Kinder/Jugendserie in der die Figuren NICHT hyperaktiven Kleinkindern auf LSD gleichen. Der Blödsinn, der bei Nickelodeon und Co läuft, hält ja kein Mensch aus. Wenn man also ein bisschen heile Welt möchte – Kinder in einer magischen Welt, ohne überzogene Charakterisierungen – kann hier selig lächelnd 26 Folgen genießen. Klare Empfehlung.

 

 

  • Maze Runner – Die Auserwählten in der Brandwüste. (Ich kenne die Bücher nicht) Im ersten Film rennen die Kinder durch ein Labyrinth. Im zweiten Film rennen die Kinder aus einer Einrichtung weg, dann durch eine Wüste, ab in die Berge. (Huch, hab ich jetzt gespoilert? Sorry.) Drei oder vier Mal wird´s unlogisch´, ich kann die Handlung nicht nachvollziehen. Dann wird´s noch etwas eklig, The Walking Dead tauchen auf. Leute, der Film ist ab 13. Kann man sich getrost sparen. Ich wünschte, mich hätte jemand abgehalten.

Mr. Holmes

Es gibt gewisse Themen und Geschichten, die sehe ich mir in all seinen Facetten und Erzählweisen an, immer wieder. Peter Pan ist so ein Thema. Und Sherlock Holmes. Serien, Filme, Trickfilme, Bücher. Egal in welcher Darreichungsform. Erstaunlicherweise finden sich nämlich immer neue Blickwinkel und Interpretationen. Manchmal kommen auch nur ein paar Spezial-Effekte und Geschwindigkeit hinzu. Sherlock Holmes ist eine (gefühlt) ewig währende Wiederholung eines Stereotyps. Und mir wird nie langweilig.

Ich habe den Trailer zu „Mr. Holmes“ entdeckt und musste den Film sogleich anschauen.

Ian McKellen ist ein verdammt gutes Argument für den Film. Dieses mal ist Mr. Holmes sein eigener Fall, er ermittelt sein Gedächtnis. Das ist eine schöne Variation, auch mal ein bisschen anders, zudem spricht mich dieses Zusammenspiel „Alter Mann mit neugierigem Jungen“ sehr an. Auch diese Erzählform, Alt und Jung arrangiert sich mit den eingeschränkten Umständen des Lebens, ist nicht neu. Kinder dürfen noch nicht alles, alte senile Menschen können nicht mehr alles. Es scheint, diese Kombination geht immer.

Jedenfalls.

Ian McKellen alias Mr. Holmes lebt nicht mehr in der Baker Street. Die gemeinsame Zeit mit Mr. Watson liegt lange zurück. In dieser Version hat Sherlock Holmes die Bücher seines geschätzten Kollegen nie gelesen. Nach dem Tod seines Bruders Mycroft fallen ihm die gesammelten Werke in die Hände und er beginnt zu lesen.

Im Film werden drei Handlungsstränge erzählt. Als erstes, der alternde Mr. Holmes, der gegen das Vergessen kämpft, der im Exil lebt, mit seiner Haushälterin und dessen Sohn. Der Junge ist clever und neugierig, er hilft dem alten Mann dabei seine Bienenstöcke zu versorgen. Gemeinsam ermitteln sie ein mysteriöses Bienensterben.

Im zweiten Handlungsstrang erinnert sich Mr. Holmes an eine Reise nach Japan, dort war er um eine seltene Pfeffersorte zu finden, die seinen geistigen Verfall aufhalten soll.

Im dritten Handlungsstrang versucht sich Mr. Holmes zu erinnern, wie sein letzter Fall ausgegangen ist. Er las die Geschichte, die Mr. Watson aufgeschrieben hat und ist sich sicher: So ist das alles nicht passiert. Er will die Geschichte erinnern und aufschreiben, mit dem wahren Ende der Geschichte.

Es geht schließlich um menschliche Beweggründe, die sich nicht mit Logik erklären lassen. Ich fand den Film ganz wunderbar, gerade deshalb, weil es nicht um den Fall an sich geht, sondern um die Figur Sherlock Holmes, ohne Spezialeffekte und Brimborium. Natürlich ist er immer noch ein Stereotyp, einer, der versucht zu verstehen warum Menschen das tun, was sie tun. Dafür braucht es keinen scharfen Verstand, sondern Empathie. Und die fehlt Sherlock Holmes, durchweg in allen Erzählformen. Er ist klug, auf analytischer Ebene, aber nicht auf menschlicher.

Hier gegenüber steht Sherlocks Haushälterin, die diesen Part übernehmen soll: Die zwar nicht gebildet, aber bauernschlau ist.

Wie gesagt, das Thema ist alt, der Charakter „Sherlock Holmes“ in hundertfacher Ausführung schon da gewesen. Aber diesmal ist es eben Ian McKellen, dieses mal geht es um Sherlock selbst und das verdammt einsame Leben das er geführt hat – bis zum Schluss. Nicht neu, aber dennoch wirklich hübsch anzusehen.

 

 

Eckdaten:

Mr. Holmes (2015)

Link: Imdb

Ian McKellen, Laura Linney, Milo Parker