London

Freitagsfoto: Caro in London

Ich denke, das ist nun das letzte Foto aus meiner London-2017-Reihe. Caro, verstrubbelt aber happy, vor dem Big Ben. 🙂

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London: Afternoon Tea

Letzter Tag.

 

© cmh_Afternoon Tea / Orangery at Kensington

 

Ich weiß wirklich nicht was die Menschen früher ohne Internet gemacht haben. Wenn ich meinen Urlaub plane, suche ich mir meine Adressen und Routen heraus, überlege, wo ich mir was anschauen will, kaufe Tickets im Voraus, schaue noch ob ich irgendwo einen Rabatt raus schlage. Inzwischen überlege ich sogar, wo ich essen will. Geht ja online alles sehr einfach. Bei unserem letzten London-Besuch tappten A. und ich, mit wenigen Stunden Zeit vor unserem Abflug zufällig in die Orangery – mit einem kleinen Hunger. Das Wetter war sensationell, draussen waren noch Tische frei. So bekamen wir ein hübsches Plätzchen mit Aussicht und die Scones empfohlen. A und ich nickten uns zu; Ja, Scones zum Abschluss, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen machen müssen, dass ist ein würdiger Abschluss. 

Wenn ich die Wahl habe, zwischen Kaffee und Tee, wähle ich Tee. Wenn man in England Tee bestellt, bekommt man ein Kännchen, und das sind dann mindestens drei Tassen. In der Orangery  sogar vier. (Nach vier Tassen Tee gluckert es ein bisschen im Bauch 🙂 )Dieses Mal überließ ich es nicht dem Zufall. Ich stöberte auf der Webseite. Tatsache: Hier kann man einen Tisch reservieren. Und ich sah das Angebot für den Afternoon Tea. Beim letzten Mal, als wir so zufällig hier her kamen, waren wir zu früh dran. Ich wollte schon lange mal die Etagere bestellen, mit all den Leckereien. Dieses Mal also, war ich vorbereitet. Tisch, Uhrzeit, und genügend Hunger. Weil, das ist eine ganze Menge, was man da essen darf/muss. A. und ich haben uns eine Etagere geteilt. (Der Afternoon Tea kostet 28,50 Pfund pro Person. Ich habe das bei anderen Restaurants wesentlich teurer gesehen. Billig ist es aber auch nicht.)

Auf dem unteren Teller sind deftige Sandwiches: Mit Lachs, Schicken, Eiersalat und Gurke. Sehr lecker. Insgesamt 8 Stück. Auf dem mittleren Teller sind die Scones (natürlich!), die mit Clotted Cream und Erdbeermarmelade geliefert werden. (Ich habe Scones schon selber gebacken, die Clotted Cream aber gekauft.) Die Scones in der Orangery sind zum Niederknien lecker.

Zum Vergleich: Ich habe welche auf dem Borough Market gekauft, mit Zimt und Rosinen, die lagen aber wohl schon eine Weile in der Auslage und waren sehr trocken. Nicht so lecker. Scones schneidet man übrigens nicht, sondern dreht die untere Hälfte gegen die obere Hälfte und trennt sie so voneinander.

Ganz oben ist dann der verboten-süße Kram. Erdbeercreme und Mini-Kuchen, Schoko-Irgendwas und Kuchen mit Marzipanüberzug. Das Marzipan war rosa und schmeckte ein bisschen nach Rosen. Ich habe einen süßen Zahn, wie man so schön sagt, ich hätte mich drin wälzen können. A. war das obere Tellerchen zu süß, daher habe ich ihre Portion auch noch gefuttert, ich bin Schwabe. Was bezahlt wurde, wird auch gegessen!

A. und ich haben abgemacht, dass die Orangery nun Tradition wird. Zu jedem Abschied werden wir uns den Bauch voll schlagen. Das Sandwich im Flieger schmeckt nämlich nach Pappe.

 

Link: The Orangery 

 

London: Hampstead Heath

Tag 3

 

 

Hampstead Heath ist wild und schön. Also wildschön. Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber das sicher nicht. Ich mag sie alle, die Parks und Ruheflächen, die grünen Oasen mit den ordentlichen Blumenbeeten und dem getrimmten Rasen. Alles ist britisch, korrekt, wie mit dem Lineal gezogen. Das war mir bisher alles sehr recht, hübsch anzusehen, das gibt tolle Fotos. Und dann entdeckte ich Hampstead Heath. Wildschön.

Ich sage es gleich: Ein Tag reicht nicht, um sich den Park anzusehen, ein halber schon gar nicht. Ich wußte nicht WIE groß der Park ist und habe deshalb nur ein keines Stück, ein Puzzleteil davon gesehen. Das ist gut und das ist schlecht. Ich habe nicht alles gesehen – ich muss da wieder hin, es gibt noch viel zu entdecken. Hier hat es diverse Teiche, Ponds, und wenn man hart genug ist, kann man da schwimmen gehen. Mich friert es beim zusehen, aber ich sehe gern zu.

 

 

 

A. lässt mich machen. Das ist eine ihrer besten Eigenschaften. Ich kenne nur zwei Gangarten. Rennen und Stop. Dazwischen ist nichts, nur verlorener Raum.

Ich finde, eine Stadt muss man erlaufen. Parks ebenso. Das bedeutet, ich renne, schaue aufs Navi, sehe mich um, versuche zu erfassen, was ich da sehe und habe gleichzeitig Scheuklappen auf. Sie ist hinter mir, versucht tapfer mitzuhalten, mit meinem Tempo, meiner Begeisterung, meinem Irrsinn. Sie lässt mich machen. Auch dann, wenn ich falsch abbiege, nicht gleich weiß wohin, zurück und vor und nochmal links. Sie wird nicht ungeduldig mit mir, reagiert nicht genervt und ich denke dann oft: Sie ist ein besserer Mensch als ich. Diese Nachsicht habe ich nicht mit mir.

Und dann; ich renne den Hügel rauf, finde endlich, was ich gesucht habe, mein London-Glück mit Aussicht. Parliament Hill. Ich drehe mich um, sie ist noch da, wischt sich den Schweiß von der Stirn und sagt; Schön hier.

Dann würde ich gern was Nettes sagen, Danke oder Du Gute!, aber ich habe keine Zeit. Eine Parkbank muss her, für ein kleines Stop. Pause.

 

 

Wie gesagt, ich habe nur einen kleinen Teil gesehen, lief Trampelpfade entlang, wich Matschkuhlen aus, kreuzte den Pferdepfad und wunderte mich: So viele Leute, so viele Hunde, und jeder kommt mit jedem aus!? Zuhause, wenn ich im Wald joggen gehe, treffe ich selten Menschen, die die Notwendigkeit eines erzogenen Hundes angesichts von Joggern und Radfahrern, einsehen. Da ist das Thema immer ein Drama. „Der will doch nur spielen!“ Schwäbische Ignoranz, Kläffer, Wadenbeißer und Meinereiner mit einer kurzen Lunte. Ich werde da schnell wütend.

 

 

Hier: Ich sitze auf einer Parkbank, schlürfe eine Cola, bin zufrieden. Ein Dackel kommt vorsichtig auf mich zu, wir beschnüffeln uns, er leckt an meiner Hand, mein Schuhband interessiert ihn, ich kraule ihn am Ohr. Die Besitzerin kommt auf mich zugestürzt, entschuldigt sich dafür, dass ihr Hund mich belästigt habe – man könnte kurz den Eindruck gewinnen, Oscar hätte mir einen Finger abgebissen. Dabei mögen wir uns, Oscar und ich. Und wir plauschen, die Frau und ich, soweit mein Englisch es zulässt, über Hunde und deren Erziehung, über den Park und wo es das beste Eis gibt. So einfach kann es sein. Schön.

Sie gehen weiter, die Hunderunde beenden. Ich bleibe sitzen, genieße das Stop, auch, weil mir die Füße weh tun. Aber das muss so. Wenn mir die Füße nicht weh tun, habe ich es nicht richtig gemacht, das Entdecken, das rennen. Aber ich werde mit diesem Ausblick belohnt. Hier lässt es sich aushalten.

~Caro

 

Parliament Hill

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Freitagsfoto: Zimmer mit Aussicht

 

Die Aussicht ist der Hammer, da sind wir uns wohl einig. Aber im Moment würde ich viel dafür geben, mit geräuschreduzierenden Kopfhörern still dort zu sitzen. Damit wir uns richtig verstehen – auf einem der Sofas gemütlich lümmeln – um den Nachmittag lesend zu verbringen. Träumen darf man ja.

Statt dessen sitze ich heute Abend im Lapidarium und lese den Stuttgartern vor. Auch schön. Wirklich!

c.

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London: Phone Booth Library

Tag 2

In London gibt es eine „Phone Booth Library“. Als ich das erfuhr, wusste ich: Da muss ich hin. Weil, öffentliche Bücherschränke sind ja an sich schon eine tolle Aktion. Das ist nachhaltig, pflegt die Gemeinschaft und Menschen kommen an Bücher, die sie bei Amazon nie finden würden, schlicht, weil sie nicht danach gesucht haben. Das ist, in meinen Augen, das beste an Buchhandlungen, Flohmärkten, Bücherkisten und öffentlichen Bücherschränken: Man findet, was man braucht, aber nicht gesucht hat. Man entdeckt Bücher, Schätze, Neues. Google und co. finden immer nur das, was man schon kennt. Die Ergebnisse decken sich mit dem Horizont, den man schon hat.

Die Regeln eines Bücherschranks sind denkbar einfach. Stell eins rein, nimm eins mit. Es ist also keine Leihbücherei im eigentlichen Sinne – wobei, wenn man die Bücher, nachdem man sie ausgelesen hat, wirklich zurück stellt, ist es eine Mini-Bücherei. Ich habe mich jedenfalls an die Regeln gehalten, meine englische Ausgabe von Harry Potter rein gestellt und dafür einen Krimi raus genommen. Aber der Reihe nach.

Ich war 1999 das erste Mal in London, als Schüler: Abschlussfahrt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich damals noch keine Oystercard hatte, die habe ich erst bei meinem nächsten Besuch gekauft. Tatsache ist aber, dass ich nun seit 15 Jahren mit der gleichen Karte durch die Stadt fahre und dieses Mal habe ich die Karte zum Glühen gebracht. Ich wollte nicht im Zentrum, in der City herum springen, aus Gründen, die ich in den vorherigen Berichten schon aufgeführt habe. Von der Emirate Air Line zur Phone Booth Library ist es nicht weit, und wenn man mit der Overground fährt, sieht man auch was vom Städtle. Ich mag das, sobald ich die Touristen-Hotspots verlasse bekomme ich ein Gefühl von So-lebt-man-hier. Es ist also gleich viel weniger laut, die Gehsteige sind nicht rappelvoll und mich packt dauernd die Neugier: Wie sieht es da drinnen aus, in den Reihenhäusern? Ich sehe Kinder in ihren Schuluniformen, andere Leute machen Sport im Park, führen den Hund aus oder trauen sich mit dem Rad in diesen irrsinnigen Straßenverkehr. Typischer Alltag eben.

 

Wenn ich ich trauen würde, aber das tue ich leider nicht, auch weil meine Sprachkenntnisse nicht ausreichen, dann würde ich die Leute fragen: Wo arbeitest du und magst du deinen Job? Gehst du nach der Arbeit ins Pub, stehst auf der Straße mit den anderen, ein Pint in der Hand?

Ich war mit A. noch in der Westminster Abbey, später an dem Tag. Wir unterhielten uns über die Buntglasfenster, weil sie a) wunderschön aussahen und b) Könige und Königinnen darstellten, geschichtliche Ereignisse – eben eine Geschichte erzählten. Wir verstanden nur nicht die Zusammenhänge. In jedem Raum stehen „Guards“ herum, die aufpassen, dass man nicht fotografiert, nichts kaputt macht, nicht seine Popel an Stühle schmiert, nicht zu laut ist, undsoweiter und so fort. Ja, all das habe ich an nur einem Tag gesehen. Menschen *kopfschüttel*

 

 

Jedenfalls. Einer dieser Aufpasser hörte unser Gespräch, verstand so viel Deutsch, dass er meine Ausführungen verstand: Ich erzählte A. davon, dass ich die Serie „Wolf Hall“ gesehen habe und bis dato nicht wusste, wer Thomas Cromwell war, noch wie viel Einfluss er auf Heinrich VIII. hatte. Vor der Abbildung von Heinrich VIII. standen wir gerade und ich vermutete, dass er es ist, war mir aber nicht sicher. Und dann trat dieser ältere Herr an uns heran, fragte ob wir gerne mehr wissen wollen und so erhielten wir eine Privatführung, nur er und wir zwei, die aufgeregt fragten und hierhin und dorthin zeigten und er hatte wirklich Spaß mit uns, sagte „Ihr versteht alles was ich sage, don´t you?“ und wir nickten, und er erzählte weiter, über das englische Königshaus und die Hannoveraner und am Schluss sagte ich „Thank you“ und „Ihnen macht ihr Job wirklich Spaß hier, right?“

Yes, indeed. Und sowas begeistert mich immer. Ein Gespräch entsteht, ganz natürlich, später geht man auseinander, wir wissen, wir sehen uns nie wieder, aber dieser kurze Moment, das waren wir, und es war schön, und ich mag Menschen, die begeistert sind, von dem was sie tun. Ganz grundsätzlich. Und manchmal kann das auch eine Straße, ein Park, eine Landschaft: Mit mir reden, und mir vermitteln. Das sind wir. Und ich bin in diesem Wir mit drin. In dieser Stimmung ging ich zu der Phone Booth Library. Wie überall, das sieht man auch in Deutschland, werden Telefonzellen abgebaut. Jeder hat ein Handy. Man sieht sie noch, die englischen Telefonzellen, aber weniger. Und dann braucht es Leute mit Ideen und Tatendrang, die aus so einer alten Telefonzelle was Neues machen.  Sebastian Handley hat die Telefonzelle für ein Pfund gekauft. Und dann umgebaut und eine Bücherei draus gemacht. Und ich bin, bei schönstem Wetter durch Lewisham getappt, das Navi in der Hand, Schweiß auf der Stirn und voller Vorfreude um mir dieses Werk anzusehen.

Das ist eine Sehenswürdigkeit, für die man eine Oystercard braucht, die in ein paar Minuten erledigt ist, und vermutlich nur echten Book-Nerds Freude bringt. Solchen, wie mir.

 

Link-Liste:

Phone Booth Library Facebook

Lewisham phone box turned in to London´s smallest library

Google Maps

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My Damian Lewis Story

Ich habe einen Beitrag für den Blog „Fan Fun with Damian Lewis“ geschrieben. Fangirling nennt man das wohl. Derartige Aktionen habe ich nicht mal mit 15 als Fan der Backstreet Boys gemacht. Aber Erwachsensein ist ja auch nur eine Option, nicht Pflicht. Daher rufe ich gleich mal zuhause an, sage irgendeinen Unsinn wie „Chill mal dein Leben, Mutter!“ und schaue wie viel Hausarrest ich aus der alten Frau raus kitzeln kann. YOLO.

 


Als echter Fan kennt man auch die Fan-Blogs im Netz. Früher war es noch „Damians Dominion“, heute ist die erste Adresse „Fan Fun with Damian Lewis“. Damianista fragte schon vor Monaten, ob ich nicht Lust hätte einen Beitrag für ihren Blog zu schreiben – sie hatte die tolle Idee, Fans ihre Geschichte erzählen zu lassen, wie und wann sie ein Fan von Damian Lewis wurden. Ich lehnte ab, weil ich meinen Englisch-Kenntnissen nicht traue und Angst hatte, nur unverständliches Geschwurbel von mir zu geben. Nun habe ich sie getroffen (abgefahrene Geschichte, dazu später mehr) und doch Lust bekommen, es zumindest zu versuchen.

Damian Lewis sah ich das erste Mal im Kino, das war 2003; Dreamcatcher. Das muss ich mir selber erst Mal klar machen, so lange begleitet mich DL schon. Krass. Vierzehn Jahre. Damals gab es kaum Beiträge im Netz, und nur eine kleine aber feine Fanseite. Ich habe Stunden damit zugebracht, das Netz zu durchsuchen, nach Beiträgen, Filmschnipseln, Interviews. Erst nach Dreamcatcher entdeckte ich Band of Brothers und dachte staunend: Was? Das ist der gleiche Typ? Wow.

Dreamcatcher

 

Aber der Reihe nach. Ich sah Dreamcatcher. Das Buch zum Film (von Stephen King) heißt Duddits und die Geschichte geht der Frage nach, was passiert mit einem menschlichen Bewusstsein, wenn der Körper von einer außerirdischen Lebensform in Beschlag genommen wird. Jonsey (Damian Lewis) hat ein Erinnerungslager und, was noch viel cooler ist, ein Geheimzimmer. Dorthin zieht er sich zurück. Mr. Grey übernimmt Jonseys Körper, bedient sich fröhlich im Erinnerungslager, holt sich alle Infos, die er braucht um seine Invasion voranzutreiben. Aber an Jonsey in seinem Zimmer kommt er nicht ran. Es gibt da diese Szene, Jonesy und Mr. Grey begegnen sich kurz, bevor Mr. Grey in Jonesy Körper eindringt. Ich hatte diese Szene im Trailer gesehen. Jonsey fragt: „What do you want?“. Das hat mich wahnsinnig gefesselt, angesprochen und interessiert. Ja, was will er? Ich musste diesen Film sehen!

Später im Film unterhält sich Mr. Grey (das Alien) mit Jonsey und man sieht Damian Lewis, auf einem Schneemobil fahren, und dauernd den Dialekt wechseln. Der Außerirdische klingt sehr britisch. 🙂 Ich hatte enorm viel Spaß mit dem Film. Ich mochte die Vierer-Konstellation der Jungs, die Duddits in ihre Mitte aufnehmen. Dieser Film war wie ein kleiner Stein, der in mein Bewusstsein plumpste. Mein Bewusstsein ist in diesem Fall ein kleiner, ruhiger See. Das Bild von Domino-Steinen passt an dieser Stelle nicht, weil Dominosteine nur umfallen, wenn man sie in einer Reihe aufstellt und dann ist die Richtung vorgegeben. Ein Stein, der in Wasser fällt, macht kleine Wellen in alle Richtungen, es ist an mir, zu schauen, was daraus wird. Und aus diesem Stein wurde eine Menge! Angefangen mit Reece Thompson und Giacomo Baessato. Letzterer spielte den jungen Jonsey. Beide Jung-Schauspieler erregten meine Aufmerksamkeit. Nicht in dem Maße wie Damian Lewis, aber genug um mich zu fesseln. Ich verfolge heute noch, was die beiden treiben. Leider arbeiten sie nicht in dem Maß wie Damian Lewis. Der ist ein Arbeitstier, macht Filme und Serien, spielt Theater, spricht Hörbücher, modelt noch zwischenrein und ist eine eierlegende Wollmilchsau.

Als ich ihn entdeckte, steckte ich gerade in einer wichtigen Phase meines Lebens. Ich wollte schon immer Schriftstellerin werden, aber 2003 meldete ich mich auch für ein Fernstudium an, um es endlich zu tun: Das Schreiben. Wirklich zu tun, und nicht nur darüber zu reden. Es zu tun bedeutet aber, lernen, üben, werden. Und das geht langsam. Damian Lewis wurde mir zum Vorbild. Sein Talent, sein Arbeitseifer, und der Umstand, dass er nur Sachen macht, auf die er wirklich Bock hat. Ich habe den Eindruck, bei anderen Schauspielern/Innen, dass sie machen, was sie angeboten bekommen, unabhängig davon, ob der Drehbuch-Stoff etwas taugt oder nicht, oder was noch wichtiger ist: Ob die Geschichte zu ihnen passt. Aber ich bin noch nicht fertig mit den kleinen Wellen.

Zurück zu Dreamcatcher. Ich las das Buch von Stephen King. Mein erstes King-Buch, und ich war angefixt. Auch er ist ein Arbeitstier, kreativ, voller Ideen. Ich habe kein Buch gelesen, dass mich irgendwie an ein anderes erinnerte, ich hatte nie den Eindruck, er widerholt sich. Und nach Duddits las ich ca. 20 King-Bücher hintereinander. Ich hatte eine King-Phase, angestoßen von Damian Lewis. Vielen Dank an der Stelle, weil, auf dieser Welle surfte ich direkt zum dunklen Turm. Sieben Bücher und Roland und dann: Edith. (Winkerle, an der Stelle.) Wie sehr „Der dunkle Turm“ mein Leben verändert hat, kann ich kaum in Worte fassen. Das gehört hier aber gar nicht hin.

Die Welle geht weiter. Damian arbeitete wie ein Verrückter. Und heiratete. So lernte ich auch noch Helen McCrory kennen, die mindestens so talentiert ist wie Damian Lewis. Vielleicht sogar… ach, lassen wir den Vergleich. Sie sind beide wunderbar. 🙂

Ein Fan von Damian Lewis zu sein, ist etwas Besonderes. Ich lernte tolle Leute kennen. Beispielsweise lernte ich im Netz eine Holländerin kennen, die so sehr Fan war wie ich. Bis dahin hatte ich Micky Love noch nicht gesehen, Damians erster Film, laut Imdb, in dem er eine winzige Rolle hatte. Die Holländerin schickte mir ihre Videokassette mit dem Film drauf. (Erinnerst sich irgendwer an VHS?) und ich schenkte ihr meine DVD von Posh´s & Becks Big Impression. Später freundete ich mich mit einer Amerikanerin an, die mir die Serie Life auf DVD aus Amerika schickte. Region Code 1. Konnte ich auf dem Computer anschauen und verärgert feststellen, dass bei der deutschen Variante der Serie die komplette Musik geändert wurde. Als die DVD-Box (Wucher!) in drei Teilen für teuer Geld in Deutschland erschien, hatte DL schon wieder eine andere Synchronstimme als bsp. bei Band of Brothers oder Warriors. Die US-DVD-Box ist mir die Liebere, weil der Soundtrack besser ist. Jedenfalls. Ich habe heute, bis auf wenige Ausnahmen (Bsp. Life Force) alles von und mit DL gesehen. Und da waren tolle Sachen dabei. Brides, oder The Situation, als Beispiel. Homeland oder Billions sind großartige Serien, die ich mit Genuss und Spannung sehe, aber etwas wie Foryste Saga ist eine ganz andere Hausnummer. Soames, mein Gott. Loving the bad guy!

Ich habe beschlossen Schriftstellerin zu werden. Ich glaube, da war ich gerade mal sieben Jahre alt. Der Weg hier her war lang. Ich musste anfangen, scheitern, dran bleiben, besser werden und mir überlegen, was ich will, was ich nicht will, (es ist viel mehr als die Frage Ernsthaft oder Unterhaltung) und ich brauchte Vorbilder bei dieser Reise. (Ich habe genug schreibende Vorbilder, keine Sorge.) Ich habe Damian Lewis zugesehen, was er macht, und die Ausschläge nach oben und unten bemerkt. Das er Your Highness gemacht hat, verstehe ich bis heute nicht. Es ist ein dummer Film, wirklich schlimm. Ich vermute, er hat eine Wette verloren oder jemand hat kompromittierende Fotos von ihm, keine Ahnung. 😉 Und dann hat er Sachen gemacht wie Keane. Wer ein Fan von DL ist und Keane nicht gesehen hat, der hat auch keine Ahnung, wozu der Mann in der Lage ist! Dank Keane gibt es Homeland.

Als ich Homeland sah, dachte ich: Endlich mal eine Serie/Storyline, die seinem Können gerecht wird. Endlich kann er mal einem großen Publikum zeigen, was er kann. Keane war nicht (kommerziell) erfolgreich, sollte es IMAO aber sein. Keane vermittelte mir den Eindruck, dass DL macht, wozu er Lust hat, weil er es kann. Etwas, dass ihn reizt, weil es eine gute Geschichte ist. Geld und Ruhm sind Dinge „Nice to have“ aber nicht Hauptpriorität. Zumindest ist das mein Eindruck.

Das waren eine Menge Wellen bis hier her. Lange nicht alle. Was ich sagen will, ist denkbar einfach. Ich bewundere sein Talent, sein Können, seinen Arbeitseifer. Die letzten 14 Jahre hat er ein tolles Projekt nach dem anderen gemacht. Und immer wieder eins drauf gesetzt. Besser, noch ein bisschen besser. Und daneben gab es keine Skandale, kein Ausflippen, wie manch ein Hollywood-Sternchen, das weit weniger geleistet hat, vor dem Ausflippen. Bei ihm gibt es keine Drogen-Geschichten, keine peinlichen Schlagzeilen, nicht mal Arbeitspausen. Er macht sein Ding.

Und nun war ich in London und habe The Goat gesehen. Er kann sich ja gar nicht vorstellen, was es mir bedeutet, ihn live zu sehen, auf einer Bühne. Fernsehen und Film, das ist ja alles gut, schön, und richtig. Aber eine Bühne, sechs Tage die Woche, monatelang. Das ist Handwerk, „richtige“ Arbeit. (Nicht falsch verstehen, schauspielern IST Arbeit. Doch eine verpatzte Szene vor einer Kamera lässt sich wiederholen. Hoch konzentriert zwei Stunden abliefern, jeden Abend gleich gut, das ist etwas anderes!)

Am Ende des Abends ging ich zur Stage Door. Englisch ist nicht meine Muttersprache, und man sieht mir das nicht an, aber ich bin schüchtern. Ja wirklich! Ich ging da hin, für ein Autogramm, vielleicht noch ein Selfie. Das ist eigentlich bescheuert. Eine absurde Situation. Aufgeregt da rum zu stehen, einen Fremden um ein Bild zu bitten, mitten unter zwanzig Frauen, die hysterisch schreien „I love you!“. Das fand ich mit 15 bescheuert, bei den Backstreet Boys, ich finde es heute bescheuert und wollte es doch. Kein Mensch käme auf die Idee bei seinem Lieblingsbäcker nach Feierabend an der Tür zur Backstube zu stehen, um sich ein Brötchen signieren zu lassen. Ich tröste mich mit dem Gedanken, dass er auch nur ein Mensch ist, mit Idolen, und bestimmt ebenfalls schon jemanden aufgeregt nach einem Autogramm gefragt hat. Jedenfalls.

Ich habe das Stück vorher gelesen. „The Goat – Or who is Sylvia?”. (ACHTUNG SPOILER). Ich hätte ihm das gerne gesagt. Das ich vorbereitet war, und wie sehr mir das Stück gefällt. Die Tradition, in der Edward Albee das Stück geschrieben hat, ist ca. 2000 Jahre alt. Die Idee ist nicht neu, Mann und Ziege meine ich. Auch nicht eine verfahrene Situation zu zeigen, in der ein Mann sich so sehr in die Scheiße geritten hat, dass es kein zurück mehr für ihn gibt. Die Ziege muss sein – als Bild, als krasses Bild das Martin abgibt: „Ich donnere mit einer Abrissbirne in mein Leben!“. Man kann verheiratet sein, mit Kind, erfolgreich im Job, samt bestem Freund und allem drum und dran, und doch: allein.

Mitten drin treffe ich Damianista. Auch absurd, die Welt ist klein. Ich frage sie via Twitter:

„Where ist he stage door, I can´t find it.“

Und sie: „Are you there? Today?“

„Yes“.

„Me too!“

Meine beste Freundin, ich und Damianista. Von Links nach rechts.

 

Und so trafen wir uns. Wir, Alice und ich, saßen auf Platz C7 und C8. Damianista, mit ihrem Mann auf Platz C5 und C6. Ich verfolge ihren Blog seit über 2 Jahren. War das Schicksal? Ich weiß es nicht, aber ich bin dankbar für einen großartigen Abend, für eine neue, tolle Bekanntschaft. Es sagt sich so leicht: Nice to meet you. Ja, wirklich. Manchmal ist es so leicht.

Ich sitze also da, sehe zu, wie Martin und Steve sich anbrüllen. Ich weiß nicht, ob ich je einen Streit zwischen zwei Menschen sah, so konsequent ausgetragen, bis zum Schluss. Speichel spritzt umher, wie die Wut und die Emotionen und das Geständnis: „Ich bin so allein!“ Martin rechtfertigt sich nicht, er redet sich nicht heraus. Aber er will verstanden werden. Von seiner Frau, dem Sohn, dem besten Freund. Immer wieder bettelt er darum: Versteh mich doch!

Stevie versteht es. Sie versteht es wirklich. Sie bringt die Ziege um. „Du hast gesagt, dass sie dich liebt. Also muss sie weg!“.

Ich sitze da, angespannt, traurig, begeistert. Ich weiß nicht, wen ich zuerst bemitleiden soll, die ganze Situation ist unfreiwillig komisch. Das Lachen befreit, anders hält man es nicht aus.

Das hätte ich alles gern gesagt. Stattdessen: „Darf ich ein Foto mit dir machen?“

Das musste reichen. Mir reicht es.

Aber er hat keine Ahnung.

 

© Carolin Hafen

London is my happy place. Damian Lewis is my favorite actor. And now I got this. A great day ended with this pic. I am so happy. Thank you!

 

~Caro

 

Link-Liste:

2010 – The Misanthrope

2015 – American Buffalo

20016 – Damian made my day

Alles von Damian Lewis – eine Liste von Caro

 

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London – The Goat

© Carolin Hafen – Theatre Royal Haymarket

Tag 1

 

Theaterstück: The Goat – Or who is Sylvia?

Autor: Edward Albee

Personen: Martin, 50, Architekt

Seine Frau Steve, sein Sohn Billy, der beste Freund Ross.

(Damian Lewis / Sophie Okonedo/ Archie Madekewe / Jason Huges)

 

© Carolin Hafen – Poster Damian Lewis

Achtung; Spoiler

Das Theaterstück „The Goat“ war der eigentliche Grund für meinen London-Urlaub. Ich mag das ja, das Theater an sich. Eine Geschichte erleben, nicht nur ansehen. Wenn dir vor Aufregung das Herz in den Ohren pumpt, dann ist es richtig. Ich habe im Oktober letzten Jahres die Karten dafür gekauft und den Rest drum herum geplant. Wenn ich mitkriege, dass Damian Lewis wieder auf einer Bühne steht, muss ich hin und mir das ansehen. (So geschehen mit „The Misanthrope“ und „American Buffalo“.) Ich habe dieses Mal sogar noch eine tolle Bekanntschaft gemacht und einen Beitrag für den Blog „Fan Fun with Damian Lewis“ geschrieben. Der Beitrag geht in zwei Wochen online, ich verlinke das dann. (Update: Link) Aber ich möchte noch gesondert von dem Theaterstück berichten.

Ich las das Stück im Vorfeld, um schon vorher zu wissen worum es geht. Meine Englisch-Kenntnisse halte ich für Okay, nicht herausragend, aber okay. Das Problem: Meiner Erfahrung nach sind die Dialoge in einem Theaterstück wahnsinnig schnell. Auf der Bühne erzählte Geschichten haben ein anderes Tempo als Filme und Serien. (Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum Beispiel „Warten auf Godot“) Und wenn Gespräche ein bestimmtes Tempo haben, komm´ ich nicht mehr mit. Ich wollte das Stück auf Deutsch kaufen, scheiterte aber kläglich. Eine englische Ausgabe des Buches wäre zu spät bei mir angekommen, also musste das eBook her. Zu meiner Überraschung stellte ich fest, dass meine Kindle-App zwei tolle Dinge anbietet: Wenn ich ein Wort nicht kenne, kann ich mir die Übersetzung durch antippen, anzeigen lassen. Das begeistert mich sehr, weil es schnell und unkompliziert geht. Und dann stieß ich auf das Wort „Eumenide“ und konnte mir sogar Bedeutung und Synonyme anzeigen lassen. Geilo. Schöne neue Welt. Du siehst, ich lese selten eBooks, noch seltener fremdsprachige Bücher. Aber wenn das so einfach ist, sollte ich das überdenken. Jedenfalls.

Ich wusste worum es geht und konnte mich auf das Schauspiel konzentrieren. Wie erwartet hatten alle vier Darsteller ein irrsinniges Tempo drauf, die Wortgefechte waren ein Sturm an Emotionen. Aber worum geht´s?

© Carolin Hafen

Martin hat Geburtstag, er wird 50. Seine Ehe läuft gut, er war nie untreu, der Sohn ist halbwegs gut geraten, im Job ist er sehr erfolgreich. Alles supi soweit. Und doch ist er unglücklich, einsam, er weiß selber nicht so genau, was ihn umtreibt. Aber er ist schon über den Punkt hinaus, zurück zu können, alles noch mal zu überdenken. Martin hat eine Affäre mit einer Ziege. Ja, richtig gehört. Er fährt mit der Abrissbirne in sein Leben – und sieht ganz erstaunt dabei zu.

In einem Wortwechsel, nebenbei, fast im Scherz gesteht Martin seiner Frau Steve, dass er eine Affäre hat. Mit Sylvia, einer Ziege. Steve nimmt ihn nicht ernst, lacht ihn aus. Dann kommt Ross ins Spiel, der beste Freund. Auch ihm sagt Martin, was mit ihm los ist, und Ross flippt ziemlich aus. Während sich Martin darüber sorgen macht, was das mit seiner Frau, seiner Familie macht, treibt Ross der Gedanke um: Was, wenn das heraus kommt? Ross schreibt einen Brief an Steve (ziemlich feige, wie ich finde) und sagt Steve, was mit Martin los ist. Und dann knallt es natürlich. Steve ist erschüttert, weil ihr klar wird: „Er hat es mir gesagt. Das ist kein Scherz!“ Der Konflikt teilt sich, für mich, in zwei Ebenen. Auf der einen Seite ist da Billy, Martins schwuler Sohn. Martin gibt sich tolerant, stichelt aber immer wieder, es ist klar: So tolerant ist er gar nicht. Nun will er aber Verständnis für seine absurde Situation. Billy hat aber absolut kein Verständnis, und sieht zu wie sein Leben auseinander bricht.

Und dann ist da Steve, die bis zu diesem Punkt ein gutes Leben geführt hat, eine treue Ehefrau war und dachte in Martin einen Partner zu haben, der ihr nie wehtun würde. Sie stellt Martin zur Rede, sie will den Streit austragen, bis zum bitteren Schluss. Mit jedem Geständnis und jedem Detail von Martin, schlägt sie einen Teil ihrer Einrichtung kaputt – sinnbildlich für ihr Seelenleben, ihre Ehe. Es ist klar, es gibt kein Zurück. Man kann Fehler machen im Leben, manchmal kommt man damit durch, es ist möglich zu verzeihen. Die Ziege ist aber ein riesengroßes Nein.

Steve und Martin fechten das aus, schreien und gehen sich an die Gurgel, es kann nicht sein, es darf nicht sein. Doch Martin findet nicht, dass er etwas Falsches getan hat, nichts wofür er sich schlecht fühlen müsste. Sich zu Schämen fällt ihm gar nicht ein. Er ist überzeugt: Sylvia liebt ihn. Die ganze Situation ist völlig absurd, unfreiwillig komisch. Und während sie streiten, Steve und Martin, sieht man deutlich: Sie waren und sind eigentlich immer noch ein gutes Team. Immer wieder scheint durch, die letzten 22 Jahre waren keine Lüge, ihre Ehe war echt, sie war gut. Und trotzdem fehlt Martin etwas, dass er bei Sylvia findet.

Am Schluss rennt Steve davon, aber der Streit geht weiter, mit Billy und Ross. Martin bezeichnet seinen Freund als Judas, weil der ihn verraten hat. (Dabei hat er die Affäre ja selbst schon gestanden, es wäre so oder so heraus gekommen.) Und Billy erklärt seinem Vater, dass ihm klar ist, was für ein gutes Leben er hatte, wie viel Glück mit seinen Eltern, die er liebt. Wirklich liebt. Und dann wird es wieder absurd, weil auch Billy einen Fehler begeht. Ohne Zeugen wäre es keine große Sache, nichts, das Konsequenzen hat: Billy küsst seinen Vater. Doch Ross sieht es. „Seit ihr eigentlich alle völlig verrückt?“

Nein, eigentlich nicht. Billy rechtfertigt sich (was Martin die ganze Zeit über nicht getan hat.) Billy sagt, er sei verwirrt, er ist 17 und denkt nur an Sex. Er würde mit jedem schlafen wollen, egal wer. Das schließt seinen Vater mit ein. Er tut es natürlich nicht (Sie tun es nicht miteinander), aber wollen würde er schon. Ross ist völlig von der Rolle. Martin hat Verständnis für seinen Sohn.

„This Boy loves me. I hurt him, but he still loves me.”

Hätte Ross sie nicht gesehen, sie würden auseinander gehen, nichts passiert, vergiss es. Es hat keine Konsequenzen. Wie gesagt, für Ross ist das Schlimmste „Was, wenn das raus kommt? Denk an dein Image!“ Martin ist mit der Frage beschäftigt „Wieso versteht mich keiner?“

Und in dieses Chaos hinein kommt Steve zurück. Sie hat die Ziege getötet.

„Du hast gesagt, dass sie dich liebt, gleichwertig, wie ich. Also musste sie weg.“

Vorhang zu. Es steht jetzt jedem offen, sich Gedanken zu machen. Ob diese Tat die Tür geöffnet hat, für ein Zurück – oder eben nicht. Martin hat Steve zerstört. Sie sagte „Wenn du mich zerstörst, nehme ich dich mit.“ Quasi Auge um Auge. Nun sind sie quitt!?

 

 

Es war der Wahnsinn. Klug, unfreiwillig komisch. Provokant und großartig. Intense.

 

Autogramm Damian Lewis

Durch den Seitenausgang landete ich direkt vor der Stage Door. Es waren nur wenig Leute da. Vielleicht zehn. Ich finde das nicht viel, und hätte mehr erwartet. Ich ergatterte ein Autogramm von den Darstellern (Sophie Okonedo ist blitzschnell weg, ihre Unterschrift fehlt leider in meinem Booklet). Und dann stand er da, mein Lieblingsschauspieler, der schon seit 14 Jahren Teil meines Lebens ist. Er weiß es nur nicht.

Wie ein Groupie dazustehen, einen Fremden um seine Unterschrift und ein Foto zu bitten, ist sehr absurd, surreal irgendwie. Ich fragte mich kurz, was ich hier eigentlich mache. Ich hatte nicht viel Zeit nachzudenken, stand plötzlich neben ihm blitzdings und das Foto ist fertig, doch mein Verstand war weg. Ich weiß gar nicht genau passiert ist, aber dem Foto sieht man meine Verwirrung an, während er wie immer tippi-top aussieht. Profi eben. Ich atmete kurz durch, schaute, was die anderen machten. Unterschrift, Foto, nächster. Einer stach (für mich) heraus. Muttersprachler, das ist wohl der Trick.

Da war ein Typ, auch Brite, charmant bis unter die Schuhsohlen. Sinngemäß sagte er zu Damian, dass seine Frau ein großer Fan von ihm sei, was für ihn unheimlich schwer auszuhalten ist. Und ob er nicht ein Foto kriegen könnte, für den Erhalt seiner Ehe, und ob es den wirklich sein müsse, dass er so ein toller Typ ist. Ob er wenigstens Schnarchen würde, oder irgendeinen Makel hätte… Es war unheimlich lustig wie die zwei Männer sich unterhalten haben, während sie da stand und ihn anhimmelte.

 

© Carolin Hafen – mit Damian Lewis. Yay!

Damian Lewis wirkt auf mich, wie jemand, der die ganze Sache mit dem Ruhm nicht zu ernst nimmt. Down to earth, schätze ich. Weil berühmt sein, ist wie reich sein bei Monopoly. Das Spiel funktioniert nur mit der richtigen Währung. Zuhause angekommen fragt mich ein Kollege, der mein DL-Foto auf Facebook gesehen hat: „Wer ist denn der Typ da?“

Ich antworte: „Damian Lewis.“

Er: „Muss man den kennen?“

„Band of Brothers? Homeland? Billions?“, frage ich zurück.

Er zuckt die Schultern. „Du siehst sehr glücklich aus.“

Damit war das Thema erledigt.

 

Damian Lewis schreibt Autogramme

 

 

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