get shorties Lesebühne

An diesem Tag

Facebook erinnert mich heute an dieses Foto. FB weiß nicht alles, jedenfalls nicht ganz genau. Ich hab in meinem Notizbuch nachgeschaut. Das hier war meine zweite get shorties Lesung, jemals.
9. April 2010 im Sudhaus in Tübingen. Da habe ich #Reiskeksmütter zum ersten Mal gelesen und jetzt kann ich es nicht fassen wie lange das schon her ist. Ich würde jetzt ja sagen, „War ein wilder Ritt bis hier her“, aber das könnte man ja total falsch verstehen. Das will ja keiner. Also sage ich, mal zwischenrein, weil hier ist ja noch lange nicht Schluss:
„Danke, Jungs.“

 

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Die get shorties Lesebühne im Café Provinz

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Die get shorties Lesebühne im Café  Provinz in Marbach. 15. Oktober 2016

Mit dabei: Ingo Klopfer, Rainer Bauck, Volker Schwarz, Marcus Sauermann, Carolin Hafen.

Musik: The progressive Folk Orchestra.

© Fotos: Volker Schwarz

Die get shorties Lesebühne im Merlin

Die get shorties Lesebühne im Merlin Kulturzentrum, Stuttgart. 30. September 2016

Mit dabei: Ingo Klopfer, Volker Schwarz, Jörg Kaier, Rainer Bauck und Carolin Hafen.

Musik: The progressive Folk Orchestra.

© Fotos: Volker Schwarz

 

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Wörtchenbude!

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Wir Autoren der get shorties Lesebühne waren wieder in Ludwigsburg. Die Stadtbibliothek lud zum Tag der offenen Tür und zum „9. Ludwigsburger Literaturfest“ ein. Wir veranstalteten (wie schon letztes Jahr) die „Wörtchenbude“. Wir haben echt geschuftet und viele Texte an den Mann gebracht. An die Frau auch. Und an ein paar Kinder. Es wurden Liebesgedichte gewünscht, ein Märchen mit Zentauren, ein Text zum Thema „Let´s have a party“. Aber auch die Limericks waren sehr gefragt, Jörg und Jole schrieben sogar einige Haikus. Um Aliens sollte es gehen, oder um das Thema Schuld. Es war also ziemlich viel dabei. Wir hatten echt Spaß.

Eine Frau fragte „Was soll das? Die Schreibmaschinen, dieses Retro. Wozu?“

Ich sagte „Weil es Spaß macht.“ Das reichte ihr als Antwort nicht. Ich musste mir also etwas mehr mühe geben. Ich arbeite nun schon über dreizehn Jahre an eigenen Texten. Davor redete ich gern darüber Schriftstellerin zu sein, aber wirklich angefangen habe ich erst 2003. Damals noch mit Papier und Stift, obwohl ich im Jahr 2000 meinen ersten Computer bekommen habe. Muss man sich mal vorstellen… während meiner Schulzeit hatte ich kein Handy, keinen PC, ich habe meine Hausaufgaben, Hausarbeiten und meine Arbeit für die Theater-AG mit einem College-Block und einem Lamy-Füller gemacht. Für mich hat das was sehr ursprüngliches, noch heute habe ich den Eindruck, näher am Wort zu sein, wenn ich von Hand schreibe. Natürlich ist es bequem am PC zu arbeiten, ich habe auch ein Tablet, unterwegs tippe ich Ideen und Entwürfe ins Handy. Oft kommen mir Nachts die besten Ideen, da mache ich kein Licht an, ich setzte mich nicht hin, schreibe ordentlich, was mir so im Kopf herumschwirrt. Nein, ich tippe wild auf dem Smartphone herum, gerne mal tausend Wörter. Und dann schlafe ich selig. Das ist alles praktisch, gut, hat sich bewährt. Trotzdem. Ich fühle mich als „Wortwerkerin“, mit einem Stift, einem Notizblock, einem Wörterbuch. Dann bin ich ganz bei mir, dann kommt mir der Satz „Ich bin Schriftstellerin“ leicht über die Lippen. Eine Schreibmaschine hat für mich einen ähnlichen Effekt. In der 8. Klasse habe ich die Schreibmaschinen-AG in der Schule besucht. Ein Jahr lang. Das 10-Finger-System kann ich heute noch nicht – Herr B. konnte es mir nicht beibringen. Was an mir und meiner Legasthenie liegt, nicht an seinen Lehrmethoden. Er hat versucht uns Rhythmus beizubringen. Er gab uns jede Woche neue Aufgabenblätter, die Welt der Wörter wurde von Woche zu Woche großer. Erst vier Buchstaben, dann sechs, dann acht und so weiter. Er stellte ein Metronom auf und im Takt tippten wir Stunde um Stunde, Zeile um Zeile. Das hatte etwas meditatives, unheimlich schön. Wie gesagt, ich habe das 10-Finger-System nicht gelernt, aber ich mochte die Nachmittage im Klassenzimmer, das Metronom, den Rhythmus, unsere Buchstaben-Zeilen, die alle gleich aussahen – vorausgesetzt man schrieb fehlerfrei. Fehler stachen in der Gleichmässigkeit hervor, wie ein knallrotes Schaf in einer Herde.

Bis wieder zwei Buchstaben mehr dazu kamen. Und noch zwei.

Als wir das erste Mal die Wörtchenbude zum Leben erweckten, dachte ich: Schreibmaschine? Kein Problem. Kann ich. Ich habe so ein altes Ding vom Flohmarkt. Ich bekomme nur noch bei Ebay Farbbänder dafür. Das Ding ist alt, und schwerfällig. Man muss die tasten richtig nach unten drücken, nix mit Gefühl. Brachial! Ich habe damals also meine Entwürfe mit Füller auf Papier geschrieben und wollte dann einen Reinschrieb an der Schreibmaschine tippen – dieses Werk auf hübschem Papier sollte der Kunde kriegen, der den Text beauftragt hat. Ich haute aber erst mal jede Menge Fehler rein, vertippte mich – und wir haben kein Tipp-Ex, kein Durchschlagpapier. Hier wird nicht mit Copy & Paste gearbeitet. Wir könnten ja auch einen Laptop hinstellen, und einen kleinen Drucker, wär ja kein Problem. WLAN gäbe es ja auch. Texte per Email?

Nein, wir schreiben mit Schreibmaschine. Im Leben muss man auch weiter machen, wenn man einen Fehler gemacht hat. Erst habe ich mich geärgert, über die Schreibmaschine, dann über mich, dann über die Situation. Am Schluss habe ich meinen Text übergeben, so wie er war. Meine Gedanken, mein Text, meine Fehler. Alles, so wie es aus mir raus kam. Und dann stellte sich eine Zufriedenheit ein. Dem Mann, der den Text abholte, gefiel es, er lächelte. Und ich auch. Das alles hatte was ursprüngliches, etwas intimes. So wie Briefe schreiben. An einen Fremden.  Nur, dass er ja bekommen hatte, was er bestellt hatte. Es war also gar nicht fremd.

So war das. Beim nächsten Mal ging es schon leichter. Das Tippen. Das Denken beim tippen. Nach der vierten Wörtchenbude möchte ich das Wort „Routine“ noch nicht verwenden. Aber dem Kopf gefällt es. Den Fingern auch. Und bis jetzt hat sich noch kein Wörtchenbuden-Kunde beschwert.

Mal ehrlich, wie viele Briefe kriegst du denn noch, hm?

~Caro

 

 

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© Fotos: Carolin Hafen

 

Nachlese; Heilbronn

Letzten Freitag waren wir „Shorties“ in Heilbronn, im Botanischen Obstgarten zu Gast. Meine Kollegen waren, in früheren Jahren, regelmässig hier, aber für mich war es das erste Mal. Das Wetter machte glücklicherweise auch mit, im Vorfeld hatte ich große Sorge, dass uns ein Sommergewitter die Lesung verdirbt. Apropos Glück. Ingo ging gemächlich spazieren, zupfte hier einen Klee und dort noch einen. Am Schluss legte er seinen Fund in unsere Kasse. Die ersten Bücher wechselten den Besitzer und ich dachte noch: Wer legt den da Grünzeug in unsere Kasse? Bei genauerem Hinsehen bemerkte ich dann: Oh, vier Blätter? Ich erkundigte mich; wer hat den da so viel Glück?

Ingo grinste und meinte lapidar: „Das da hat sogar fünf Blätter! Ich hab ein Auge dafür – soll ich dir noch mehr sammeln?“ Ich staunte, weil fünfblättrigen Klee habe ich noch nie gesehen und lehnte dankend ab, ich befürchte immer, Glück hebt sich auf, wenn man zu viel davon hat. Jedenfalls, ich habe alle drei Funde mit Heim genommen. Ich presse die Kleeblätter derzeit. Vielleicht kann ich die später laminieren und ein hübsches Lesezeichen daraus basteln.

Jedenfalls. Die Lesung war gut besucht, der botanische Garten ist ein wirklich schöner Flecken in Heilbronn – ich kenne mich da nicht aus. Wenn es da noch mehr schöne Dinge zu sehen gibt, dann möge man mir das bitte mitteilen. Danke.

Open Air Lesungen sind für mich immer was besonderes. Drinnen, das kann ja jeder. Ich bin, um Fotos zum machen, um die ganze Besucherschar herum gegangen und stand am Schluss unter einer Linde. (Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Linde war.) Um mich und über mir summte es wie verrückt, ich mag das Geräusch ganz grundsätzlich. Das sage ich, obwohl ich immer ausflippe, wenn mir eine Fliege/Schnacke/Bremse direkt am Ohr vorbei surrt. Aber das ist ja auch was anderes. Als ich ein Kind war, wuchs an unserer Hauswand eine Kletterpflanze empor. Ich weiß nicht mehr, was das für eine Sorte war. Im Sommer war die ganze Hauswand grün, im Herbst dunkelgelb bis tief rot. Wenn ich im Sommer Abends im Bett lag und das Fenster gekippt war, da hörte ich dieses wohlige Gesumm, und stellte mir vor, unser Haus wäre ein lebender Organismus, etwas, das weg fliegen könnte, wenn es denn wollte. Noch heute verbinde ich dieses Geräusch mit Geborgenheit und Zuhause.

Ich stand also unter der Linde, sah nach oben und lausche dem Gesumm um mich herum, während meine Kollegen im dämmernden Abendlicht ihre Geschichten lasen. Da können andere Lesungsorte einfach nicht mithalten.

Diese Woche stehen noch zwei Open Air Lesungen an. Rutesheim und Stuttgart. Das wird super.

~Caro

 

Hier ein paar Eindrücke aus Heilbronn.

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Caro beantwortet Suchanfragen #1

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  • Zaubeter: Du meintest wohl Zauberer. Oder Zauderer? Ich zaudere selten, daher gibt es bei mir keinen Beitrag zu dem Thema. Über Zauberer habe ich aber geschrieben. Zuletzt hier: Emanuel Bergmann – Der Trick. Da kommt ein Zauberer drin vor.
  • C. M. Hafen Drachenvolk Trilogie: Ja, das bin ich. Also die Autorin von „Das Drachenvolk von Leotrim“. Band 1 heißt „Drachenbrüder“, Band 2 heißt „Drachensichel“ und Band 3 erscheint im April 2017. Wenn du auf dem Laufenden bleiben willst, dann empfehle ich dir die Kategorie „Neues aus Leotrim“.
  • Yachthafen Madrid: Madrid liegt nicht am Meer und hat folglich auch keinen Yachthafen. Ich war bisher einmal im Urlaub in Madrid, einige meiner Urlaubsbilder findest du bei den Freitagsfotos.
  • get shorties schwäbisch gmünd: Wir waren im November 2015 in Schwäbisch Gmünd zu Gast. Bis jetzt sind aber keine neuen Lesungen in Schwäbisch Gmünd geplant. Die aktuellen Lese-Termine findest du auf der Webseite der get shorties Lesebühne.
  • Schlechtestes Buch aller Zeiten: Ich habe eine Liste erstellt, mit Büchern, die ich mies fand oder sogar abgebrochen habe. Die zehn schlechtesten Bücher. Das ist aber eine sehr subjektive Einschätzung und spiegelt nur MEINEN Lesegeschmack, der ist nicht allgemein gültig 🙂

~Caro

Termin: Rottweil

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Freitag, 22. April 2016

20 Uhr

Stadtbücherei Rottweil / Friedrichplatz 2

 

Die „get shorties“ sind seit mehr als 15 Jahren „Kult“ in Stuttgart und Umgebung. Wenn man diese Art der Veranstaltung kurz beschreiben will, so könnte man sie als kabarettistische Lesung bezeichnen. Die AutorInnen wagen den Spagat zwischen Kabarett und Literatur. Authentisch, alltagsnah, witzig, ironisch und literarisch-unterhaltsam. Es lesen Ingo Klopfer, Volker Schwarz, Rainer Bauck und Carolin Hafen.