Interview

Zwei Fragezeichen an Tanja Kasten

 

Tanja Kasten alias Samiraa Adderstein

 

Tanja Kasten ist gelernte Industriekauffrau. Während ihres Studiums der Deutschen Literaturwissenschaft, Soziologie und Deutsch als Fremdsprache war sie u.a. als Chattutorin des Goethe Instituts beschäftigt und entdeckte ihre Begeisterung für eLearning-Methoden. 2014 rief sie das kulturelle Online-Projekt „Yúcale“ ins Leben, in dessen Rahmen sie nun regelmäßig Lesungen, Konzerte und auch Ausstellungen organisiert.

 


Tanja, wann und wie hast du Second Life entdeckt?

Ich glaube, es war 2007 als ich das erste Mal durch einen Bekannten von Second Life erfuhr. Er erzählte von Leuten, die virtuell ihrer Arbeit nachgehen, sich Avatare und Umgebungen basteln würden. Das klang anfangs recht spannend für mich, da ich mich schon damals für eLearning-Methoden und dergleichen interessierte. Als ich dann den SL Viewer runter geladen und getestet hatte, war ich aber nach kaum 15 Minuten doch sehr enttäuscht bzw. gelangweilt. Kann mich daran erinnern, dass ich das Umziehen des Avatars schon recht nervig fand und auch nicht so wirklich etwas mit mir dort anzufangen wusste. Ich war dann auch erst mal ganz lange nicht mehr in SL online.2008 versuchte ich einen zweiten Anlauf. Während meines Studiums war ich u.a. als Chattutorin des Goethe Instituts tätig. Das Goethe Institut bot damals auf einer eigenen Sim Sprachtreffen für Deutschlerner an. An diesen Treffen nahm ich eine Weile lang teil. Erkundete aber auch andere Sims und landete schon am zweiten Tag auf einer aktiven Rollenspiel Sim mit vielen hilfsbereiten Usern. Da hat es mich dann doch gepackt.

 

Warum begeistert dich SL?

Spannend an SL finde ich gleich mehrere Dinge. Zum einen ist es einfach toll, wem man dort alles begegnen kann. SL ist ja nahezu weltweit verfügbar und dementsprechend sind auch verschiedene User anzutreffen. Man begegnet Leuten, denen man außerhalb SL wohl eher nicht begegnen würde. Dadurch ergeben sich auch oft spannende Gespräche und Ideen. Man begegnet vielen kreativen Köpfen.Zum anderen ist es auch einfach eine gute Gelegenheit sich selber ein wenig auszuprobieren. Sei es, dass man sich mit kreativen Dingen beschäftigen mag, lernen möchte zu skripten oder sich einfach mit Gleichgesinnten austauschen und Tipps zu verschiedenen Themen holen will. So bastle ich momentan mit einigen anderen SL Usern an einem Projekt, bei dem es im weitesten Sinne um „Acoustic Poetry“ geht.

 

Was genau machst du da?

Eine zeitlang war ich eher sporadisch online. Nahm an Rollenspielen teil, besuchte verschiedene Sims, traf mich mit Leuten in Clubs und hörte einfach nebenher ein bisschen Musik, während ich daheim am PC arbeitete oder besuchte Lesungen. Das wurde mir aber auf Dauer zu einseitig. Irgendwie reichte mir das nicht.Ende 2014 rief ich dann ein kulturelles Projekt namens „Yúcale“ ins Leben, in dessen Rahmen ich nun verschiedene Arten Onlineevents organisiere. Das sind mal Autorenlesungen, mal Livekonzerte, mal Ausstellungen, mal Spiel- oder Hörspielabende. Je nach Lust, Laune und Ideen, die so aufkommen. Toll an SL ist ja, dass man je nach Eventidee auch eine passende Location bauen kann. Das ist gerade für Lesungen, Theaterstücke und Kunstausstellungen interessant. Es gibt einige wirklich gute Bühnenbauer in SL. So hatten wir schon riesige Raumstationen für Sci Fi, alte Ruinen für Fantasy oder sogar einen düstere Wohnsiedlung für eine Krimilesung. Einige Künstler schaffen auch eine Art begehbares Kunstwerk, sodass man ihre Werke nicht nur einfach als 2-D Objekt betrachten sondern auch in seinen Einzelheiten erkunden kann.

 

Für wen ist Second Life geeignet und mit was für Leuten hast du in deinem Café Yúcale zu tun?

Ich glaube, dass SL grundsätzlich für alle geeignet ist, die offen für soziale Netzwerke im Web sind. SL ist ja weniger ein Game sondern eher eine Art Tool, mit dem man virtuelle 3D Welten basteln und sich mit anderen Usern verbinden kann. Ob das nun eher im kulturellen Bereich ist oder bei Rollenspielen oder sogar kommerziell beim Verkauf von Meshobjekten, Animationen und dergleichen, vieles ist machbar. Es tummeln sich eine Menge Menschen mit unterschiedlichsten Interessen und Hintergründen dort.Durch Yúcale habe ich überwiegend mit Autoren, Künstlern, Musikern und DJs zu tun. Viele von ihnen gehen dieser Arbeit auch im wahren Leben nach. Andere haben ihre Leidenschaft zum Hobby gemacht und bauen sich über SL eine kleine Community auf. Neben den Gästen, die sich einfach nur ein bisschen unterhalten (lassen) wollen, gibt es auch Blogger. Diese Blogger machen oft Bilder oder sogar Videos von den jeweiligen Events und teilen diese dann auf ihren Blogs, sodass auch im Nachhinein noch eine kleine Erinnerung bleibt oder sogar Nicht-SLer nachsehen können, was online machbar und erlebbar ist.Spannend finde ich allerdings besonders, wenn man Leute kennenlernt, die gerade erst ihre Begeisterung für Kunst, Literatur o.ä. entdecken. So begegnen mir auch immer wieder Leute, die ganz überrascht sind, dass es in SL auch ein kulturelles Angebot gibt und probieren sich dann auch das erste Mal in diesen Bereichen aus. Dabei ist Yúcale weder das erste noch das einzige Projekt dieser Art. Es gibt verschiedene Communitys sowohl im deutschsprachigen als auch im internationalen Bereich, die kulturelle Events anbieten. Die Programme mögen variieren, aber grundsätzlich findet auch dort wesentlich mehr als nur einfaches Chatten und Rumbasteln an Pixelpüppchen statt.Letztlich ist SL für mich eine Art Verlängerung des RL. Ich habe auch außerhalb SL in unterschiedlichsten Rahmen mit verschiedenen Leuten Veranstaltungen wie Lesungen und Partys organisiert. Das gehört einfach zu mir. Ich lerne einfach immer gerne Neues kennen und Eventorganisation, ob nun on- oder offline, macht dies möglich.

Vielen Dank für das Interview!

 


 

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~Caro

 

 

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Zwei Fragezeichen an Marc Bensch

Foto von Tilo Schmidt

 

Marc Benjamin Schieler, 1980 in Stuttgart geboren, schreibt, seit er schreiben kann. Autobiografisch, journalistisch, werbetextlich und literarisch. Am liebsten in der Ferne, bei mehrmonatigen selbstorganisierten Aufenthalten in Palermo oder Lissabon. In Würzburg studierte er Politik, Geschichte und Psychologie. 2011 gewann er unter seinem Pseudonym Marc Bensch den Autorenwettbewerb „You want to read in Frankfurt“ des Netzwerks Junge Verlagsmenschen, 2012 erhielt er ein Stipendium vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Literarische Veröffentlichungen unter anderem in Anthologien von btb und dem Geest-Verlag folgten. Weitere Informationen stehen auf www.buchbensch.de.

 


Marc, was ist dein Thema, als Mensch, als Autor?

In beiden Fällen: die Suche nach dem guten Leben. Die Irrwege, die Abzweigungen, die Sackgassen, die flüsternden Dämonen. Und die Glücksmomente, die kleinen Etappensiege, die von einem Lächeln begleiteten Atempausen. Als Thema furchtbar unoriginell, ich weiß, weil so universell (oder gibt es jemanden, der explizit und aus freien Stücken das schlechte Leben sucht?) Aber es ist eben auch absolut individuell. Schließlich ist mein Weg – oder treffender: mein Balanceakt – meiner allein und nicht übertragbar. Es gibt nur grobe Leitgedanken, die man sich vielleicht zu Herzen nehmen könnte, die ich mir zu Herzen nehmen versuche. Zum Beispiel den Satz, den ich sinngemäß bei Fabio Volo las (der ihn wahrscheinlich sinngemäß bei Leo Tolstoi las): Glück besteht nicht darin, das zu tun, was man will, sondern das zu wollen, was man tut.

 

Woran arbeitest du gerade?

An einem Roman über fünf Glücksritter und einen Erzähler. Es geht um Selbstbestimmung und Fremdsteuerung. Und um die Suche nach der Antwort auf Frage eins.

 

Wie sieht dein perfekter Leser aus? Wer ist bei dir genau richtig?

Ich glaube nicht an Perfektion. Allein die Vorstellung schüchtert mich wahlweise ein oder ödet mich an. Aber der optimale Leser ähnelt mir stark. Ich will berührt werden, wachgerüttelt, verzaubert, inspiriert, angeregt. Nicht zwingend alles gleichzeitig, aber doch mindestens eines davon. Ob ich, der Autor, mir, dem Leser, gerecht werden würde, fällt mir schwer zu beurteilen. Ich bin voreingenommen.

 

Vielen Dank für das Interview!

 


 

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~Caro

 

 

Zwei Fragezeichen an Dorothea Böhme

© Dorothea Böhme

 

Dorothea Böhme ist gern unterwegs – und ihre Romane auch. In Klagenfurt begann sie Kriminalromane zu schreiben, in denen ein trotteliger Inspektor Serienmorde im beschaulichen Kärnten aufdeckt. In Ungarn widmete sie sich Reiseromanen, die ihre Protagonistinnen nach Italien führten – dort war sie übrigens auch, nur hatte sie vor lauter Besichtigungen keine Zeit zum Schreiben – und natürlich auch nach – Sie erraten es, Ungarn.

Inzwischen lebt sie in Stuttgart und schreibt Liebesromane über ihre westfälische Heimat oder Krimis über ihre Wahlheimat Stuttgart.

 


Dorothea, du mordest in Stuttgart. Warum ausgerechnet da? Ist ein Schwabe ein gutes Opfer?

Eigentlich wird immer da gemordet, wo ich mich zu der Zeit aufhalte … *ominöse Musik* Nein, ernsthaft: Ich schreibe meine Krimis tatsächlich meist da, wo ich wohne. Angefangen habe ich mit Kärnten-Krimis, als ich in Klagenfurt gelebt habe, und mittlerweile sind es eben Stuttgart-Krimis.

Ob Schwaben sich besser oder schlechter ermorden lassen als beispielsweise Kärntner oder Westfalen …? Ich sag jetzt mal nichts weiter, Worte wie „Feldversuch“ oder „Müsste man mal ausprobieren“, werden dann sicher irgendwann gegen mich verwendet werden 😉

 

Was ist leichter zu schreiben? Ein Krimi oder über die Liebe? Und warum?

Das liegt sicherlich an der jeweiligen Autorin bzw. am Autor. Ich schreibe beides sehr gern, aber mir fallen Krimis tatsächlich leichter – und nein, ich versuche nicht darüber nachzudenken, weshalb 😉

Krimis haben automatisch eine Handlung: Bei mir bedeutet ein Krimi ein bis acht Leichen, und dann müssen die Protagonisten eben zusehen, wie sie die ganze Sache wieder in den Griff bekommen. Man kann sie also in Gefahr bringen oder anders in Bedrängnis, wodurch sich automatisch spannende (oder lustige) Szenen ergeben – denn meine Krimis haben alle eine gehörige Portion Humor.

Was ich in letzter Zeit aber am allerliebsten schreibe, sind Krimis, in denen es auch eine Liebesgeschichte gibt, oder Liebesromane mit Krimi-Elementen – da habe ich dann sozusagen von allem etwas und bin glücklich. Wie Kinder-Ü-Eier … Was zum Spielen! Was Spannendes! UND Schokolade! Gut, die Schokolade fehlt im Moment, da bin ich noch dran …

 

Vielen Dank für das Interview!

 


 

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~Caro

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Zwei Fragezeichen an Sören Prescher

© Sören Prescher

 

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied der 42er Autoren. Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlichte er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien.

Nach dem Psycho-Drama „Superior“ (Brendle-Verlag) und dem Militärthriller „Der Fall Nemesis“ (Voodoo Press Verlag) folgte die erste gemeinsame Zusammenarbeit mit Tobias Bachmann, der phantastische Kriminalroman „Sherlock Holmes taucht ab“, im Fabylon Verlag. Danach erschienen das Steampunk-Abenteuer „Der Flug der Archimedes“ (Fabylon Verlag), der zweiteilige Mystery-Thriller „Marty“ (Rouven Finn Verlag), der in Nürnberg spielende eBook-Krimi „Verhängnisvolle Freundschaft“ (Gmeiner Verlag), der Thriller „Raststopp“ (Bookshouse Verlag), sowie zusammen mit Silke Porath die drei Kurzkrimisammlungen „Wer mordet schon zwischen Alb und Donau?“, „Wer mordet schon in der Oberlausitz?“, „Mörderische Sächsische Schweiz“ und der Roman „Klosterkeller“ (alle vier im Gmeiner Verlag). Im Herbst 2017 erscheint sein Mystery-Thriller „Die Verschwörung der Schatten“ im Luzifer Verlag.

Weitere Infos:

www.soeren-prescher.de

Facebook-Autorenseite

 


Sören, du magst/schreibst Gedichte, Krimis und über Sherlock Holmes und … Horror. Interessante Mischung. Trennst du das alles? Ja, nein, und warum?

(Ich glaube, ich hab noch nie ein Horror-Gedicht gelesen, und bin echt neugierig, ob es sowas gibt?)

Zu Beginn nehme ich keine Trennung vor, sondern schreibe alle Ideen auf, die mir in den Sinn kommen. Manchmal sind Zeilen für Gedichte darunter, in der letzten Zeit schreibe ich Lyrik allerdings nicht mehr so häufig. Wenn ich darüber nachgrübele, wie aus den Fragmenten eine Geschichte wird, habe ich das Genre ebenfalls noch nicht im Kopf. Selbst beim Schreiben ist es erstmal nebensächlich, da es mir dort nur darum geht, das jeweils Beste aus der Story herauszuholen. Sobald ich mit allem fertig bin, mache ich mir Gedanken darüber, in welche Kategorie das Werk passt, damit meine Agentin den „Stoff“ den richtigen Verlagen anbieten kann. Um den zweiten Teil deiner Frage zu beantworten: Es gibt ein ziemlich berühmtes Horror-Gedicht namens „Der Rabe“, geschrieben von Edgar Allen Poe. Das ist wirklich genial, kann ich dir nur wärmstens empfehlen.

 

An was arbeitest du gerade? (Ganz neues Genre oder bleibst du in den dir bekannten Gewässern?)

Zur Zeit arbeite ich an zwei Projekten gleichzeitig:

1) Zusammen mit Silke Porath tüftele ich an einem neuen Krimi, der nächstes Jahr beim Weltbild Verlag erscheinen soll. Über die Handlung möchte ich noch nichts verraten, nur so viel: Es ist eine leicht verzwickte Sommergeschichte, in der es um Mord, einen pfiffigen Boxerhund und einen chaotischen Getränkeverkäufer geht. Wem unsere bisherigen Krimis (insbesondere der „Klosterkeller“) gefielen, wird sicherlich auch mit dieser Geschichte viel Spaß haben. Alle anderen natürlich ebenso.

2) Außerdem verpasse ich meinem Mystery-Thriller „Verschwörung der Schatten“ den letzten Feinschliff. Der Roman erscheint im Herbst im Luzifer Verlag und dürfte genau das Richtige für alle sein, die es düster und geheimnisvoll mögen.

 

Vielen Dank für das Interview!


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~Caro

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Zwei Fragezeichen an Nicolai Köppel

Nicolai Köppel – 1972 in Berlin geboren, lebt heute mit Familie in Heilbronn.

 

Schlafwagenschaffner, Autor, Liedermacher und so viel mehr. Nick, was fehlt deiner Meinung nach und muss, bevor du den Löffel abgibst, noch auf die Done-it-Liste?

 

Schlafwagenschaffner war ja nur zielloses Herumgejobbe nach dem Abi, macht sich aber auch nach über zwanzig Jahren immer noch gut in der Vita. Vielleicht sollte ich noch was dazuerfinden, das prüft ja kein Schwein nach. Also soll ab heute überall stehen, dass ich in der unrecherchierbaren Vor-Internet-Ära auch mal archäologische Hilfskraft in Südamerika war. In Vergessenheit gerät so leicht (aber vielleicht auch mit Recht), dass ich mit nur kleinen Pausen fast zwanzig Jahre lang in Buchhandlungen gearbeitet habe – würde ich heute nicht mehr machen, die Branche hat sich derart verändert, dass es für den Arbeitnehmer erträglichen Buchhandel nur noch in Inselform gibt. So komme ich um die Verführung herum, zu viele Bücher mit Kollegenrabatt zu kaufen, die ich dann eh nicht lese, weil es mit den meisten Büchern ist wie mit manchen Leuten: es gibt eine Phase des Kennenlernens, in der man viel von seinen eigenen Wünschen da reinliest. Wenn die dann aber aufgeschlagen und durchgeblättert bis angelesen bei einem zu Hause rumliegen, findet eine Entzauberung statt, die selten frei von Ernüchterung ist. Es gibt Ausnahmen. Die sollte man der Reihe nach heiraten. Und weiterempfehlen. Dass ich auch noch Film studiert habe, muss keiner wissen, das war ein einziges fünfjähriges und im Kern fachfremdes Cappuchinotrinken. Heute bin ich Laktoseintoleranzler und Vegetarier. War keine Absicht. Jaja, die bucket list – gute Frage für den Inhaber einer klassisch durchbrochenen Erwerbsbiographie mit Sprüngen. Weil das aber auch kein Plan war, kann ich dazu nur sagen: da kommt wohl noch was, wovon ich jetzt noch keine Ahnung habe, aber eben deswegen hier kein Wort davon. Ich glaube, ich wäre gern mal für eine Weile archäologische Hilfskraft in Südamerika. Wenn’s so weiter geht, nehm ich auch Nordamerika. Theater hab ich noch nicht geschrieben, warum eigentlich?

 

Astronaut. Marmelade. Weltwunder. Was passiert hier?

Freie Assoziation? Okay: der Astronaut nimmt Gesteinsproben und verwahrt sie in einem mitgebrachten Marmeladenglas, weil die ganz fest schließen. Und Weltwunder: Die chinesische Mauer sieht man von da oben nicht, das ist ein Gerücht, erfunden von Leuten, die nicht selber oben waren. Typisch. Wenn man will, dass eine Lüge verfängt, muss man sich was aus seinem eigenen Kompetenzbereich (oder was die anderen dafür halten) zusammenfabulieren. Nur ist das bei den meisten entweder nicht so ergiebig wie sie sich das wünschen (wer Autor ist, kann und muss da recherchieren, darf man nicht weglassen, ist wichtig, macht auch Spaß) oder es stimmt wieder mal, dass man selbst nicht weiß, was man alles weiß. Und dass man eigentlich nix weiß, weiß ich nicht schon seit dem sporadischen Philosophieunterricht in der Oberstufe, sondern das erfahre ich aus dem Internet – über die Sendung-mit-der-Maus-App. Die chinesische Mauer gehört übrigens noch nicht mal zu den Original-Weltwundern, die kam erst später auf eine ähnliche Siebener-Liste. Schloss Neuschwanstein kam bei der Abstimmung auf Platz 8. Soll nochmal einer sagen, bei der Carolin im Interview lernt man nix. Jetzt hab ich zwölf Wikipedia-Tabs offen.

 

Vielen Dank für das Interview.


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~Caro

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Leserkanone.de

Carolin Hafen 2

Die Autorin C. M. Hafen

Kürzlich erschien im Verlag O’Connell Press der Roman »Drachenfrieden« aus der Feder von Carolin M. Hafen, gleichzeitig der dritte Teil ihrer Reihe über »Das Drachenvolk von Leotrim«. Im Interview mit Leserkanone.de sprach die Autorin über die Trilogie, über Drachen und über das Schreiben von Fantasyromanen.

Zum Interview.

Zwei Fragezeichen an Allan Ballmann

Zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen

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Über Allan Ballmann

© Allan Ballmann

Geboren am 26.Februar 1963 in Wattenscheid, dort auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Abitur an der Märkischen Schule.

1985 begann ich die Ausbildung bei der Polizei NRW. Danach war ich im mittleren Dienst, mit Hundertschaft und Streifendienst, eingesetzt. Anschließend erfolgte das Auswahlverfahren in Münster für die Zulassung des Studiums zum gehobenen Dienst.

1997 habe ich an der Fachhochschule Dortmund mein Diplom als Verwaltungswirt abgelegt. Nach dem Studium bis Ende 1998 war ich als Kriminalkommissar beim Landeskriminalamt Düsseldorf im Bereich „Auswertung Falschgeld“ tätig.

Seit Ende 1998 bin ich beim Polizeipräsidium Bochum in einer Fachdienststelle der Kriminalpolizei tätig und bearbeitete dort Betrugsdelikte. Seit dem 01.01.2016 bin ich im Bereich der Internet- und Computerkriminalität tätig.

Die Ernennung zum Kriminalhauptkommissar erfolgte im Jahr 2008.

Ich habe mich aus zwei Gründen für einen Kriminalroman entschieden. Der erste Grund ist natürlich mein Beruf und die Tatsache, dass ich mich mit der Materie ein wenig auskenne.

Der anstehende runde Geburtstag meiner Frau war der zweite, vielleicht sogar intensivere Grund für meinen Roman. Sie liebt Kriminalromane und ich wollte ihr ein besonderes Geschenk machen, ein ihr gewidmetes Buch aus der Feder ihres Mannes.

Ich habe ein gutes Jahr vor dem Geburtstag angefangen und mit Schrecken feststellen müssen, dass dieser Zeitrahmen doch sehr optimistisch ausgelegt war. Das Buch war nicht zu meiner Zufriedenheit fertiggestellt und musste ihr ein Exemplar drucken lassen, das mich nicht wirklich glücklich machte. Erst ein halbes Jahr nach dem Geburtstag war ich mit dem Buch zufrieden.

Noch während des Schreibens stellte ich fest, dass ich „Testleser“ und ein Feedback brauchte und bat daher immer wieder Freunde, und Bekannte, einzelne Passagen zu lesen. Die Hinweise, Korrekturen und Anmerkungen habe ich in vielen Bereichen dankbar angenommen und umgesetzt. Die Rückmeldungen waren meist positiv, jeder wollte mehr lesen und wissen, wie die Geschichte weitergeht. Dies war dann ein zusätzlicher Ansporn für meine schriftstellerischen Gehversuche.

Ich habe mich mit einem Kollegen, einem ehemaligen Leiter der Dienststelle für Tötungsdelikte, Herrn Axel Pütter, siehe Rowohlt-Verlag, „15 Morde und andere Todesfälle“, zusammengesetzt, um mögliche Fehler bei der Arbeit einer Mordkommission zu vermeiden. Ich hatte die Sorge, dass ich rechtliche oder taktische Fehler eingebaut oder Ermittlungstätigkeiten übersehen oder falsch interpretiert habe. Glücklicherweise war dies nicht der Fall.

Über den Verband freier Lektoren und Lektorinnen habe ich Herrn Dr. Weinreich kennengelernt, der glücklicherweise in Wattenscheid wohnt. Dieser erstellte ein äußerst positives Gutachten, das mich selbst unglaublich überraschte. Er wollte nicht glauben, dass ich nie zuvor geschrieben habe und bat mich, damit nicht aufzuhören.

Der Anfang der Geschichte basiert auf einen wahren Vorfall.

Ich wurde 2013 bewusstlos in unserem Haus aufgefunden und erwachte ohne Erinnerung im Krankenhaus. Die Bewusstlosigkeit dauerte gut zwei Tage. Nach dem Aufwachen wusste ich weder meinen Namen, noch mein Geburtsdatum oder den Namen meiner Frau. Ich hatte/habe keine Erinnerung daran, was passiert war. Erst ein oder zwei Tage nach dem Aufwachen setzten die Erinnerungen wieder ein, doch es blieb, bis heute, ein Blackout von einer Woche. Die Erinnerungen kehrten bis heute nicht zurück.

Dies fand ich als perfekten Einstieg in die Geschichte. Die Darstellung meines Erwachens, meiner Verwirrtheit und meiner Sorgen nahm ich als Aufhänger und versuchte, diese Verwirrtheit und dieses Chaos dem Leser nahe zu bringen.

Das Ergebnis ist eine fiktive Geschichte um dieses Ereignis herum.

 

~

Allan, du bist schreibender Polizist mit einem Debüt-Krimi. Da drängt es sich ja förmlich auf zu fragen: Du bist nach Dienstschluss immer noch Ermittler? Es ist also alles echt und genau so passiert? Hm? Wo fängt Kriminalhauptkommissar Schramm an und wo hört Allan Ballmann auf?

 

Es mag unglaublich klingen, aber wir Ermittler von der Kriminalpolizei, vielleicht auch die gesamte Polizei, haben irgendwann auch mal Feierabend….. Ich renne nicht durch die Gegend oder halte mich bei Freunden und/oder Bekannten auf und registriere sofort jede Straftat oder halte danach Ausschau. Es ist mir ehrlich gesagt, auch egal, ob da gerade einer eine Raubkopie auf seiner Anlage spielt oder die Kinder kopierte Walt Disney Filme gucken. Sicherlich bin ich nicht päpstlicher als der Papst. Viele, die mich/uns nicht kennen, denken aber, dass wir ständig im Dienst sind und sofort ein Fass aufmachen. Aber bei gewissen Dingen bin ich bereit, jederzeit dienstlich zu werden. Kindesmissbrauch, Körperverletzungsdelikte und solche Sachen. Da wird keiner von uns wegsehen und auch einschreiten. Aber ich mache mir in meiner Freizeit keine Gedanken mehr über meine Fälle oder ermittle privat. Die Arbeiten in einer Mordkommission beschäftigen mich aber auch privat. Diese Fälle (besonders die schlimmen Dinge (s. Mord in der Rottstraße an alten Leuten oder die Kindstötung in Herne mit der Veröffnetlichung der Bilder des toten Jungen im Netz) kann man einfach nicht abschalten. Die Kreisen mir auch in meiner Freizeit im Kopf herum. Dann aber immer mit den Fragen, ob wir etwas übersehen haben oder ob wir noch etwas machen können? Woran müssen wir noch denken? Wer kann uns helfen? Ist der Fall aber abgeschlossen, versuche ich die Erinnerungen zu löschen (gelingt aber leider auch nicht immer).

Vielleicht konnte ich dir den Unterschied vom Hauptkommissar und dem privaten Allan etwas näher bringen.

Der Einstieg in mein Buch stellt ein reales Erlebnis dar (s. Vita). Ich habe es leider so erleben müssen und bis heute keine Erklärung für diesen Vorfall. Daher ist der Beginn der Geschichte in der Ich-Form und kursiv geschrieben. Es sollte für den Leser deutlich werden, dass ich hier einen wahren Vorfall beschreibe. Danach fängt die frei erfundene Geschichte an. Manche Fragen, die Schramm von Arzt oder Claudia gestellt bekommt, sind tatsächlich so gestellt worden (Wo ist das Auto? Welches Jahr haben wir? usw.). Mir ging es aber um die Aufwachphase, die ich so deutlich machen wollte. Die Morde, die Erpressung, Anatol usw. sind natürlich frei erfunden. Ich habe mir geschworen, keine realen Fälle aufzugreifen. Genau erklären kann ich das eigentlich nicht. Vermutlich bin ich zu nahe am Geschehen und könnte mit meinen Schilderungen den Opfern und Hinterbliebenen noch einmal weh tun. Dies will ich auf keinen Fall und daher werde ich auch zukünftig auf reale Fälle verzichten.

Ich kann nur schwer Abgrenzungen zu den Figuren und mir treffen. Schramm wird bestimmt mehr Gemeinsamkeiten mit mir aufweisen als Anatol. Aber ich glaube, dass jede Figur etwas vom Autor in sich trägt. Ich kann mir kaum vorstellen, absolut unbeeinflusst von meiner Person einen Charakter zu erschaffen, der absolut nichts mit mir zu tun hat. Wahrscheinlich ist dies unmöglich. Sogar erfundene Serienmörder werden Züge des Autors aufweisen, nicht die Mordlust, aber vielleicht die Geduld, der Wunsch nach Planung, Ängste oder wer weiß was. Ich habe einmal an einem Experiment teilgenommen. Wir sollten die postiven Eigenschaften einer Person beschreiben, die wir nicht mögen. Das haben wir auch gemacht und unsere Beschreibung (ohne Namensnennung) abgegeben. Wir waren sehr erstaunt als uns der Psychologe erklärte, dass wir damit uns selbst beschreiben oder beschreiben, wie wir sein wollen. Überraschender Weise hatte er meistens richtig gelegen. Daher glaube ich, dass jeder Charakter in einem Buch auch etwas über den Autor verrät. Ich bin auch so hartnäckig und sturr wie Schramm, verlasse mich lieber auf mich und bin neugierig wie ein altes Waschweib …

Wo hört Allan auf? Schwierige Frage. Ich kann mir nicht vorstellen, an einer Erpressung mitzuwirken oder einem Mord. Oder korrupt zu sein. ABER … da ist die Sache mit der Apotheke und den Pferden. Ich habe viele Abgründe gesehen und bin mir sicher, dass jeder Mensch zu Dingen fähig ist, die man vorher nicht für möglich hielt. Für niemanden würde ich eine Hand ins Feuer legen, weder für mich, noch für meine Frau oder Eltern oder sonstigen Menschen in meiner Umgebung. Das ist auch der Konflikt, den Laumann in sich trägt und der ihm zu schaffen macht (auch wenn er es besser wissen müsste).

 

 

Und dann: Du schreibst (ohne Vorkenntnisse?) einfach ein Buch, findest einen Verlag und dann Leser? Wie hast du das angestellt?

 

Diese Frage wird mir häufig in den Lesungen gestellt und ich kann keine Antwort geben. Ich weiß einfach nicht, wie ich auf die Idee mit dem Buch gekommen bin. Es sollte nur ein Geburtstagsgeschenk für meine Frau werden. Wirklich, ich habe keine Ahnung und bin nur froh, dass mir nicht eine Oper in den Sinn gekommen ist. Natürliche lese ich sehr gerne und schaue auch gerne Filme, aber das kann auch kein richtiger Grund sein. In einer Lesung habe ich mal gesagt, dass es wie mit einer schlechten Melodie war. Man kriegt diesen Song, so schrecklich er auch ist, einfach nicht aus dem Kopf. So erging es mir mit dem Buch. Ich habe mich an den Rechner gesetzt, Word aufgemacht und losgelegt (März 2014). Von nix eine Ahnung (und davon jede Menge), aber voller Euphorie und Tatendrang.

Ich habe dann einzelne Passagen weitergereicht und mir Rückmeldungen geholt, die sehr positiv ausfielen. Da ich aber ein sehr skeptischer Mensch bin (insbesondere wenn es um mich geht), habe ich alles zur Kenntnis genommen und abgelegt. Es sollte ja nur ein Exemplar für meine Frau werden, also konnte ich mich kaum blamieren. Ich habe auch immer gedacht, welcher Freund wird mir schon die Wahrheit sagen? Hätte ich einem Freund sagen können, er soll das Manuskript in die Tonne werfen und doch lieber einen Ring kaufen? Wahrscheinlich nicht, also habe ich das so zur Kenntnis genommen, mehr nicht.

Zum Geburtstag habe ich dann ein Exemplar erstellt. Ein richtiges Buch mit Cover, Danksagung und alles, was so dazu gehört. Natürlich war die Geschichte etwas anders und bei weitem nicht so professionell wie bei der Veröffentlichung – aber immerhin. Meine Frau war begeistert und wollte unbedingt Exemplare drucken lassen, als Geschenk für Freunde oder Bekannte zu besonderen Anlässen. Das war mir aber dann zu teuer und so habe ich Axel Pütter angesprochen. Er war jahrelang Leiter einer Mordkommission und als ich ihn ansprach, Leiter der Pressestelle des PP Bochum. Er hatte bereits ein Buch veröffentlicht und ich wollte seinen Rat. Ich ging aber davon aus, dass er selbst veröffentlicht hat. Erst im Gespräch wurde mir bewußt, dass er über einen Verlag veröffentlicht hat. Er hat sich das Buch gegriffen, war total aus dem Häuschen und schlug mir vor, einen Verlag zu suchen. Einige Tage habe ich überlegt (April 2015). Das habe ich ja gar nicht gewollt und ich war mir nicht sicher, ob es eine gute Idee war. Nach einer Woche habe ich dann zugesagt, aber es war zu spät – Axel hatte es schon zwei Verlagen vorgelegt. Im Juni 2015 habe ich den Lektor mit dem Gutachen beauftragt. Der gab es dem Lübbe Verlag, der aber erst 2018 oder 2019 mit dem Buch auf den Markt wollte. Im Dezember 2015 kam dann der Gardez! Verlag. Ich kann dir aber nicht sagen, woher sie von dem Manuskript wußten, sie haben es mir nie erzählt und weichen der Frage bis heute aus. Kurz nach Weihnachten erhielt ich den Vertrag zur Prüfung, den ich im Januar 2016 unterschrieben habe. Im Juni 2016 kam das Buch auf den Markt. Aus Dankbarkeit für die Bemühungen habe ich den Axel als Co-Autor aufgenommen, er hat aber keine Zeile geschrieben und erhebt auch keine Ansprüche.

So bin ich zum Buch und zum Verlag gekommen.

Heute bin ich froh, ein Buch veröffentlicht zu haben. Ich durfte eine ganz neue Welt und viele interessante Menschen für mich entdecken. Es macht viel Spaß, sich mit Menschen auszutauschen, über das Buch zu diskutieren, über meine Erlebnisse zu sprechen. Bochumer Autoren durfte ich kennenlernen und plane mit ihnen gemeinsame Projekte. Die schlechten Erlebnisse in den Foren habe ich weggeschlossen und habe mir den Spaß erhalten.

So liegt jetzt die Fortsetzung beim Verlag zur Entscheidung. Meine Frau ist ganz begeistert und findet es sogar besser (soll ich das glauben?). Und ich habe ein drittes Buch angefangen. Es wird aber kein Laumann werden, da ich kein Fan von Serien bin. Solange meine Frau Spaß an meinen Geschichten hat, werde ich wohl weiterschreiben. Wenn sie mir ein Manuskript mit der Bemerkung „Scheiße“ an den Kopf wirft, höre ich auf. Man kann daher durchaus sagen, dass ich noch immer für meine Frau schreibe. Wenn ich andere Leser ebenfalls begeistern kann, umso besser.

 

 

 

 

Vielen Dank für das Interview.

 

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Dann schreib mir.

C.

Zwei Fragezeichen an Birgit Kluger

Zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen

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Birgit Kluger begann mit dem Schreiben von Romanen bereits vor zwei Jahrzehnten, fand aber erst in den letzten beiden Jahren die Zeit, sich ernsthaft dieser Leidenschaft zu widmen. Die Weltenbummlerin hat schon auf Mallorca, in den USA und den Seychellen gelebt und wohnt jetzt im Süden Deutschlands.

Wenn Sie mehr über die Autorin erfahren möchten, können Sie sie auf Facebook finden. Hier gibt es Neuigkeiten zu ihren Büchern.

 

Links:

(K)ein Milliardär zum Verlieben

Milliardäre küsst man nicht

Ganz neu: (K)ein Millionär für eine Nacht

 

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Birgit, glaubst du an Liebe auf den ersten Blick oder gibt es das nur in Büchern?

 

Ich muss zugeben, dass ich selbst nie die Liebe auf den ersten Blick erlebt habe. Eher so etwas, wie Interesse oder Anziehungskraft auf den ersten Blick 🙂 Ich bin aber der Meinung, dass gerade in Sachen Liebe so vieles möglich ist, warum also nicht auch die Liebe auf den ersten Blick? Man begegnet so oft Menschen, mit denen man sich auf Anhieb versteht, mit denen man sich sofort gut unterhalten kann, dass ich mir sicher bin, man kann sich auch auf den ersten Blick verlieben. Deshalb, ja, ich glaube daran!

 

Eine Bestandsaufnahme: Wie die Liebe ist und wie sie sein sollte – in welche Kategorie gehören deine Bücher?

Das ist eine schwierige Frage, denn ich glaube nicht, dass Liebe sich so einfach in Kategorien einteilen lässt. Wie sie sein sollte ist ein Ideal, das sicherlich nicht immer erreichbar ist und für jeden wohl anders aussieht. Wenn ich meine Bücher einteilen müsste, würden sie trotzdem in diese Kategorie fallen. Für mich persönlich sollte Liebe ein wundervolles Gefühl sein, das mein Leben bereichert, mein Herz zum Tanzen bringt und die Schmetterlinge im Bauch zum Flattern.  All das versuche ich in meinen Romanen zum Ausdruck zu bringen. Ich möchte meine Leser entführen, ihnen diese Gefühle wieder näherbringen, genauso wie die Hoffnung, dass wahre Liebe möglich ist.

 

 

Vielen Dank für das Interview.

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C.

Zwei Fragezeichen an Joachim Speidel

Zwei Fragezeichen

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Joachim Speidel

Gebürtiger und bekennender Schwabe. Passionierter Leser und Schreiberling. War nach dem Studium mehr als zwanzig Jahre in einem Medienrecherche-Unternehmen tätig. Hat nach seinem Ausscheiden seine Passion zum Beruf gemacht: Er ist seither freier Lektor und freier Autor. Wurde u. a. zweimal für den Agatha-Christie-Krimipreis nominiert. Arbeitet hin und wieder in einem Coworking-Büro im Film-und Medienzentrum Ludwigsburg, aber meistens im Home-Office, also »dohoim« in Waiblingen im Remstal, wo er mit seiner Frau seit vielen Jahren wohnt.

 

 

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Joachim Speidel mit James Joyce in Triest

 

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Joachim, wie viele Seelen schlummern in dir?

 

Wenn es nur um meine beiden Alter Egos (meine Pseudonyme Snorri Grimsson und J. S. Frank) und um mich ginge, würde ich sagen: Hm, momentan drei mit aufsteigender Tendenz. Da ich aber eine Schwäche für Ich-Erzählungen habe, fällt mir die Antwort nicht ganz so leicht.

Als Autor, der seine Ich-Erzähler ernst nimmt – egal, wie schräg, verrückt, blasiert, arrogant oder fies sie auch sein mögen –, schlüpft man ja gewissermaßen in ihre Haut (oder vice versa – sie schlüpfen in deine Haut …), und ehe man sich’s versieht, denkt man wie sie, redet wie sie, erzählt wie sie, teilt ihre Vorlieben und Abneigungen, lacht mit ihnen, hasst oder grämt sich mit ihnen, ist launisch, traurig, zu Tode betrübt, die ganze Welt umarmend. (Schauspieler, die sich eine neue Rolle aneignen, berichten hin und wieder auch von ähnlichen Phänomenen.)

Um auf die Eingangsfrage zurückzukommen – ich fürchte, viele Seelen schlummern in mir und etliche kenne ich noch gar nicht …

Was erzählen die (dem Leser) – was sind deine Themen?

 

Meine Ich-Erzähler schöpfen aus dem Ganzen: Freud, Leid; Lust, Frust.

Meine Alter Egos Snorri Grimsson und J. S. Frank haben sich dagegen schon auf gewisse unterschiedliche Genres geeinigt. Snorri ist der Verrücktere der beiden. In seiner Anfangszeit beschäftigte er sich schriftstellerisch hauptsächlich mit einer mysteriösen Firma, in der Vertriebsmitarbeiter geschlachtet werden und Aliens arglose Aga-Kröten melken, um an ihre halluzinogen wirkenden Hautdrüsensekrete zu kommen. Snorri  kann in der Zwischenzeit aber durchaus auch mal einen Werwolf-Krimi oder eine Western-Rache-Story raushauen.

J. S. dagegen ist eindeutig der Ernsthaftere! Er hat sich mit seiner »SMASH99«-Romanreihe dem wenig optimistischen Dystopie-Genre verschrieben und hier vor allem der Schilderung einer Gesellschaft, die durch tägliche Terroranschläge zermürbt wird und ihr Heil in einer immer autoritärer werdenden Staatsform und in omnipräsenten Sicherheitskräften sieht.

Tja, und der gute alte Joachim spielt gerne überall mit. Macht mal auf Drama, mal auf Satire – ja, und er scheut auch nicht vor leicht verrückten Liebesgeschichten oder literarischen Experimenten zurück.

 

Und warum passt das nicht alles unter einen Namen?

 

Rein theoretisch – und auch praktisch – würde das alles unter einen Namen passen. (Zumal die Grenzen zwischen Snorri, J. S. und mir fließend sind. Es gibt Texte, die alle drei geschrieben haben könnten – und Texte, da würden zwei von ihnen schulterzuckend abwinken oder sich naserümpfend abwenden.)

Was die Schreibarbeit und den Schreibprozess allerdings angeht, sehe ich schon gewisse Vorzüge darin, dass in meiner Nähe stets zwei Typen rumhängen, die man, wenn man mal Probleme mit einem Stoff oder Thema hat, auf die Schnelle anhauen kann – so in der Art von: »He, Snorri, ich hab da so eine Idee: Einhorn-Vampire im Weltraum. Wär das was für dich?« Oder: »J. S., was hältst du von dieser Story: Ehrgeiziger Heerführer plant gemeinsam mit seiner Frau die Ermordung seines Königs, um anschließend selbst zum König gekrönt zu werden. Spielt irgendwo im hohen Norden.«

Vielleicht gesellen sich im Laufe der Zeit ja noch ein paar weitere derartige Alter-Egos dazu. Tja, warum eigentlich nicht?!

 

 

Vielen Dank für deine Zeit.

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PS: Möchtest du an der Interview-Reihe „Zwei Fragezeichen“ teilnehmen?

Dann schreib mir.

C.

 

Zwei Fragezeichen an Rainer Buck

Zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen

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Rainer Buck, Jahrgang 1965, lebt mit seiner Familie in Marbach am Neckar, arbeitet beruflich in der Verwaltung. Schriftstellerische Aktivitäten seit 2010. Regelmäßige Buchveröffentlichungen und Lesungen.

Marbacher Literatur-Manufaktur

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Rainer, was fasziniert dich an Dostojewski?

Zum Einen: Dostojewski befasst sich meist mit elementaren Fragen der menschlichen Existenz. Er stellt dabei immer wieder die Frage nach Gott und er zeigt auch mögliche Antworten auf. Dabei überlässt es dem Leser, für sich herauszufinden, was überzeugt und was nicht überzeugt. Die „Brüder Karamasow“ zum Beispiel habe ich deshalb als 35Jähriger ganz anders aufgenommen als mit 20 Jahren.

Zum Anderen: Wenn Dostojewski zeigt, was im Innern eines Menschen vorgeht, entdecke ich dabei schräge Gedankenwindungen, die mir aus persönlichem Erleben bekannt vorkommen, ohne dass ich gedacht hätte, dass es jemals einer wagt, sie zu Papier zu bringen. Seit ich mich mit der Lebensgeschichte von Dostojewski befasst habe und weiß, unter welchen Umständen er schrieb, immer getrieben von wirtschaftlichen Nöten und oft gedemütigt, habe ich noch mehr Ehrfurcht vor der Wucht seiner Werke.

 

Was sind deine Themen (in deinen Büchern) und warum?

Ich stelle in Gegenwartsgeschichten Menschen dar, die sich in irgendeiner Form nach dem Sinn des Lebens fragen oder ihre Position suchen. An meinen erstes Roman „Aljoscha“ (2010/2011 veröffentlicht) ging ich tatsächlich mit der Ernsthaftigkeit von Dostojewski heran und stellte einen schreibenden Sonderling dar, der an der Fortsetzung der „Brüder Karamasow“ schreibt. Mehr unfreiwillig als freiwillig gerät der Protagonist dann doch ins pralle Leben und wird zum Helden einer ereignisreichen Geschichte mit einigen Spannungsmomenten. „Aljoscha“ hatte sicher einige Eigenschaften eines Kultbuches, was dazu führte, dass ich mir in der Verlagswelt erstmal nur Abfuhren holte, ehe es als selbstverlegtes Druckwerk dann doch ein paar Herzen erobern konnte. Später fand es doch noch Verleger, eigenständig als Hörbuch, als Print und als e-Book, bekam sogar „airplay“ im Rundfunk.

Meine weiteren Romane sind einfacher angelegt: „44 Tage mit Paul“ ist die Liebesgeschichte eines Paares, bei dem unterschiedliche Lebensansichten aufeinandertreffen, wobei ich mich erzählerisch in die Perspektive der Person begeben habe, die mir weltanschaulich weniger nahe stand: die junge weibliche Agnostikerin. Die weibliche Perspektive hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich einen weiteren Roman  mit einer Heldin begann. Daraus wurde unter dem Eindruck öffentlicher und kirchlicher Diskussionen um die Homo-Ehe eine lesbische Liebesgeschichte: „Tims Arche“. Trotz christlichem Charakter des Buchs ein „no go“ bei konfessionellen Verlagen.

Meine „Bestseller“ sind zwei Erzählbiografien mit den spannenden Lebens- und Werkgeschichten meiner literarischen Lieblinge Karl May und Fjodor Dostojewski. Letztere wurde mir sogar vom Verlag angetragen. Das Projekt hat mir meinen favorisierten Autor auf eine herausfordernde Weise näher gebracht. Die Karl-May-Biografie flankierte eine Hörspielveröffentlichung („Old Cursing Dry“), für die ein Freund von mir ziemlich bekannte Sprecher im Studio versammelte.

Einen „Karl-May-Einschlag“ hat auch mein letzter Roman „Indianertod“. Da habe ich eine uralte Idee umgesetzt, einen Krimi im Milieu der „Karl-May-Szene“ spielen zu lassen, angefangen mit einem Mord an einem „Winnetou“-Darsteller vor der malerischen Kulisse der Karl-May-Festspiele. Da ich gerne Krimis lese habe ich mich in dieses Metier getraut, meiner erzählerischen Lust Spielraum gelassen und an einer stimmigen Storyline zum Mitraten  geknobelt. Die Krimi-Vielleserinnen bei „Lovely Books“ haben mir fürs Ergebnis durchaus „Absolution“ erteilt.

Es ist kein Zufall, dass ich jede meiner Einzelveröffentlichungen angesprochen habe, weil jedes Projekt seinen eigenen Beweggrund hatte. Als Leser suche ich in guten Büchern ein bisschen mehr als „nur“ Unterhaltung, z.B. Anstöße für Lebensmut -und Freude, neben der Sensibilisierung für Lebensfragen gerne auch einen befreienden Humor. Was ich selbst mag, versuch ich auch als Autor weiterzugeben.

 

Vielen Dank für das Interview.

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PS: Möchtest du an der Interview-Reihe „Zwei Fragezeichen“ teilnehmen?

Dann schreib mir.

C.