Caro und wie sie die Welt sieht, Leben und all das.

Autorenvorstellung: Carolin Hafen

Ich durfte Selma ein paar Fragen beantworten: Hier

Die Autorin C. M. Hafen
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zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen an Tanja Kasten

 

Tanja Kasten alias Samiraa Adderstein

 

Tanja Kasten ist gelernte Industriekauffrau. Während ihres Studiums der Deutschen Literaturwissenschaft, Soziologie und Deutsch als Fremdsprache war sie u.a. als Chattutorin des Goethe Instituts beschäftigt und entdeckte ihre Begeisterung für eLearning-Methoden. 2014 rief sie das kulturelle Online-Projekt „Yúcale“ ins Leben, in dessen Rahmen sie nun regelmäßig Lesungen, Konzerte und auch Ausstellungen organisiert.

 


Tanja, wann und wie hast du Second Life entdeckt?

Ich glaube, es war 2007 als ich das erste Mal durch einen Bekannten von Second Life erfuhr. Er erzählte von Leuten, die virtuell ihrer Arbeit nachgehen, sich Avatare und Umgebungen basteln würden. Das klang anfangs recht spannend für mich, da ich mich schon damals für eLearning-Methoden und dergleichen interessierte. Als ich dann den SL Viewer runter geladen und getestet hatte, war ich aber nach kaum 15 Minuten doch sehr enttäuscht bzw. gelangweilt. Kann mich daran erinnern, dass ich das Umziehen des Avatars schon recht nervig fand und auch nicht so wirklich etwas mit mir dort anzufangen wusste. Ich war dann auch erst mal ganz lange nicht mehr in SL online.2008 versuchte ich einen zweiten Anlauf. Während meines Studiums war ich u.a. als Chattutorin des Goethe Instituts tätig. Das Goethe Institut bot damals auf einer eigenen Sim Sprachtreffen für Deutschlerner an. An diesen Treffen nahm ich eine Weile lang teil. Erkundete aber auch andere Sims und landete schon am zweiten Tag auf einer aktiven Rollenspiel Sim mit vielen hilfsbereiten Usern. Da hat es mich dann doch gepackt.

 

Warum begeistert dich SL?

Spannend an SL finde ich gleich mehrere Dinge. Zum einen ist es einfach toll, wem man dort alles begegnen kann. SL ist ja nahezu weltweit verfügbar und dementsprechend sind auch verschiedene User anzutreffen. Man begegnet Leuten, denen man außerhalb SL wohl eher nicht begegnen würde. Dadurch ergeben sich auch oft spannende Gespräche und Ideen. Man begegnet vielen kreativen Köpfen.Zum anderen ist es auch einfach eine gute Gelegenheit sich selber ein wenig auszuprobieren. Sei es, dass man sich mit kreativen Dingen beschäftigen mag, lernen möchte zu skripten oder sich einfach mit Gleichgesinnten austauschen und Tipps zu verschiedenen Themen holen will. So bastle ich momentan mit einigen anderen SL Usern an einem Projekt, bei dem es im weitesten Sinne um „Acoustic Poetry“ geht.

 

Was genau machst du da?

Eine zeitlang war ich eher sporadisch online. Nahm an Rollenspielen teil, besuchte verschiedene Sims, traf mich mit Leuten in Clubs und hörte einfach nebenher ein bisschen Musik, während ich daheim am PC arbeitete oder besuchte Lesungen. Das wurde mir aber auf Dauer zu einseitig. Irgendwie reichte mir das nicht.Ende 2014 rief ich dann ein kulturelles Projekt namens „Yúcale“ ins Leben, in dessen Rahmen ich nun verschiedene Arten Onlineevents organisiere. Das sind mal Autorenlesungen, mal Livekonzerte, mal Ausstellungen, mal Spiel- oder Hörspielabende. Je nach Lust, Laune und Ideen, die so aufkommen. Toll an SL ist ja, dass man je nach Eventidee auch eine passende Location bauen kann. Das ist gerade für Lesungen, Theaterstücke und Kunstausstellungen interessant. Es gibt einige wirklich gute Bühnenbauer in SL. So hatten wir schon riesige Raumstationen für Sci Fi, alte Ruinen für Fantasy oder sogar einen düstere Wohnsiedlung für eine Krimilesung. Einige Künstler schaffen auch eine Art begehbares Kunstwerk, sodass man ihre Werke nicht nur einfach als 2-D Objekt betrachten sondern auch in seinen Einzelheiten erkunden kann.

 

Für wen ist Second Life geeignet und mit was für Leuten hast du in deinem Café Yúcale zu tun?

Ich glaube, dass SL grundsätzlich für alle geeignet ist, die offen für soziale Netzwerke im Web sind. SL ist ja weniger ein Game sondern eher eine Art Tool, mit dem man virtuelle 3D Welten basteln und sich mit anderen Usern verbinden kann. Ob das nun eher im kulturellen Bereich ist oder bei Rollenspielen oder sogar kommerziell beim Verkauf von Meshobjekten, Animationen und dergleichen, vieles ist machbar. Es tummeln sich eine Menge Menschen mit unterschiedlichsten Interessen und Hintergründen dort.Durch Yúcale habe ich überwiegend mit Autoren, Künstlern, Musikern und DJs zu tun. Viele von ihnen gehen dieser Arbeit auch im wahren Leben nach. Andere haben ihre Leidenschaft zum Hobby gemacht und bauen sich über SL eine kleine Community auf. Neben den Gästen, die sich einfach nur ein bisschen unterhalten (lassen) wollen, gibt es auch Blogger. Diese Blogger machen oft Bilder oder sogar Videos von den jeweiligen Events und teilen diese dann auf ihren Blogs, sodass auch im Nachhinein noch eine kleine Erinnerung bleibt oder sogar Nicht-SLer nachsehen können, was online machbar und erlebbar ist.Spannend finde ich allerdings besonders, wenn man Leute kennenlernt, die gerade erst ihre Begeisterung für Kunst, Literatur o.ä. entdecken. So begegnen mir auch immer wieder Leute, die ganz überrascht sind, dass es in SL auch ein kulturelles Angebot gibt und probieren sich dann auch das erste Mal in diesen Bereichen aus. Dabei ist Yúcale weder das erste noch das einzige Projekt dieser Art. Es gibt verschiedene Communitys sowohl im deutschsprachigen als auch im internationalen Bereich, die kulturelle Events anbieten. Die Programme mögen variieren, aber grundsätzlich findet auch dort wesentlich mehr als nur einfaches Chatten und Rumbasteln an Pixelpüppchen statt.Letztlich ist SL für mich eine Art Verlängerung des RL. Ich habe auch außerhalb SL in unterschiedlichsten Rahmen mit verschiedenen Leuten Veranstaltungen wie Lesungen und Partys organisiert. Das gehört einfach zu mir. Ich lerne einfach immer gerne Neues kennen und Eventorganisation, ob nun on- oder offline, macht dies möglich.

Vielen Dank für das Interview!

 


 

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~Caro

 

 

zwei Fragezeichen

Zwei Fragezeichen an Marc Bensch

Foto von Tilo Schmidt

 

Marc Benjamin Schieler, 1980 in Stuttgart geboren, schreibt, seit er schreiben kann. Autobiografisch, journalistisch, werbetextlich und literarisch. Am liebsten in der Ferne, bei mehrmonatigen selbstorganisierten Aufenthalten in Palermo oder Lissabon. In Würzburg studierte er Politik, Geschichte und Psychologie. 2011 gewann er unter seinem Pseudonym Marc Bensch den Autorenwettbewerb „You want to read in Frankfurt“ des Netzwerks Junge Verlagsmenschen, 2012 erhielt er ein Stipendium vom Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg. Literarische Veröffentlichungen unter anderem in Anthologien von btb und dem Geest-Verlag folgten. Weitere Informationen stehen auf www.buchbensch.de.

 


Marc, was ist dein Thema, als Mensch, als Autor?

In beiden Fällen: die Suche nach dem guten Leben. Die Irrwege, die Abzweigungen, die Sackgassen, die flüsternden Dämonen. Und die Glücksmomente, die kleinen Etappensiege, die von einem Lächeln begleiteten Atempausen. Als Thema furchtbar unoriginell, ich weiß, weil so universell (oder gibt es jemanden, der explizit und aus freien Stücken das schlechte Leben sucht?) Aber es ist eben auch absolut individuell. Schließlich ist mein Weg – oder treffender: mein Balanceakt – meiner allein und nicht übertragbar. Es gibt nur grobe Leitgedanken, die man sich vielleicht zu Herzen nehmen könnte, die ich mir zu Herzen nehmen versuche. Zum Beispiel den Satz, den ich sinngemäß bei Fabio Volo las (der ihn wahrscheinlich sinngemäß bei Leo Tolstoi las): Glück besteht nicht darin, das zu tun, was man will, sondern das zu wollen, was man tut.

 

Woran arbeitest du gerade?

An einem Roman über fünf Glücksritter und einen Erzähler. Es geht um Selbstbestimmung und Fremdsteuerung. Und um die Suche nach der Antwort auf Frage eins.

 

Wie sieht dein perfekter Leser aus? Wer ist bei dir genau richtig?

Ich glaube nicht an Perfektion. Allein die Vorstellung schüchtert mich wahlweise ein oder ödet mich an. Aber der optimale Leser ähnelt mir stark. Ich will berührt werden, wachgerüttelt, verzaubert, inspiriert, angeregt. Nicht zwingend alles gleichzeitig, aber doch mindestens eines davon. Ob ich, der Autor, mir, dem Leser, gerecht werden würde, fällt mir schwer zu beurteilen. Ich bin voreingenommen.

 

Vielen Dank für das Interview!

 


 

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~Caro

 

 

Leben und all das.

Zwei Fragezeichen an Dorothea Böhme

© Dorothea Böhme

 

Dorothea Böhme ist gern unterwegs – und ihre Romane auch. In Klagenfurt begann sie Kriminalromane zu schreiben, in denen ein trotteliger Inspektor Serienmorde im beschaulichen Kärnten aufdeckt. In Ungarn widmete sie sich Reiseromanen, die ihre Protagonistinnen nach Italien führten – dort war sie übrigens auch, nur hatte sie vor lauter Besichtigungen keine Zeit zum Schreiben – und natürlich auch nach – Sie erraten es, Ungarn.

Inzwischen lebt sie in Stuttgart und schreibt Liebesromane über ihre westfälische Heimat oder Krimis über ihre Wahlheimat Stuttgart.

 


Dorothea, du mordest in Stuttgart. Warum ausgerechnet da? Ist ein Schwabe ein gutes Opfer?

Eigentlich wird immer da gemordet, wo ich mich zu der Zeit aufhalte … *ominöse Musik* Nein, ernsthaft: Ich schreibe meine Krimis tatsächlich meist da, wo ich wohne. Angefangen habe ich mit Kärnten-Krimis, als ich in Klagenfurt gelebt habe, und mittlerweile sind es eben Stuttgart-Krimis.

Ob Schwaben sich besser oder schlechter ermorden lassen als beispielsweise Kärntner oder Westfalen …? Ich sag jetzt mal nichts weiter, Worte wie „Feldversuch“ oder „Müsste man mal ausprobieren“, werden dann sicher irgendwann gegen mich verwendet werden 😉

 

Was ist leichter zu schreiben? Ein Krimi oder über die Liebe? Und warum?

Das liegt sicherlich an der jeweiligen Autorin bzw. am Autor. Ich schreibe beides sehr gern, aber mir fallen Krimis tatsächlich leichter – und nein, ich versuche nicht darüber nachzudenken, weshalb 😉

Krimis haben automatisch eine Handlung: Bei mir bedeutet ein Krimi ein bis acht Leichen, und dann müssen die Protagonisten eben zusehen, wie sie die ganze Sache wieder in den Griff bekommen. Man kann sie also in Gefahr bringen oder anders in Bedrängnis, wodurch sich automatisch spannende (oder lustige) Szenen ergeben – denn meine Krimis haben alle eine gehörige Portion Humor.

Was ich in letzter Zeit aber am allerliebsten schreibe, sind Krimis, in denen es auch eine Liebesgeschichte gibt, oder Liebesromane mit Krimi-Elementen – da habe ich dann sozusagen von allem etwas und bin glücklich. Wie Kinder-Ü-Eier … Was zum Spielen! Was Spannendes! UND Schokolade! Gut, die Schokolade fehlt im Moment, da bin ich noch dran …

 

Vielen Dank für das Interview!

 


 

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~Caro

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Zwei Fragezeichen an Sören Prescher

© Sören Prescher

 

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg. Er ist Mitglied der 42er Autoren. Neben seiner Arbeit für ein internationales Wirtschaftsunternehmen schreibt er Artikel und Berichte für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN. Seit der Jahrtausendwende veröffentlichte er Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien.

Nach dem Psycho-Drama „Superior“ (Brendle-Verlag) und dem Militärthriller „Der Fall Nemesis“ (Voodoo Press Verlag) folgte die erste gemeinsame Zusammenarbeit mit Tobias Bachmann, der phantastische Kriminalroman „Sherlock Holmes taucht ab“, im Fabylon Verlag. Danach erschienen das Steampunk-Abenteuer „Der Flug der Archimedes“ (Fabylon Verlag), der zweiteilige Mystery-Thriller „Marty“ (Rouven Finn Verlag), der in Nürnberg spielende eBook-Krimi „Verhängnisvolle Freundschaft“ (Gmeiner Verlag), der Thriller „Raststopp“ (Bookshouse Verlag), sowie zusammen mit Silke Porath die drei Kurzkrimisammlungen „Wer mordet schon zwischen Alb und Donau?“, „Wer mordet schon in der Oberlausitz?“, „Mörderische Sächsische Schweiz“ und der Roman „Klosterkeller“ (alle vier im Gmeiner Verlag). Im Herbst 2017 erscheint sein Mystery-Thriller „Die Verschwörung der Schatten“ im Luzifer Verlag.

Weitere Infos:

www.soeren-prescher.de

Facebook-Autorenseite

 


Sören, du magst/schreibst Gedichte, Krimis und über Sherlock Holmes und … Horror. Interessante Mischung. Trennst du das alles? Ja, nein, und warum?

(Ich glaube, ich hab noch nie ein Horror-Gedicht gelesen, und bin echt neugierig, ob es sowas gibt?)

Zu Beginn nehme ich keine Trennung vor, sondern schreibe alle Ideen auf, die mir in den Sinn kommen. Manchmal sind Zeilen für Gedichte darunter, in der letzten Zeit schreibe ich Lyrik allerdings nicht mehr so häufig. Wenn ich darüber nachgrübele, wie aus den Fragmenten eine Geschichte wird, habe ich das Genre ebenfalls noch nicht im Kopf. Selbst beim Schreiben ist es erstmal nebensächlich, da es mir dort nur darum geht, das jeweils Beste aus der Story herauszuholen. Sobald ich mit allem fertig bin, mache ich mir Gedanken darüber, in welche Kategorie das Werk passt, damit meine Agentin den „Stoff“ den richtigen Verlagen anbieten kann. Um den zweiten Teil deiner Frage zu beantworten: Es gibt ein ziemlich berühmtes Horror-Gedicht namens „Der Rabe“, geschrieben von Edgar Allen Poe. Das ist wirklich genial, kann ich dir nur wärmstens empfehlen.

 

An was arbeitest du gerade? (Ganz neues Genre oder bleibst du in den dir bekannten Gewässern?)

Zur Zeit arbeite ich an zwei Projekten gleichzeitig:

1) Zusammen mit Silke Porath tüftele ich an einem neuen Krimi, der nächstes Jahr beim Weltbild Verlag erscheinen soll. Über die Handlung möchte ich noch nichts verraten, nur so viel: Es ist eine leicht verzwickte Sommergeschichte, in der es um Mord, einen pfiffigen Boxerhund und einen chaotischen Getränkeverkäufer geht. Wem unsere bisherigen Krimis (insbesondere der „Klosterkeller“) gefielen, wird sicherlich auch mit dieser Geschichte viel Spaß haben. Alle anderen natürlich ebenso.

2) Außerdem verpasse ich meinem Mystery-Thriller „Verschwörung der Schatten“ den letzten Feinschliff. Der Roman erscheint im Herbst im Luzifer Verlag und dürfte genau das Richtige für alle sein, die es düster und geheimnisvoll mögen.

 

Vielen Dank für das Interview!


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Zwei Fragezeichen an Nicolai Köppel

Nicolai Köppel – 1972 in Berlin geboren, lebt heute mit Familie in Heilbronn.

 

Schlafwagenschaffner, Autor, Liedermacher und so viel mehr. Nick, was fehlt deiner Meinung nach und muss, bevor du den Löffel abgibst, noch auf die Done-it-Liste?

 

Schlafwagenschaffner war ja nur zielloses Herumgejobbe nach dem Abi, macht sich aber auch nach über zwanzig Jahren immer noch gut in der Vita. Vielleicht sollte ich noch was dazuerfinden, das prüft ja kein Schwein nach. Also soll ab heute überall stehen, dass ich in der unrecherchierbaren Vor-Internet-Ära auch mal archäologische Hilfskraft in Südamerika war. In Vergessenheit gerät so leicht (aber vielleicht auch mit Recht), dass ich mit nur kleinen Pausen fast zwanzig Jahre lang in Buchhandlungen gearbeitet habe – würde ich heute nicht mehr machen, die Branche hat sich derart verändert, dass es für den Arbeitnehmer erträglichen Buchhandel nur noch in Inselform gibt. So komme ich um die Verführung herum, zu viele Bücher mit Kollegenrabatt zu kaufen, die ich dann eh nicht lese, weil es mit den meisten Büchern ist wie mit manchen Leuten: es gibt eine Phase des Kennenlernens, in der man viel von seinen eigenen Wünschen da reinliest. Wenn die dann aber aufgeschlagen und durchgeblättert bis angelesen bei einem zu Hause rumliegen, findet eine Entzauberung statt, die selten frei von Ernüchterung ist. Es gibt Ausnahmen. Die sollte man der Reihe nach heiraten. Und weiterempfehlen. Dass ich auch noch Film studiert habe, muss keiner wissen, das war ein einziges fünfjähriges und im Kern fachfremdes Cappuchinotrinken. Heute bin ich Laktoseintoleranzler und Vegetarier. War keine Absicht. Jaja, die bucket list – gute Frage für den Inhaber einer klassisch durchbrochenen Erwerbsbiographie mit Sprüngen. Weil das aber auch kein Plan war, kann ich dazu nur sagen: da kommt wohl noch was, wovon ich jetzt noch keine Ahnung habe, aber eben deswegen hier kein Wort davon. Ich glaube, ich wäre gern mal für eine Weile archäologische Hilfskraft in Südamerika. Wenn’s so weiter geht, nehm ich auch Nordamerika. Theater hab ich noch nicht geschrieben, warum eigentlich?

 

Astronaut. Marmelade. Weltwunder. Was passiert hier?

Freie Assoziation? Okay: der Astronaut nimmt Gesteinsproben und verwahrt sie in einem mitgebrachten Marmeladenglas, weil die ganz fest schließen. Und Weltwunder: Die chinesische Mauer sieht man von da oben nicht, das ist ein Gerücht, erfunden von Leuten, die nicht selber oben waren. Typisch. Wenn man will, dass eine Lüge verfängt, muss man sich was aus seinem eigenen Kompetenzbereich (oder was die anderen dafür halten) zusammenfabulieren. Nur ist das bei den meisten entweder nicht so ergiebig wie sie sich das wünschen (wer Autor ist, kann und muss da recherchieren, darf man nicht weglassen, ist wichtig, macht auch Spaß) oder es stimmt wieder mal, dass man selbst nicht weiß, was man alles weiß. Und dass man eigentlich nix weiß, weiß ich nicht schon seit dem sporadischen Philosophieunterricht in der Oberstufe, sondern das erfahre ich aus dem Internet – über die Sendung-mit-der-Maus-App. Die chinesische Mauer gehört übrigens noch nicht mal zu den Original-Weltwundern, die kam erst später auf eine ähnliche Siebener-Liste. Schloss Neuschwanstein kam bei der Abstimmung auf Platz 8. Soll nochmal einer sagen, bei der Carolin im Interview lernt man nix. Jetzt hab ich zwölf Wikipedia-Tabs offen.

 

Vielen Dank für das Interview.


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~Caro

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