Freitagsfoto, Leben und all das.

Freitagsfoto: Big Books

Big Books
Foto: Carolin Hafen / Schreibmaschine Brother deluxe 220
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Leben und all das., Literatur, Schreibübung, Short Short Story, Termine

Schreibbuden-Nachlese

Schreibbude Collage von Regine
© Foto: Regine Bott

Am Samstag waren wir wieder im Schreibbuden-Einsazt, direkt vor der Stadtbibliothek Stuttgart. Mit dabei waren Regine Bott, Dorothea Böhme, Rainer Bauck und ich. Bei Facebook fragte jemand, warum wir auf Schreibmaschinen schreiben, statt Laptop und iPad zu nutzen. Von dem Aufwand die Texte dann auszudrucken oder gar per Mail zu verschicken (OGottogott DSGVO!!) fange ich jetzt gar nicht an. Meine Antwort lautete:

Weil wir es können.
Es geht darum, das Handwerk sichtbar zu machen. Raus aus dem Elfenbeinturm rein in die Menge. Ohne TippEx, ohne Durchschlag, ohne Copy & Paste. Jeder Text ist einzigartig.

Dies und das, Erster Eindruck, Leben und all das.

Neue Flyer für die Schreibbude

Schreibbude Flyer
© Foto: Nicolai Köppel

Wir haben uns etwas für die Schreibbude einfallen lassen, da immer wieder Fragen nach einem Beispiel kamen.
„Was macht ihr hier, was schreibt ihr für Texte, wie sieht das dann aus?“
Die Antwort lautet: Shortie to go.
Von jedem Autor, von jeder Autorin gibt es nun einen Flyer mit einem typischen Schreibbudentext und falls gewünscht auch Autogramm.

Caro und wie sie die Welt sieht, Kurzgeschichte, Leben und all das., Termine, YouTube

Schreibbuden – Teaser

 

Schreibbude; ein Projekt der get shorties Lesebühne

http://www.getshorties.de

http://www.facebook.com/getshortieslesebuehne/

 

Die Autorinnen und Autoren der get shorties Lesebühne schreiben auf alten, mechanischen Schreibmaschinen Kurzgeschichten und Texte aller Art.

Komm vorbei, gib uns ein paar Stichwörter und hol dir eine halbe Stunde später deinen Text ab. Ein Unikat, ohne Durchschlag, ohne TippEx. Einmalig, deins.

 

TERMINE:

  • Samstag, 18. August 2018 / 14 – 17 Uhr
  • Samstag 15. September 2018 / 14 – 17 Uhr
  • Vor der Stadtbibliothek Stuttgart, Mailänderplatz 1

 

UND:

  • Samstag, 22. September 2018 / 16 – 19 Uhr
  • Kulturtag XXL Bietigheim-Bissingen
  • Otto-Rombach Bibliothek

 

  • Sonntag, 14. Oktober 2018 / 12-16 Uhr
  • Literaturfest Ludwigsburg / Kulturzentrum/ Bibliothek
Caro und wie sie die Welt sieht, Leben und all das.

10 Gründe für die Schreibmaschine

 

Das sind sie: Meine 10 Gründe FÜR die Schreibmaschine. *Hust Hust* 11 Gründe, meine ich. Es ist wohl kein Geheimnis, ich liebe Listen. Und Listen sind etwas lebendiges, sie verändern sich dauernd. Manches streicht man weg, weil man es endlich erledigt hat. Anderes streicht man durch, weil es nicht mehr wichtig ist. Dauernd kommt was Neues dazu. Wenn ich herausfinden will, was meine Prioritäten sind, dann schreibe ich eine Liste. Wichtigkeit, pro und contra. Aber auch Lieblingsdinge. Mein Gedächtnis ist mies und was ich aufgeschrieben habe, muss ich mir nicht mehr merken. Es hilft mir, Ordnung ins Chaos zu bringen, Gedanken zu sortieren, Dingen auf den Grund zu gehen.

So eine Liste kann man auch gut als Manifest deklarieren, dann wirkt´s noch wichtiger. Seit ich für die Shorties in die Tasten haue (Schreibbude/Shortie to go) entdecke ich meine Begeisterung und Leidenschaft für Schreibmaschinen. Es könnte sein, dass diese Begeisterung zu einer Sammel-Leidenschaft wird. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte… Wenn man im Netz nach Videos und Beiträgen sucht, landet man unweigerlich bei Tom Hanks, der ein selbsterklärter Typewriter Enthusiast ist. Er schrieb eine Liste mit 11 Gründen und diese Liste finde ich großartig. Ich hatte sofort Spaß daran und wollte meine eigene Liste haben, deutsch natürlich, ein bisschen abgewandelt, damit es MEINE ist. Voilà.

Schon seit Jahren versuche ich Ordnung in meine Arbeit hinein zu bekommen, und experimentiere herum, mit einem Notizbuch für alles (Sudelbuch), mit einem Workbook, diversen Apps. Ich hoffe sehr, ich schaffe es auch endlich mal, meine Liste „Apps für Autoren“ hier zu veröffentlichen. Ich habe inzwischen einiges ausprobiert, gutes und praktisches, aber auch völlig nutzlose Tools. Aber auch das ist wieder eine andere Geschichte. (Falls du mir erzählen willst, wie du das machst, Ordnung zu halten in dem Ordner mit den aktuellen Entwürfen, wie du deine „Sätze & Schätze“ verwaltest, wo du deine Ideen und all den Kram „Schreibe ich später, wenn Zeit dafür ist“ hin tust, da unten ist ein Kommentarfeld mit viel Platz.) Jedenfalls. Oft genug wünsche ich mir Ruhe, weniger Ablenkung, das heißt: Ein Blatt Papier und ein Schreibdings* und sonst nichts. Kein Internet, kein Schnick-Schnack auf dem Schreibtisch, ich bräuchte wohl Scheu-Klappen wie ein Pferd und jemand der von hinten brüllt: „Sei nicht dumm, mach deine Arbeit.“

Vielleicht klappt es ja mit der Schreibmaschine. Ich und das Tippeditipp von Silver Reed. Das ist doch ein prima name für eine Heldin. 🙂

~Caro

*Bleistift, Füller, Kuli. Vom Hirn in den Arm aufs Papier. Keine Umwege.

 

 

 

Ich muss diesen Film sehen: 

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Leben und all das.

Silver-Reed Idol

Wir nennen unser Schreibbuden-Projekt nun Shorties-to-go und ich habe mir deshalb eine Reise-Schreibmaschine gekauft für die Termine in Stuttgart. Silver ist lange nicht so schwer und so groß wie meine Gabriele. Einmal war ich mit Gabriele in Ludwigsburg unterwegs und am Ende reichte mein Arm bis zum Knie und das sieht ja voll scheiße aus, verschieden lange Arme. Und von dem Muskelkater reden wir nicht. Natürlich kann Gabriele nix dafür, dass ich den Orientierungssinn von einem Badewannenstöpsel habe… jedenfalls. Mit Silver wird jetzt alles besser. Und meine Arme wieder gleich lang.

Silver-Reed Idol

 

Schreibbuden-Termine 2018: Shorties to go

Vor der Stadtbibliothek Stuttgart; 14 bis 17 Uhr

 

Samsatg, 19. Mai 2018

Samsatg, 16. Juni 2018

Saamstag, 14. Juli 2018

Samsatg, 18. Aug. 2018

Saamstag, 15. Sept. 2018

Caro schreibt, Caro und wie sie die Welt sieht, Erlebtes, Leben und all das., Literatur, Notizbuch

Wörtchenbude!

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Wir Autoren der get shorties Lesebühne waren wieder in Ludwigsburg. Die Stadtbibliothek lud zum Tag der offenen Tür und zum „9. Ludwigsburger Literaturfest“ ein. Wir veranstalteten (wie schon letztes Jahr) die „Wörtchenbude“. Wir haben echt geschuftet und viele Texte an den Mann gebracht. An die Frau auch. Und an ein paar Kinder. Es wurden Liebesgedichte gewünscht, ein Märchen mit Zentauren, ein Text zum Thema „Let´s have a party“. Aber auch die Limericks waren sehr gefragt, Jörg und Jole schrieben sogar einige Haikus. Um Aliens sollte es gehen, oder um das Thema Schuld. Es war also ziemlich viel dabei. Wir hatten echt Spaß.

Eine Frau fragte „Was soll das? Die Schreibmaschinen, dieses Retro. Wozu?“

Ich sagte „Weil es Spaß macht.“ Das reichte ihr als Antwort nicht. Ich musste mir also etwas mehr mühe geben. Ich arbeite nun schon über dreizehn Jahre an eigenen Texten. Davor redete ich gern darüber Schriftstellerin zu sein, aber wirklich angefangen habe ich erst 2003. Damals noch mit Papier und Stift, obwohl ich im Jahr 2000 meinen ersten Computer bekommen habe. Muss man sich mal vorstellen… während meiner Schulzeit hatte ich kein Handy, keinen PC, ich habe meine Hausaufgaben, Hausarbeiten und meine Arbeit für die Theater-AG mit einem College-Block und einem Lamy-Füller gemacht. Für mich hat das was sehr ursprüngliches, noch heute habe ich den Eindruck, näher am Wort zu sein, wenn ich von Hand schreibe. Natürlich ist es bequem am PC zu arbeiten, ich habe auch ein Tablet, unterwegs tippe ich Ideen und Entwürfe ins Handy. Oft kommen mir Nachts die besten Ideen, da mache ich kein Licht an, ich setzte mich nicht hin, schreibe ordentlich, was mir so im Kopf herumschwirrt. Nein, ich tippe wild auf dem Smartphone herum, gerne mal tausend Wörter. Und dann schlafe ich selig. Das ist alles praktisch, gut, hat sich bewährt. Trotzdem. Ich fühle mich als „Wortwerkerin“, mit einem Stift, einem Notizblock, einem Wörterbuch. Dann bin ich ganz bei mir, dann kommt mir der Satz „Ich bin Schriftstellerin“ leicht über die Lippen. Eine Schreibmaschine hat für mich einen ähnlichen Effekt. In der 8. Klasse habe ich die Schreibmaschinen-AG in der Schule besucht. Ein Jahr lang. Das 10-Finger-System kann ich heute noch nicht – Herr B. konnte es mir nicht beibringen. Was an mir und meiner Legasthenie liegt, nicht an seinen Lehrmethoden. Er hat versucht uns Rhythmus beizubringen. Er gab uns jede Woche neue Aufgabenblätter, die Welt der Wörter wurde von Woche zu Woche großer. Erst vier Buchstaben, dann sechs, dann acht und so weiter. Er stellte ein Metronom auf und im Takt tippten wir Stunde um Stunde, Zeile um Zeile. Das hatte etwas meditatives, unheimlich schön. Wie gesagt, ich habe das 10-Finger-System nicht gelernt, aber ich mochte die Nachmittage im Klassenzimmer, das Metronom, den Rhythmus, unsere Buchstaben-Zeilen, die alle gleich aussahen – vorausgesetzt man schrieb fehlerfrei. Fehler stachen in der Gleichmässigkeit hervor, wie ein knallrotes Schaf in einer Herde.

Bis wieder zwei Buchstaben mehr dazu kamen. Und noch zwei.

Als wir das erste Mal die Wörtchenbude zum Leben erweckten, dachte ich: Schreibmaschine? Kein Problem. Kann ich. Ich habe so ein altes Ding vom Flohmarkt. Ich bekomme nur noch bei Ebay Farbbänder dafür. Das Ding ist alt, und schwerfällig. Man muss die tasten richtig nach unten drücken, nix mit Gefühl. Brachial! Ich habe damals also meine Entwürfe mit Füller auf Papier geschrieben und wollte dann einen Reinschrieb an der Schreibmaschine tippen – dieses Werk auf hübschem Papier sollte der Kunde kriegen, der den Text beauftragt hat. Ich haute aber erst mal jede Menge Fehler rein, vertippte mich – und wir haben kein Tipp-Ex, kein Durchschlagpapier. Hier wird nicht mit Copy & Paste gearbeitet. Wir könnten ja auch einen Laptop hinstellen, und einen kleinen Drucker, wär ja kein Problem. WLAN gäbe es ja auch. Texte per Email?

Nein, wir schreiben mit Schreibmaschine. Im Leben muss man auch weiter machen, wenn man einen Fehler gemacht hat. Erst habe ich mich geärgert, über die Schreibmaschine, dann über mich, dann über die Situation. Am Schluss habe ich meinen Text übergeben, so wie er war. Meine Gedanken, mein Text, meine Fehler. Alles, so wie es aus mir raus kam. Und dann stellte sich eine Zufriedenheit ein. Dem Mann, der den Text abholte, gefiel es, er lächelte. Und ich auch. Das alles hatte was ursprüngliches, etwas intimes. So wie Briefe schreiben. An einen Fremden.  Nur, dass er ja bekommen hatte, was er bestellt hatte. Es war also gar nicht fremd.

So war das. Beim nächsten Mal ging es schon leichter. Das Tippen. Das Denken beim tippen. Nach der vierten Wörtchenbude möchte ich das Wort „Routine“ noch nicht verwenden. Aber dem Kopf gefällt es. Den Fingern auch. Und bis jetzt hat sich noch kein Wörtchenbuden-Kunde beschwert.

Mal ehrlich, wie viele Briefe kriegst du denn noch, hm?

~Caro

 

 

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© Fotos: Carolin Hafen