Schreibwahnsinn

Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 18

Tag 18: Wir lieben Notizbücher! Welches benutzt du aktuell?

 

Wenn du aufmerksam mitgelesen hast, weißt du, dass ich mich aktuell mit dem #ProjektLondon beschäftige. Da ich für jedes Projekt ein eigenes Notizbuch brauche, schließlich dürfen sich Dinge, die nicht zusammen gehören,  auch nicht vermischen, habe ich für das #ProjektLondon ein Notizbuch aus meinem reichhaltigen Fundus gezogen. Ich habe hier etwa 20 Notizbücher herum fahren, die darauf warten, dass ich sie voll schreibe. Dieses ist aber besonders, weil ich es nicht gekauft, sondern selber „gebastelt“ habe. Das ist relativ einfach: Ich habe mir überlegt, was ich brauche: Platz für die Synopsis, für Notizen und Entwürfe, Charakterskizzen und vieles mehr. Die Spannungskurve wollte ich als Grafik drin haben, das ganze sollte ein Inhaltsverzeichnis haben und nummerierte Seiten. Das Notizbuch war am Computer mit einer Word-Datei schnell erstellt. Ich muss dazu sagen, es ist Jahre her, dass ich mir diese Vorlage erstellt habe. An den popeligen Word-Grafiken kann man sehen, WIE LANG das her ist. Aber die tun es mir heute noch. Zum Schluss bin ich in den örtlichen Copy-Shop marschiert, habe mir alles auf hochwertigem Papier drucken lassen, die einzelnen Abschnitte durch farbige Kartons voneinander getrennt (mein Gedächtnis funktioniert in Kombination mit Farben besser. Charakter ist, als Beispiel, grün. So weiß ich sofort, wo ich gucken muss, wenn ich kurz wissen will, welche Augenfarbe Person X hat…

Am Schluss hat die gute Frau im Copy-Shop meinen Batzen Papier noch mit einem Spiralbindegerät in ein Ringbuch verwandelt, mit dem ich nun gut arbeiten kann. Und das sieht so aus:

 

 

Ja, die abgebildeten Seiten sind leer, das ist Absicht, meine Entwürfe gehen dich (noch!) nichts an.

 

~Caro

 

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 17

Tag 17: Wo schreibst du am liebsten, wenn es draußen regnet?

 

 

Drinnen. Ich kann´s nicht leiden, wenn das Papier nass wird. 🙂

Nein, ernsthaft. Die Frage impliziert, dass ich es mir aussuche, wo ich bei welchem Wetter schreibe. Nach dem Motto: „Heute hat es 23 Grad, der Wind kommt von Nordost, das passt mir gar nicht, deshalb setze ich mich heute lieber mit meinem Stühlchen und meinem Tischchen im Garten Links unter den Apfelbaum, da ist der Schatten ausreichend, und wenn ich Hunger kriege, pflück ich mir was.“ Bullshit.

Mir ist das Wetter für gewöhnlich ziemlich schnuppe. Ich verstehe schon den Gedanken hinter der Frage. Es mag Menschen geben, die in Cafés schreiben, andere in der Bahn. Es mag auch hübsch sein, auf dem Balkon oder im Garten zu sitzen, den Vögeln beim vögeln zuzuhören und so ein verklärtes Bild als Kreativer abzugeben. Ich würde mir unheimlich gut dabei gefallen, wenn ich ein kleines Häuschen am Meer hätte, mit Blick auf die dunkelblaue Weite, mit Hollywood Schaukel vor dem Haus, mit einem Arbeitszimmer im Haus, und der inneren Ruhe eines satten Faultiers auf Valium. Ob ich dann besser schreiben würde, wenn ich stundenlang sitzen, denken und tippen könnte? Vermutlich. Oder ich stürbe qualvoll den Tod der Langeweile und RTL Exklusiv müsste einen reißerischen Bericht über mich bringen; „Schwabenmädel stirbt einsam am öden Anblick der Ostsee.“ (Auch das ist Quatsch. Egal wie ich mal sterbe – am Anblick des Meeres sicher nicht.)

Ich will auf zwei Sachen hinaus.

1. Ich schreibe dann, wenn mich eine Idee packt. Das bedeutet, das Wetter ist scheißegal. Die Uhrzeit, Tageszeit, der Ort und die Utensilien sind scheißegal. Selbst mein Wachheitsgrad ist (fast) egal. Eine Servierte im Café? Fabelhaft. Die Notizenapp meines Smartphones? Supi. Die Schreibmaschine in meinem Wohnzimmer, weil mir gerade nach dem schönen Klackgeräusch ist: Very welcome.

2. Ich schreibe, weil ich muss. Ich habe keine Zeit aufs Wetter zu warten, oder auf die Muse, dass sie zum Küssen vorbei kommt. Das Luder. Ich schreibe besser, wenn ich wach, satt, innerlich ruhig bin. Das bin ich nur nie. Also sehr, sehr selten. Mein Gemüt ist schon seit Monaten ein wild gewordener Pflummi, der wütend durch mein inneres Seelenhaus dotzt und dauernd die Deko zerschlägt. Wenn ich also auf all diese äusseren Umstände Rücksicht nehmen würde, hätte ich bis heute noch kein Wort zu Papier gebracht. Und das sage ich alles im Wissen, dass ich dem Arschloch „Lust“ viel zu oft unterworfen bin. Ich schreibe morgens besser als abends. Morgens habe ich nur wenig Zeit, abends bin ich oft müde. Wenn ich könnte, wie ich wollte, ich hätte wohl schon zwei Dutzend Bücher geschrieben. Leider kommen mir diverse Dinge in die Quere: Hunger, Müdigkeit, Lustlosigkeit, Ideenlosigkeit, Zeitmangel, Selbstzweifel, Wut und last, but not least: Das Wetter. Alles über 25 Grad ist mir zu warm. Dieses „Da draussen“ ist mir zu anstrengend, so ziemlich alles ist mir zu laut.

Und jetzt kommst du und fragst, wo ich am liebsten schreibe, wenn es regnet? Drinnen. Im Sommer, im Winter. Egal. Stell dir einen Wörtergeysir vor, der sprudelt so vor sich hin. „Blib blab blub, Schwarz sind deine Flügel, diedel dadel dim, Träumereien, sie sitzt auf dem Kaminsims, warum? WARUM? Wie ist sie da rauf gekommen? Klopf klopf, ich bin eine Idee ich bin da. Hallo!“

Rauschen. Es ist ein immer währendes Rauschen. Ich glaube nicht an Wetter, an Idealzustände, an kreatives Denken im Garten unter dem Apfelbaum, damit die Nachbarn was zu gucken haben: „Da sitzt sie wieder und denkt.“ Pöh.

Ich glaube an Routine, an Gewohnheiten, an Innehalten, hinhören, sehen und Neugier. Ich glaube an feste Uhrzeiten, an einen fixen Platz (Schreibtisch, wie der Name schon sagt. Der Tisch an dem geschrieben wird.) Ich glaube an Übungs-Liegestütze mit dem Füller auf Papier. Ich glaube an den Geysir, der mich versorgt, ich glaube daran, das viel Wasser trinken hilft. Ich gefalle mir in der Vorstellung, täglich, gleicher Platz, selbe Zeit. Das funktioniert – hahahah – nicht oft. Aber ich kann ja diesen Glauben jeden Tag aufs neue leben. Versuchen. Daher lautet mein Credo: Nur heute. Sleep, eat, write. 

Ich nehme mir eine Sache vor. Konkrete Aufgabe, konkretes Ziel. Und das versuche ich zu machen. Egal, was draussen los ist. Ja, dabei höre ich mir Meeresrauschen auf YouTube an, oder Chill out Musik, die nett vor sich hin plätschert. Und manchmal klappt das dann.

~Caro

 

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 16

Tag 16: Wer sind deine Schreibbuddys? Zeig uns deine Partner in Crime!

 

Schreiben ist ein einsames Geschäft. Ich glaube nicht an den Elfenbeinturm, aber ich bin auch kein Teamplayer. Ich tue mich schwer damit, mich auf die Stimme eines anderen einzulassen, meine eigene Schreibstimme ist… puh. Keine Diva, aber schüchtern, empfindlich. Daher habe ich keine Partner in Crime. Ich habe Schreib-Kollegen und Schreib-Freunde um mich, sowie Kreative und Querdenker, Kritiker und Fans. Es gibt Schriftsteller, die ich bewundere, denen ich nacheifere. Manche Kollegen versuche ich zu beeindrucken, denen möchte ich Gefallen und fordere sogar gelegentlich einen Streichler fürs Ego ein. Aber mit keinem einzigen arbeite ich an einem Text. Nach dem Motto, ein Satz du, einen ich. Ich fühle mich in vielen Bereichen meines Lebens eingeengt, aber das ist ein anderes Thema, und gehört hier nicht her. Der Punkt ist, Schreiben ist für mich Freiheit. Da kann ich wie ich will, die Richtung ist egal. Sogar das Wann und Wie. Ich mache mein Ding, weil ich Bock drauf habe.

Aber es gibt Wegbegleiter, der Austausch über das Schreiben, über das Lesen, das Empfinden von Geschichten, ist mir wichtig. Im Prinzip wie dieser Autorenwahnsinn. Ich kann fröhlich bei anderen Autoren, Kollegen und Freunden mitlesen, und mit ihnen darüber diskutieren, wie sie dieses oder jenes machen. Meine erste Adresse ist immer meine Person, E. Bücher, Filme, das eigene Schreiben – alles landet bei ihr. Und natürlich das Leben in all seinen Formen. Aber auch das gehört hier eigentlich nicht hin. 😉

Thema Schreibstimme und Partner in Crime. Die Kollegen der get shorties Lesebühne kommen dem noch am Nächsten. Ich fing vor 6 Jahren bei der Lesebühne an, als junges Kücken. Ich wollte Kabarett machen und ich wollte auf eine Bühne. Das war mir klar. Ich hatte nur keine Ahnung, wo und wie ich das anstellen sollte, noch wusste ich, ob ich das Zeug dazu habe. Weil, blöderweise litt ich extrem an Lampenfieber und stand mir ordentlich im Weg. Wie so ein Muskelprotz an der Disco-Tür:

„Du komsch hier net rein.“

Auf der Lesebühne durfte ich mich ausprobieren. Klar, es gab ein paar Vorgaben. Die Ich-Form unserer Texte ist ein Muss. Komisch sollte es möglichst auch sein. Aber was ist den komisch, so ganz allgemein? Und was für eine Erzählerin will ich sein? Irgendwie hat es sich ergeben, dass ich nun die Zoten- und Quotenfrau bin. Als einzige Frau der Runde ist das auch nicht schwer. (Ich hoffe, ich bekomme bald wieder weibliche Unterstützung auf der Lesebühne, aber auch das ist ein anderes Thema.)

Eins ist klar: Meine Schreibstimme hat sich hier entwickelt, ist mutiger, selbstbewusster geworden. Überraschenderweise hat sich das Lampenfieber gelegt. Ich dachte wirklich, das schleppe ich ein Leben lang mit mir herum, das wird NIE besser. Die Kollegen haben alle auf ihre Weise dazu beigetragen; Stimme, Texte und Autorenzusammenhalt. Ich genieße und schätze das sehr.

Wenn wir kurz davon ausgehen, dass meine get shorties Stimme eine andere ist, als meine Roman-Stimme, und das klingt vielleicht wie ein Klischee, aber ich habe definitiv mehrere Stimmen in mir, dann beeinflusst die eine die andere nicht. Ein Beispiel: Meine Leotrim-Geschichte hat absolut nichts mit den get shorties Kurzgeschichten zu tun. Weder in Ton, noch im Selbstbewusstsein. Leotrim ist viel leiser, kommt völlig ohne Humor aus. Ich weiß nicht, warum das so ist. Es ist vielleicht auch egal.

Es gibt da eine Geschichte in mir, ich höre sie, aber ich habe noch nicht das Werkzeug in der Hand, sie aufzuschreiben. Das gehört eigentlich auch nicht hier her. Ich will nur darauf hinaus: Verschiedene Geschichten, verschiedene Stimmen, und alle brauchen ihren Raum, um entstehen zu können. Daher ist da kein Platz für noch jemanden von aussen. Sobald diese eine Geschichte, die in mir schlummert, mutig genug ist, nach vorne zu treten, werde ich sie aufschreiben, mein Opus magnum. Und bis dahin, treffe ich mich weiter mit den get shorties Kollegen oder den Leuten vom BvjA* Stammtisch, das sind auch prima Partners in Crime, quasi. Hier tausche ich mich aus und bestaune den Prozess, der bei uns allen statt findet. In diesem Beruf ist man nie mit der Ausbildung fertig, und das ist gut so.

 

 

Bundesverband junger Autorinnen und Autoren e. V. *

 

 

Tag 11: Zeig uns eine besondere Widmung – von dir oder einem anderen Autor!Tag 11: Zeig uns eine besondere Widmung – von dir oder einem anderen Autor!

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 15

Tag 15: Welche Snacks dürfen diesen Sommer auf keinen Fall beim Schreiben fehlen?
Du isst keine Snacks beim Schreiben? Dann vielleicht beim Lesen?

 

NATÜRLICH esse ich total gesundes Zeug, wenn ich schreibe, lese oder ganz normal lebe. Gemüse und Obst im Massen, Studentenfutter und Vollkornkekse. Was sag ich; Reiskekse, ganz klar. Ich trinke Tee, kultiviert wie ich bin, so wie ich dauernd Arte schaue, und ich esse selbst gebackene Scones, weil ich mir jedes Woche Scones backe. Ich verbringe Stunden damit, Möhrchen in hübsche Stäbchen zu schnibbeln und mit einem total gesunden Dipp zu versehen. Ich sitze aufrecht und rückenschonend, in diesem Haushalt würde es niemandem einfallen, auf seinen eigenen Unterschenkel zu sitzen, krumm und schäpps am Computer zu sitzen, mit Cola und Kinderriegeln in der 10er Packung. So was habe ich nie nicht im Haus. Nein, pöh.

 

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 14

Tag 14: #MondayMotivation: Was motiviert dich?

Ich weiß gar nicht so genau, warum alle Leute immer über den Montag schimpfen. Ich habe mit Montagen kein Problem, brauche daher auch keine extra Motivation. Ich bin an einem Montag geboren, und bilde mir ein, dass das mein Tag ist.

Kennst du das, wenn du an irgendeinem Gerät herum fummelst, es nicht sofort zum Laufen bringst und dann dein Kumpel, Arbeitskollege oder Partner zu dir sagt: „Lass mich mal ran, ich bin ein Sonntagskind“, so als wäre es etwas besonderes, an einem Sonntag geboren worden zu sein!? Ich habe so einen Kollegen und antworte dann regelmässig: „Lass mich das selber kaputt machen, ich bin ein Montagskind“.

Und jetzt stell dir kurz vor, ich wäre eine weibliche Version von Super Mario. Also Super Caro und statt der Blauen, trage ich eine schicke gelbe Latzhose mit passender Mütze. Oben rechts ist mein Energiebalken, der Montags bei 100% ist. Ich renne also los, sammle Münzen und hüpfe auf Pilze, will mit dem Kopf durch die Wand und mache den ganzen Quatsch mit, den so ein Level-Tag zu bieten hat. Der Energiebalken schwindet. Manchmal ist er am Donnerstag schon bei 20%, manchmal langt es auch noch bis Freitag. So ein Gerenne durch eine zweidimensionale Welt ist ganz schön anstrengend. Am Wochenende bin ich dann im Lade-Modus. Das geht, ganz klar, schneller, wenn ich liegen bleibe und mich nicht rühre. Leider klappt das an den wenigsten Wochenenden. Und dann heißt es: Repeat.

Machmal passiert es, dass ich Montags nur mit 90% starte, aber irgendwas ist ja immer. Also sind Montage grundsätzlich erst mal was Gutes, und voller Energie. Aber falls du wissen willst, was auf meiner Pinnwand steht, die links neben meinem Computer an der Wand hängt, und worauf mein Blick fällt, wenn ich gerade gedankenverloren herum gucke, dann ist es das hier:

 

Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 13

Tag 13: Book & Breakfast! Zeig uns, wie du deinen Sonntagmorgen beginnst. Zufälligerweise mit einem guten Buch und einem leckeren Frühstück?

 

Book & Breakfast, das wär ja auch mal eine hübsche Idee. Allerdings beginne ich meinen Sonntag üblicherweise ohne Buch, ohne Frühstück. Ich gehe joggen. Gleich nach dem Aufstehen. Ich zieh mich an, trinke noch was und gehe dann mit zwei Freundinnen in den Wald. Sie haben natürlich gefrühstückt, sind schon seit Stunden wach, während ich gerade mal die Glotzböppel auf kriege und auf diese Leistung stolz bin. Wollt ihr ein Foto von meinem Mittagessen? Ach, stimmt ja – ich fotografiere das selten, weil ich mit essen beschäftigt bin. Ich gäbe keine gute Foodbloggerin ab, schlimm. 😉

Aber, wenn ich es mir mit Tee & Buch gemütlich mache, sieht das in etwa so aus:

 

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 12

Tag 12: Abkühlung gefällig? Wie wäre es mit einem erfrischenden Zitat?
Vielleicht aus einer Dusch- oder Badeszene? Aus einer Schwimmszene oder einer Stelle in deinem Manuskript, an der deine Protagonisten ein kühles Bier genießen?

 

Wie wär´s mit einer Sommer-Kurzgeschichte?

 

Armer Richard

Werd´ endlich erwachsen

Ich bin ein schlechter Mensch, ich habe meinen Freund Richard zu einem gemeinsamen Urlaub gezwungen. Das mit dem Urlaub wäre eigentlich gar nicht so wild gewesen. Wenn unsere Ferienwohnung einen Fernseher gehabt hätte. Also einen Fernseher, der die Bezeichnung Fernseher auch verdient. Leider, oder, eben weil ich ein schlechter und egoistischer Mensch bin, habe ich den Urlaub geplant ohne mich nach dem TV Gerät zu erkundigen. Er kommentierte das vor Ort mit „Ich armer Richard“.

Bevor ich mit der Planung los legte, bekam ich von ihm eine Exel-Tabelle per Email, mit einigen Auflagen, an die ich mich zu halten hätte.

Urlaub,

nicht während der Fussball EM oder WM

nicht während der Tour de France oder dem Ski Springen

nicht während der olympischen Spiele

auf keinen Fall während der Frauen-Volleyball-Saison

unter gar keinen Umständen während des verkaufsoffenen Sonntags oder der Rabatt-Wochen im Baumarkt.

Leute, wenn man sich daran hält, bleibt ein Mittwoch im Oktober übrig. Also landete die Tabelle im Papierkorb, und auch seine Lebensgrundlage; Bier, grillen und Fussball ignorierte ich völlig. Gebucht habe ich dann eine Ferienwohnung in Portugal, und keine Touristenhölle in der man Gefahr läuft Daniela Katzenberger ein Autogramm abnehmen zu müssen. Die Wohnung hatte einen fantastischen Ausblick, man musste nur gefühlt siebzehntausend Stufen bis zum Strand runter, ansonsten war es postkarten-kitschig-idyllisch.

Jetzt begab es sich, dass irgendwo auf der Welt Fußball gespielt wurde während wir im Urlaub waren. Irgendwas mit EM oder WM oder noch so ein paar Buchstaben aus dem Alphabet. Was weiß denn ich.

Die Ferienwohnung verfügte über einen Fernseher, ich sah also das Problem nicht, als mein armer Richard vor dem Gerät saß und eine Schnute zog. Fußball ist eine universelle Sprache, dass kann ohne Ton oder sogar mit portugiesischem Kommentator gucken, der Inhalt der Aussagen wird jetzt nicht so wahnsinnig variieren. Dachte ich.

Wie immer ging es um die Größe. Ich sag ihm seit Jahren, dass das überhaupt keine Rolle spielt, interessiert ihn aber in dem Moment nicht.

„Das Gerät ist zu klein.“

Ich sehe ihm mit einer Mischung aus Neugier und Besorgnis zu, wie er den Bildschirm umarmt.

In unserem Freundeskreis passiert gerade eine merkwürdige Sache. Man prüft dauernd, ob die Haut noch elastisch ist, ob die Falten unterspritzt werden müssen, ob man schon fett ist, oder nur kräftig gebaut, und die Beweglichkeit ganz allgemein ist ein großes Thema. Irgendwer klatscht dabei immer in die Hände und brüllt: Flexibel bleiben!

Ich beobachte also regelmässig Jungens über dreissig, die antesten ob sie ihre Hände auf dem Rücken noch berühren können.  Wenn man also eine Hand von oben und die andre von unten aneinander führt. Die ganze Sache hat vermutlich was mit Sex zu tun, ich kapiere das aber so wenig wie die Abseitsregeln.

Ich beobachte also zwei erstaunliche Phänomene in meinem Umfeld. Die eine Gruppe ist verheiratet und lässt sich gehen. Wenn man erst verheiratet ist, ist die Sache mit dem Sex eh vorbei, dann kann man sich auch fett fressen.

Die andere Gruppe ist Single, wäre aber gern was anderes, betreibt einen irren Körperkult um fit zu bleiben, darauf wartend, dass die andere Gruppe sich wieder scheiden lässt um dann im zweiten Anlauf durchzustarten.

Wenn man dieses zusammenführen der Hände noch kann; Halleluja.

Und dort, im Urlaub berührte mein armer Richard seine Fingerspitzen auf dem Rücken des Samsung und befand allen ernstes:

„Zu klein. Wenn man die Hände hinten noch zusammen kriegt, ist das Ding untauglich.“ (Das ist einer dieser Sätze, den eine Frau nie zu hören kriegen würde.)

Auf meine naive Frage, wann ein Fernseher groß genug sei, sagte er: „Wenn man ihn nur zu zweit tragen kann.“ Aha.

Auf meine ganze Fussball-Ignoranz reagierte er beleidigt. Ich müsse heute Abend auf seine Gesellschaft verzichten, meinte er, – was seine Art war mir mitzuteilen, dass er auf dem Sofa schlafen würde. Er hat noch nie auf dem Ding geschlafen, weil ER das entschieden hat. In unserer Beziehung hab ich die Hosen an und ich entscheide, wann er seine auszieht.

Er fand sich endlich damit ab – schweren Herzens – dass er auf diesem Winzding das Spiel schauen musste. Ich glaube ich habe noch „Alternative“ und „Radio“ gesagt; back to the roots. Er warf ein Kissen nach mir, immer noch wütend und ich lächelte siegessicher. Mal ehrlich: Haben Sie schon mal einen Vierjährigen mit Überraschungsei gesehen, der das Ding nicht anrührt? Ich nicht.

Vielleicht kennen Sie das ja, man ist im Urlaub, der Tag neigt sich dem Ende und man dünstet nicht mehr aromatisch wie eine Zwiebel im Topf sondern blubbert nur noch gemächlich vor sich hin wie ein Vanillepudding.

In meinem Fall ist aus dem Pudding eine krebsrote Reklametafel für CocaCola geworden. Richard war so lieb mir auf meinen Sonnenbrand auch den passenden Schriftzug zu malen.

Wegen mir hätte der blöde Fernseher ausbleiben können. Ich weiss, nach dem Spiel will er entweder getröstet oder als toller Hecht gefeiert werden, so als hätte er selbst mitgespielt. Da kann er beleidigt sein wie er will, der schläft doch nicht auf dem Sofa: das Überraschungsei wird ausgepackt.

Falls sie die Metapher jetzt nicht kapieren; ich werd vernascht, dann wird gespielt und wenn er pennt, gehe ich an den Kühlschrank und fresse ich die Schokolade ganz alleine.

Auf dem Weg vom Strand zur Wohnung, etwa eine Stunde vor dem Anpfiff kamen wir an einer ganzen Reihe von Ferienwohnungen vorbei, die etwa alle so aussahen wie unsere: Kleine, viereckige Behausungen, aussen weiß angepinselt, mit blauen Fensterläden, einer Terrasse zum Strand hin, und schmalen, raumhohen Fenstern. Mein armer Richard schaute unverhohlen in die Wohnungen der anderen Gäste und stellte zwei Dinge fest. Die Inneneinrichtung, sowie die Abmessungen der Räume, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad, Küche, glichen einander wie überraschte Kindereier. Die Fernseher nicht.

Badeanzüge und Handtücher flatterten im Wind, von den Urlaubern keine Spur. Ich vermutete sie im Schlafzimmer, aber das nur am Rande. Mein armer Richard schlich zur geöffneten Terrassentür hinein, ich schlich, soweit das mit FlipFlops möglich ist, hinterher.

„Was soll das“, flüsterte ich. Obwohl ich genau wusste was das soll.

„Du klaust jetzt nicht den Fernseher!“

„Pscht“, machte er, „wir klauen den nicht, wir leihen den aus.“

„Wir machen hier gar nichts“, quiekte ich. „Leihen, bis morgen meinst du? Und dann schleppen wir den nach dem Frühstück zurück, als wär nichts? Huch, wir haben versehentlich euren Fernseher genommen!?“

„Du hast Wir gesagt.“ Er grinste. „Und nein, nicht bis morgen. Morgen spielt Argentinien.“

„Boah, du machst mich fertig.“

„Was buchst du auch Urlaub während der WM? Ich könnt daheim im Biergarten sitzen und das ganze publik anschauen. Draussen, verstehste!“

„Komm jetzt aus der Wohnung!“ Ich hörte mich an, als wären wir schon dreissig Jahre verheiratet.

„Nein. Mach jetzt. Trag das Teil mit mir rüber und ich verzeih dir“, sagte er.

„DU VERZEIHST MIR?“ Ich verschränkte die Arme. Und schnippisch fügte ich an: „Ich will nicht!“

„Du willst. Stell dir einfach vor, ich hätte ne Lederjacke an und das wär ein Motorrad.“

Bad Boy Richard. Das musste ich mir kurz durch den Kopf gehen lassen. Ich hätte ihm nicht erzählen sollen, dass Frauen sich gern in einen Typen mit Motorrad verlieben, um anschließend einen Mann mit Kombi aus ihm zu machen. Seither verwendete er das dauernd gegen mich.

Im Schlafzimmer wurde gestöhnt. Deren Spiel befand sich kurz vor dem Abpfiff.

Weil ich beim Fernsehklau nicht erwischt werden wollte, griff ich beherzt zu, Richard grinste dreckig und packte seinerseits an und so trugen wir das gute Stück, einen Flachbildschirm so groß wie ich, hinaus, nicht über die Terrasse – wir quetschen uns durch eins der raumhohen Fenster, im Schatten, und ohne Zeugen tippelten wir den kleinen gepflasterten kitschig-postkarten-idyllischen Weg entlang an sechs Häusern vorbei in unsere Wohnung.

Damit war Richard aber nicht zufrieden. Er trug unser Gerät, das Winzding, wie er liebevoll sagte, zurück. Oben war sogar ein Griff. Offensichtlich war das Pärchen in die Verlängerung gegangen, er kam unbehelligt und durch das Fenster hinein, und ohne Fernseher wieder raus. Es flatterten immer noch Badesachen und Handtücher im Wind, irgendwo wurde gegrillt, Richard ploppte sich ein Bier auf, und als die Sonne unter ging, hörte man einen herzerweichenden, langen, verzweifelten Schrei aus Ferienwohnung Nr. 3.

Deutschland hat gewonnen. Ich übrigens auch, zwei Mal.

 

 

 

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 11

Tag 11: Zeig uns eine besondere Widmung – von dir oder einem anderen Autor!

 

Ich habe inzwischen das ein oder andere Autogramm geschrieben, also für Mama und Papa, und ein paar andere Leute. 😉 Wenn ich eine Lesung besuche, kaufe ich grundsätzlich ein Buch und lasse es mir signieren. So sind auch schon ein paar Autogramme zusammen gekommen. Witzig, persönlich, besonders. Aber das wichtigste, das allerwichtigste Autogramm von allen, ist das hier. Ich habe John Irving einen Brief geschrieben – nach meiner ersten Veröffentlichung. Wer mein Blog kennt, weiß wie wichtig John Irving für mein Schreiben ist. In meiner ersten Kurzgeschichte, die je veröffentlicht wurde, kommt er als mein Mentor vor. Heute scheint mir das wahnsinnig naiv und stümperhaft. Stolz bin ich trotzdem. Es war mein erster Versuch, dem Wunsch zu Schreiben, Taten folgen zu lassen. Und es war mir ein Bedürfnis, ihm das zu sagen. Also habe ich das Buch mit besagter Kurzgeschichte mit einer Widmung versehen, hübsch eingepackt, einen Brief dazu gelegt, und geschildert, was er mir bedeutet, er als Schriftsteller, seine Bücher, mein Anfangen, und die Hoffnung auf ein Weiter, auf ein Mehr und darauf Schriftstellerin zu sein. Das ganze schickte ich an seinen Verlag mit der Bitte um Weiterleitung. Ein paar Wochen später kam diese Postkarte. Kannst du dir vorstellen, was mir das bedeutet? Damals, heute, in der Zukunft?

~Caro

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 10

Tag 10: Zeit für Throwback Thursday #tbt: Woran hast du August 2016 geschrieben?

 

August 2016? Da hatte ich Urlaub und bin wieder nach Leotrim gereist. Letztest Jahr, von August bis Dezember ist der dritte Band meiner Drachensaga einstanden: Drachenfrieden. Das ist nur ein Jahr her, das ist schon ein Jahr her – wie man es nimmt. Mir kommt es vor, als hätte ich nur kurz geblinzelt. Gleichzeitig ist es so weit weg wie Jakarta oder Reykjavik. Ich müsste den Atlas bemühen, mit dem Finger auf dem Papier um das zu finden. Auch deshalb, weil ich mich gedanklich schon wieder woanders befinde… nein, das stimmt nicht. Aber der Reihe nach. Drachenfrieden, das Wort schreibe ich, eine halbe Stunde nach dem ich die aktuelle Folge „Game of Thrones“ gesehen habe und immer noch aufgewühlt bin. Ich mag die Serie, aber sie nimmt mich unheimlich mit. Gleichzeitig denke ich: So etwas würde ich nie schreiben wollen, dieses Abschlachten. Daher gibt es das bei mir nicht. Und während ich jetzt eintauche in ein neues Projekt, nur langsam natürlich, Schreiben ist wie Schwimmen, und das Wasser ist kalt, da gehen die Gedanken noch in alle Richtungen. Ich stecke einen Zeh ins Wasser, wate dann langsam weiter bis mir das Wasser bis an die Hüfte reicht, friere und jammere, bis ich endlich den Mut habe mich hinein zu stürzen, ganz, mit allem was ich habe, und dann schwimme ich die ersten kraftvollen Züge, und finde es herrlich. Soweit bin ich aber noch nicht. Der Zeh ist im Wasser, das ist der aktuelle Stand. Und daher kann ich an London denken und wie ich mich in der Stadt verlieben will, gleichzeitig ruft Aelia leise nach mir. Ich kann das jetzt noch nicht mit Sicherheit sagen – wer meine Bücher gelesen hat, weiß wer sie ist. Wer nicht weiß, wer sie ist, sollte meine Bücher lesen. Und irgendwie habe ich das Gefühl, meine nächste Leotrim-Geschichte wird ein Aelia-Abenteuer. Ich sehe sie, wie sie losmarschiert und ihre Drachin abholt. Selbst, weil sie findet, dass das ihre Aufgabe ist. So gesehen ist der letzte August wahnsinnig lange her, und gleichzeitig ganz nah. Und wenn meine Zeit es zulässt, schreibe ich alles auf. London. Aelia. Und all die anderen, die im Wasser auf mich warten.

 

~Caro

 

 

Band 3 – Drachenfrieden

 

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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 9

Tag 09: Stell uns doch mal deine Lieblingsbuchhandlung vor!

Ganz klar: Grimms lesen & genießen in Spaichingen

#Supportyourlocaldealer

 

Lena Grimm hat ihre Buchhandlung 2015 eröffnet und die Buchhandlung Hettinga quasi „abgelöst“. Ganz so war es nicht, aber das nur am Rande. Vielleicht hätte Christa Hettinga noch eine Weile weiter gemacht – weil die Vorstellung, dass Spaichingen keine Buchhandlung mehr hat, fand sie wohl so grauenvoll, dass sie lange nicht ans aufhören dachte und sich kaum ein Mal Urlaub gönnte. 32 Jahre hat sie ihre Buchhandlung geführt. Krass. Nun ist also Lena Grimm mit ihrer Buchhandlung da, klein aber fein, mit Kinderspielecke und integriertem Café. Ein Träumchen. Das sage ich als Kundin, das sage ich als Autorin, die hier schon lesen durfte.

Mir ging es auch so: Spaichingen ohne Buchhandlung? Das geht doch nicht. Ich habe als Teenager selbst darüber nachgedacht, eine Lehre im Buchhandel zu machen, ich machte mit 16 sogar ein Praktikum bei Frau Hettinga. Das Leben hatte dann andere Wege für mich – besonders gut angestellt habe ich mich auch nicht, was aber daran lag, dass ich unfassbar naiv war und nach dieser Woche Praktikum erschrocken dachte: Schaffen ist ja Arbeit! Acht Stunden lang. Krass. Aber das will ich gar nicht erzählen, es würde unweigerlich zu einer Diskussion über unser Schulsystem führen und dazu, wie schlecht junge Menschen innerhalb dieses Systems auf das reale Leben vorbereiter werden. Dann müsste ich über meinen Berufsberater schimpfen, über meine Blödheit, wie leicht ich mich beeindrucken ließ (du kleines Mädchen kannst nicht Fotografin werden, was stellst du dir vor!) und so weiter und so fort. Das wäre ein sehr langer Beitrag.

Statt dessen: Stöbern. Wenn man in eine Suchmaschine einen Begriff eingibt – halt. Vorher. Du musst wissen, was du suchst. Wenn du einen Roman suchst, was hübsches, für den Sommer, vielleicht was mit französischen Flair, ein bisschen Liebe, mit Katzen, jemand der Birnen züchtet und das Leben auskostet – dann weißt du ja schon, was du willst. Du gibst also ein paar Suchbegriffe ein, Autoren/Autorinnen, die du kennst und magst, Thema, Ort, et cetera et cetera, dann bekommst du genau das. Du musst wissen, was du suchst. Ohne Begriffe, keine Suchergebnisse. 〈Wenn du genau weißt was du willst: Prima. Dann geh doch in die Buchhandlung deines Vertrauens und teile dich mit. Man wird dir dort jedes Buch bestellen, das du haben willst. Und wenn du zu deinem Glück noch etwas technischen Schnickschnack brauchst, empfehle ich dir die App LChoice. Online stöbern und bestellen. Lokal kaufen.〉

Wenn du das aber nicht weißt. Wenn das Suchfeld leer bleibt, du aber ein Sehnen spürst, ohne einen Namen dafür zu haben, dann musst du stöbern. Stöbern ist prima, weil man Dinge findet, die man nicht gesucht hat. Ich bin überzeugt, manche Bücher finden mich. Die kommen zu mir, weil ich sie brauche, ohne es zu wissen.

Und wo stöbert es sich am besten? Beim großen A? Vielleicht. In Blogs und Leserforen? Auch. Sicher.

Ich bin ein old school Mädel. Meine Mutter hat immer geschimpft: „Man schaut nicht mit den Händen.“

„Doch, Mama! Man sieht auch mit den Händen gut.“

Ein Buch muss ich anfassen, anlesen, fühlen. EBooks sind ja nett, für den Urlaub, wenn der Koffer nicht 40 Kilo wiegen soll. Sie sind ist praktisch, aus Gründen. Ich will dagegen gar nichts sagen. Aber. Ich bin der Meinung, eine Rolltreppe (1859 patentiert!) wird nie die Treppe an sich ablösen. Hat sie nicht in den letzten 158 Jahren, wird sie in Zukunft auch nicht.

Ich wünsche mir, für die Zukunft, dass man Bücher, für ein paar Euro mehr, als Print und eBook kaufen kann, im Bündel. Von mir aus auch als Print mit Hörbuch. Nehmen wir Harry Potter: Ich habe die Bücher gekauft und mehrfach gelesen. Ich habe die Filme gekauft und mehrfach gesehen. Ich habe die Hörbücher gekauft und mehrfach gehört. Das ist sicher die Ausnahme. Aber, wenn der Handel anbieten würde, großartige Bücher im Bündel zu bekommen, schön aufgemachte Bücher, die ich gerne anfassen will, dran schnuppern und mit ins Bett nehmen kann, dann wird da gar nichts aussterben. Ich bin mir sicher, die Literatur in all seinen Formen ist ein hartes Geschäft. Viel Arbeit, reich wird man damit auch nicht. Aber so lange Menschen wie Lena Grimm (und all die anderen Buchhändler/Innen) sich engagiert für Literatur einsetzten, mit Ideen und Tatendrang, sollten Buchliebhaber wie ich, örtlich kaufen. IMAO.

I try my very best.  Ja, ich kaufe meine eBooks beim großen A. Ich werde auch, für ein paar Herzprojekte CreateSpace nutzen. Aber ich werde nie aufhören mit den Händen zu sehen.

Leb damit, Mutter.   

 

Sommerlektüre

 

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