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Autorenwahnsinn – Sommer Edition – Tag 9

Tag 09: Stell uns doch mal deine Lieblingsbuchhandlung vor!

Ganz klar: Grimms lesen & genießen in Spaichingen

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Lena Grimm hat ihre Buchhandlung 2015 eröffnet und die Buchhandlung Hettinga quasi „abgelöst“. Ganz so war es nicht, aber das nur am Rande. Vielleicht hätte Christa Hettinga noch eine Weile weiter gemacht – weil die Vorstellung, dass Spaichingen keine Buchhandlung mehr hat, fand sie wohl so grauenvoll, dass sie lange nicht ans aufhören dachte und sich kaum ein Mal Urlaub gönnte. 32 Jahre hat sie ihre Buchhandlung geführt. Krass. Nun ist also Lena Grimm mit ihrer Buchhandlung da, klein aber fein, mit Kinderspielecke und integriertem Café. Ein Träumchen. Das sage ich als Kundin, das sage ich als Autorin, die hier schon lesen durfte.

Mir ging es auch so: Spaichingen ohne Buchhandlung? Das geht doch nicht. Ich habe als Teenager selbst darüber nachgedacht, eine Lehre im Buchhandel zu machen, ich machte mit 16 sogar ein Praktikum bei Frau Hettinga. Das Leben hatte dann andere Wege für mich – besonders gut angestellt habe ich mich auch nicht, was aber daran lag, dass ich unfassbar naiv war und nach dieser Woche Praktikum erschrocken dachte: Schaffen ist ja Arbeit! Acht Stunden lang. Krass. Aber das will ich gar nicht erzählen, es würde unweigerlich zu einer Diskussion über unser Schulsystem führen und dazu, wie schlecht junge Menschen innerhalb dieses Systems auf das reale Leben vorbereiter werden. Dann müsste ich über meinen Berufsberater schimpfen, über meine Blödheit, wie leicht ich mich beeindrucken ließ (du kleines Mädchen kannst nicht Fotografin werden, was stellst du dir vor!) und so weiter und so fort. Das wäre ein sehr langer Beitrag.

Statt dessen: Stöbern. Wenn man in eine Suchmaschine einen Begriff eingibt – halt. Vorher. Du musst wissen, was du suchst. Wenn du einen Roman suchst, was hübsches, für den Sommer, vielleicht was mit französischen Flair, ein bisschen Liebe, mit Katzen, jemand der Birnen züchtet und das Leben auskostet – dann weißt du ja schon, was du willst. Du gibst also ein paar Suchbegriffe ein, Autoren/Autorinnen, die du kennst und magst, Thema, Ort, et cetera et cetera, dann bekommst du genau das. Du musst wissen, was du suchst. Ohne Begriffe, keine Suchergebnisse. 〈Wenn du genau weißt was du willst: Prima. Dann geh doch in die Buchhandlung deines Vertrauens und teile dich mit. Man wird dir dort jedes Buch bestellen, das du haben willst. Und wenn du zu deinem Glück noch etwas technischen Schnickschnack brauchst, empfehle ich dir die App LChoice. Online stöbern und bestellen. Lokal kaufen.〉

Wenn du das aber nicht weißt. Wenn das Suchfeld leer bleibt, du aber ein Sehnen spürst, ohne einen Namen dafür zu haben, dann musst du stöbern. Stöbern ist prima, weil man Dinge findet, die man nicht gesucht hat. Ich bin überzeugt, manche Bücher finden mich. Die kommen zu mir, weil ich sie brauche, ohne es zu wissen.

Und wo stöbert es sich am besten? Beim großen A? Vielleicht. In Blogs und Leserforen? Auch. Sicher.

Ich bin ein old school Mädel. Meine Mutter hat immer geschimpft: „Man schaut nicht mit den Händen.“

„Doch, Mama! Man sieht auch mit den Händen gut.“

Ein Buch muss ich anfassen, anlesen, fühlen. EBooks sind ja nett, für den Urlaub, wenn der Koffer nicht 40 Kilo wiegen soll. Sie sind ist praktisch, aus Gründen. Ich will dagegen gar nichts sagen. Aber. Ich bin der Meinung, eine Rolltreppe (1859 patentiert!) wird nie die Treppe an sich ablösen. Hat sie nicht in den letzten 158 Jahren, wird sie in Zukunft auch nicht.

Ich wünsche mir, für die Zukunft, dass man Bücher, für ein paar Euro mehr, als Print und eBook kaufen kann, im Bündel. Von mir aus auch als Print mit Hörbuch. Nehmen wir Harry Potter: Ich habe die Bücher gekauft und mehrfach gelesen. Ich habe die Filme gekauft und mehrfach gesehen. Ich habe die Hörbücher gekauft und mehrfach gehört. Das ist sicher die Ausnahme. Aber, wenn der Handel anbieten würde, großartige Bücher im Bündel zu bekommen, schön aufgemachte Bücher, die ich gerne anfassen will, dran schnuppern und mit ins Bett nehmen kann, dann wird da gar nichts aussterben. Ich bin mir sicher, die Literatur in all seinen Formen ist ein hartes Geschäft. Viel Arbeit, reich wird man damit auch nicht. Aber so lange Menschen wie Lena Grimm (und all die anderen Buchhändler/Innen) sich engagiert für Literatur einsetzten, mit Ideen und Tatendrang, sollten Buchliebhaber wie ich, örtlich kaufen. IMAO.

I try my very best.  Ja, ich kaufe meine eBooks beim großen A. Ich werde auch, für ein paar Herzprojekte CreateSpace nutzen. Aber ich werde nie aufhören mit den Händen zu sehen.

Leb damit, Mutter.   

 

Sommerlektüre

 

Links zu Grimm´s lesen & genießen:

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