Werd endlich erwachsen

Immer noch nicht erwachsen

Facebook hat mich heute daran erinnert, dass die Veröffentlichung von „Werd´ endlich erwachsen“ nun schon zwei Jahre zurück liegt. Krass, wie die Zeit dahin rennt. Ich weiß, das sagt sich so leicht und ist ein Ausdruck, der inflationär gebraucht wird. Zeit ist immer gleich. Allerdings, als ich 16 war und mich pubertär fragte, ob man an Langeweile sterben könne, da war eine Geschichtsstunde in der Schule so lang wie der Dreißigjährige Krieg. Mindestens. Sogar die Opferzahlen (meine sterbende Gehirnzellen!) stimmten überein. Heute denke ich, huch, wo ist das Jahr hin, ich hab doch nur kurz geblinzelt.

Falls du dich jetzt gefragt hast ob ich inzwischen erwachsen geworden bin, kann ich dich beruhigen. Nö. Es sah kurz so aus, als ich mir einen Thermomix gekauft habe. Da dachte ich: Jetzt, junges Fräulein, gibt es kein Zurück mehr. Nun hast du die Tupper-Party hinter dir und das ernsthafte Thermomix-Kochen. Demnächst gehst du noch zu einer Dildo-Party. Und dann kommt nichts mehr. Es ist nämlich so: Wenn man mal einen Thermomix hat, dann hat man auch Salatsoße auf Vorrat da. Ich denke nie einen Monat im Voraus. Ich bin ja froh, dass ich den Moment im Griff habe. Planen? Nicht mit mir. Aber wenn man mal Salatsoße im Kühlschrank hat, dann ißt man auch Salat. Schrecklich.

Aber ich springe ja mitten in die Geschichte. Moment, bitte. Eine Freundin lud mich ein: „Komm dazu, das wird lustig.“ Nur als Warnung: Wenn jemand sowas zu dir sagt, dann RENN! Ich bin da hin gegangen und war soweit vorbereitet, dass ich meine Hausschuhe dabei hatte. Ich friere so leicht. Und ich fühle mich wohler, wenn ich in fremden Wohnungen nicht auch noch fremde Puschen anziehen muss. Ich hatte meine Einhorn-Hausschuhe dabei, die leuchten im Dunkeln. Der Schweif ist regenbogenfarben, das Horn ist blau. Zehn Frauen sahen mich zur Tür rein kommen und noch bevor ich etwas sagen konnte, überwältigten sie mich. Und ich meine das nicht auf gute Art, sondern mehr so Bootcamp-mässig. An Armen und Beinen wurde ich ins Bad geschleift, und musste mir eine furchtbare Gardinenpredigt anhören. Kennst du den Ausdruck, Gardinenpredigt? Das heißt so, weil man mit der Gardienenstange noch eins drüber kriegt. Schwups, haben mir die Furien die Hausschuhe von den Füßen gerissen. Dafür bekam ich biedere, sehr vernünftige Birkenstock. In beige. Das klingt schon scheiße. Beige. Bäh.

„Das hier ist eine ernsthafte Veranstaltung!“, sagte Sigrid mit erhobenem Zeigefinger und bösem Blick. „Solche Kinderreihen dulden wir hier nicht!“ Menno, dachte ich. Bei einer Tupperparty darf man wenigstens mit den Backschabern auf den Schüsseln rum trommeln, da sagt niemand was.

Jetzt habe ich zwei Dinge. Einen Thermomix. Und Angst vor der Dildo-Party. Ich nehme an, man darf nicht 28 summende Geräte unter eine Luftmatratze legen und sehen, ob man mit einem „fliegenden Teppich“ durch die Küche kommt.

~Caro

Werd´ endlich erwachsen

 

 

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Alle meine Bücher

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© Carolin M. Hafen – alle meine Bücher

 

Hui, das war ein aufregender Tag. Aktuell sitze ich hier, futtere Scones (nach einem Rezept aus dem Buch „Miss Violet goes London“) und klicke mich durch die Beiträge der Buchmenschen im WeltWeitWald. Zu sagen, ich wäre begeistert, ist irgendwie fad. Das ist so, als würde ich nach einem großartigen Tag voller Erlebnisse, gutem Essen und Gesprächen mit Herzmenschen  am Schluss sagen „Ja, war schön.“ Dann hat der andere doch keine Ahnung, was ich erlebt habe. Also, ich war unterwegs, bei Twitter und Facebook und klickte mich durch diverse Blogs. Dank dem Hashtag #Buchpassion sind die ja alle gut zu finden. Ich habe schon früher an Blogparaden teilgenommen, an Twitter-Events, das war auch immer schön. Dieses Mal, fand ich, war es aber umfassender. Ich las mehrfach „Meine Buchleidenschaft begann schon im Kindeshalter“ oder „Das ist mein Lieblingbuch, das hat mein Leben verändert.“ Jetzt steckt in jedem Beitrag so viel Persönliches drin und doch sind es alles „nur“ Puzzleteile einer großen (Lese)Gemeinschaft. Ich finde es erstaunlich, was Janine da angeschubst hat und wie viele da mitgemacht haben. In solchen Momenten mag ich das Internet sehr. Dafür bin ich hier. Um das zu feiern, veranstalte ich nun auch noch eine Verlosung. Alle meine Bücher. Natürlich signiert, ist ja klar. Ich möchte von dir wissen, warum du ohne Bücher nicht leben willst. (Können ginge wahrscheinlich schon, wenn man muss.)

Also, die Aufgabe ist einfach: Schreib mir als Kommentar, für welches Buch du in den Lostopf springst und warum du ohne Bücher nicht leben willst. Ich werde am Sonntag, denn 11. September um 0.00 Uhr die Gewinner auslosen.

Zur Auswahl stehen:logo-buchpassion

1x Drachenbrüder (Band 1)

1x Drachensichel (Band 2)

1x Werd´ endlich erwachsen! (Meine besten Lesebühnen-Texte)

Caro

 

Eindrücke aus Böblingen

Wir „Shorties“ waren mal wieder im Blauen Haus in Böblingen, diesmal in der kleinen Besetzung. Ingo, Volker, Rainer und ich. Ich mag das Blaue Haus ganz grundsätzlich, weil die Leute da sehr nett sind, im Sinne von unverkrampft. Jedes Mal wenn wir da sind, hängt eine neue Bilderausstellung an den Wänden und ich habe vorher immer noch die Möglichkeit bei meinem Lieblingsfastfoodanbieter mit vielen Entscheidungen ein scharfes Sandwich zu essen. Alles in allem also: Toll.

Diesmal hat uns Matthias Breckle auf seiner Gitarre begleitet, aber die Mundharmonika vergessen. Macht aber nix, der Mensch, der sonst an der Kasse steht, hat eine, und ohne viel Aufhebens holt er seine Mundharmonika und steigt einfach mit ein. Ich mag solche Sachen ja sehr gern. Keine steife Wasser-Glas-Lesung mit klarer Rollenverteilung und ernstem Gehabe, sondern gelebte Literatur. Da überlegt Matthias also laut, welches Lied er als nächstes spielen soll und meint noch lapidar er könne sich nicht an den Text erinnern, der Lügner. 🙂 Die Leute lachen und haben Teil an der Gestaltung des Abends. Ingo fragt in die Runde welchen Text er lesen soll, fast wie bei einem Wunschkonzert, und da wird rein gerufen und es werden Scherze gemacht. Wenn man dann als Vortragender mitten im Text einen Spontan-Applaus bekommt, weil die Pointe so gut gelungen ist, dann ist alles perfekt. Ich fühle mich immer geadelt, wenn das einem der Kollegen oder mir passiert.

Wenn ich nach einem Abend wie gestern, in dem Pannen keine Fehler sind, sondern das Leben, nach Gesprächen mit den Zuhörern und guter Dinge heim fahre, dann weiß ich genau warum ich das mache: Dieses Gemeinschaftsgefühl zwischen den Kollegen, dem Publikum und guter Musik ist einfach toll. Für mich die schönste Art Literatur zu teilen.

 

 

Infos zum Buch:

„Werd´ endlich erwachsen!“, blafft sie mich an. Einen Moment bin ich irritiert. Für eine schlagfertige Antwort dauert das zu lang. Ich überlege den Bruchteil einer Sekunde lang, ob ich der blöden Kuh meinen Kakao über die Rübe kippen soll. Ich habe noch Zeit zu denken, dass ein Sahnehäubchen auf ihrem weißen Harr bestimmt hübsch aussähe. Schade, dass ich keine Sahne bestellt habe.

Werd endlich erwachsen Illu rot

 

 

Jetzt ist es da!

Werd endlich erwachsen Illu rot

Werd endlich erwachsen!

Kurzgeschichten von Carolin M. Hafen

Klappentext:

„Werd´ endlich erwachsen!“, blafft sie mich an. Einen Moment bin ich irritiert. Für eine schlagfertige Antwort dauert das zu lang. Ich überlege den Bruchteil einer Sekunde lang, ob ich der blöden Kuh meinen Kakao über die Rübe kippen soll. Ich habe noch Zeit zu denken, dass ein Sahnehäubchen auf ihrem weißen Harr bestimmt hübsch aussähe. Schade, dass ich keine Sahne bestellt habe.

Kommende Lesungen:

  1. November 2015 in Spaichingen in der Buchhandlung Grimms lesen & genießen

Vita

Carolin M. Hafen; gebürtige Zweiundachtzigerin. Drittgeborene, konservativ erzogen, liberal geraten, von der Vergangenheit geprägt. Arbeitet mit der Sippe im Bauwesen; Malen nach Zahlen bekommt so eine Bedeutung. Schreibt aus Besessenheit, weil sie nicht anders kann. Oder will. Lebt fürs schreiben, schreibt fürs Leben gern, lebt ihr Schreiben auf der get shorties Lesebühne und hier: www.zweifragezeichen.wordpress.com